Am 13. Mai ist Muttertag und Landtagswahl. Also zwei freudige Ereignisse: Erst einmal kann man dem Matriarchat huldigen, dann der parlamentarischen Demokratie,
Da der Wahltermin diesmal überraschend kam, hatten die Parteien nicht so viel Zeit, einen substantiierten Wahlkampf vorzubereiten. Sonst ist da wesentlich mehr Pfiff und Elan drin, diesmal insgesamt recht wenig Gehirnschmalz. Beispiele:
Herr Röttgen von der CDU meint, Politik müsse “aus den Augen unserer Kinder” gemacht werden. Vermutlich meint er “aus dem Blickwinkel der Kinder” oder “mit den Augen der Kinder”. Das kommt davon, wenn man zu viele Phrasen drischt, da beisst die Maus glatt den Besenstiel ab. Das Röttgen sich selbst wie ein Kind benimmt, weiß man ja: wenn es nicht zum Ministerposten reicht, will er zurück in die Schmollecke im Umweltministerium in Berlin. So sehen gute Verlierer aus!
“Currywurst ist SPD” lautet einer der weitgehend sinnfreien Sprüche der amtierenden Ministerpräsidentin. Man hätte ja auch “Kraft macht Freude” schreiben können, schließlich ist man ja Powered by Emotion (weniger von Sachverstand), eine andere Spielart des alten NS- Mottos nutzt die SPD aber tatsächlich: “Jede Kraft braucht ihren Antrieb”. Würg!
Die Linke skandiert in üblicher Manier “Millionärsteuer als Schuldenbremse”; nicht ganz falsch, aber ein bisschen wenig Programm für eine ganze Legislaturperiode. Die Sprüche der Linken sind sowieso irgendwie immer gleich (populistisch).
Den Grünen liegt die Photovoltaik am Herzen: “Lieber Solar als so lala”. Der Spruch ist Anwärter auf den Titel “Blödsinn des Jahres”, weiß man doch, dass dieses Thema weniger mit Umweltschutz, dafür mehr mit Wirtschaftsförderung und Geldverschwendung zu tun hat. Lustig ist auch anders, ich hatte die Grünen anders in Erinnerung, ich werde aber auch bald 40 Jahre alt.
Die Piraten meinen “Für dieses System ist ein Update verfügbar”, hoffentlich bezieht sich das auch auf die Schwachsinnsidee mit der Abschaffung des Urheberrechts, die der Abgeordnete Lauer so inhaltsleer gegen Jan Delay verteidigen wollte. Besagter Bauchklatscher ist im Spiegel 16 enthalten (lesenswert!), der lustige Haufen derzeit noch nicht wählbar, weil zu wenig Sachverstand.
Und wo wie schon bei Sachverstand sind: Der FDP- Phönix Christian Lindner, nicht verwandt mit dem Volksmusiker Patrik Lindner, aber genau so versiert in Wirtschaft und Politik skandiert “Lieber Neuwahlen als neue Schulden”. Schulden hat die nordrhein-westfälische FDP bei den Banken: Die 800.000,00 € für den aktuellen Wahlkampf hat sie sich überwiegend in bester kapitalistischer Manier von genau diesen geliehen. Fragt sich, wohin das Geld geflossen ist, der Spruch ist jedenfalls keine 80 Cent wert: Allein Lippstadt kostet die Wahl rund 40.000,00 €, insgesamt werden landesweit 2.7000.000,00 € fällig; das Geld hätte man für Sinnvolleres ausgeben können, wenn die FDP die Minderheitsregierung nicht nachträglich hätte platzen lassen.
Und was wählen wir nun? Die Plakate helfen ja nun nicht wirklich weiter. Vielleicht hilft bei der Wahl zwischen Pest und Cholera aber der bewährte Wahl-O-Mat… die Ausgabe für die NRW- Wahl 2012 gibt es hier…
Und nicht vergessen: Die Zweitstimme ist die Wichtigere!








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