Lippstadt-Blog: Das Weblog von Lippstadtern für Lippstadter

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September 2010
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Autoren gesucht - jetzt mitbloggen über deine Stadt!

So
22
Aug '10

Freitag der 20.08 2010 es ist 19.30 ………………………

Herzlich Willkommen am Waldschlösschen. So Begann das letzte Heimspiel der vorherigen Saison und so begann auch das erste Heimspiel dieser Saison.
Für den geneigten Anhänger aus dem Kreise der aktiven Fans begann der Tag an dem die neue Saison so richtig begann, allerdings schon wesentlich eher.
So traf sich der supportende Teil der Fans  rund um die Gruppe Los Aliados im näheren Stadionumfeld um sich gemeinsam auf das Spiel einzustimmen.
Als die Uhr zur sechzehnten Stunde schlug waren knapp 30 Junge Fans des SV Lippstadt beisammen, genossen das Wetter und erfreuten sich an der Schönheit eines solchen Spieltages.
Es war einfach schön zu spüren,  dass auch eine lange Sommerpause (nur unterbrochen durch diese fürchterliche Werbeunterbrechung in Südafrika) den Zusammenhalt innerhalb unserer kleinen Familie nicht stören kann.
Besonders schön war es, einen Rückkehrer aus dem Ostdeutschen Exil wieder hier in unserer schönen Stadt begrüßen zu dürfen.

Zum Spiel: Unsere Mannschaft schaffte es nicht die gute Form aus dem Spiel in Bielefeld zu konservieren und gurkte sich zu einem mageren 0:0 gegen den überraschend starken Aufsteiger.

Auf den Rängen:
Durfte zu allererst einmal die neue, im Fanblock montierte, Theke bestaunt werden. Diese ehrenamtlich von Fans geplante und besetzte Theke zeigt mal wieder, dass die Fans im krassen Gegensatz zur heimischen Wirtschaft kompromisslos hinter dem Verein stehen.
Der Dank für diese tolle Neuerung geht an den alten Herren der Fanszene.
Im zweiten Schritt freute man sich riesig, das pünktlich zum ersten Heimspiel auch die wieder eine Delegation aus Ahlen im Fanblock begrüßt werden konnte.
GUTE FREUNDE KANN NIEMAND TRENNEN!
Als dann das Spiel begann und der Fanblock es sich nicht nehmen ließ die ersten 15 Minuten ein Lied mit einer Hingabe rauszuschmettern, die man so schon lange nicht mehr erlebt hatte, war der Abend schon nahe an der fantechnischen Perfektion. Das der Support dann in der ersten Halbzeit auch noch auf diesem Niveau blieb war einfach genial. Gesänge die über mehr als 5 Minuten zogen und ein wirklich guter Fahneneinsatz zeigten welches Potential der Fanblock des SVL hat.
Die neue Theke sorgte dann auch dafür, dass die normalerweise zur Halbzeit eintretende Blockflucht ausblieb, was wiederum dafür sorgte, dass der Support zu Beginn der zweiten Halbzeit mit gleichbleibender Intensität fortgesetzt werden konnte.
Ein weiterer Erfog der Theke:
Die Bechersammeltonnen im Block brachten an diesem Tag über 50 Euro ein, während die anderen Tonnen im Stadion zusammen deutlich weniger Spenden für die Aktion 1908% SV einbrachte.

Nach Abpfiff wurde die Mannschaft von den Fans im Block noch beim Auslaufen supported, um zu zeigen das wir auch nach schlechten Leistungen felsenfest hinter ihr stehen.
Die nun folgende Party im Vereinsheim fällt in die Kategorie Ü18 und deshalb werde ich mich auf folgendes Statemant beschränken:
Die Saison wurde gebührend begossen und kann nun kräftig wachsen und gedeihen.

So ich melde mich ab. Bis die Tage.

Di
17
Aug '10

Noch so’n Ding

Mit welchem Maß wird hier eigentlich gemessen? Der eine darf machen was er will, der andere wird gepiesackt wo es geht: Als ob es hier wirklich um Stellflächen und Vorschriften geht. Der Investor für das “weiße Haus” (http://weisseshaus-lippstadt.de) hat sogar angeboten, ein Parkhaus (Hallo! Ein ganzes Parkhaus!) in der Kolpingstraße zu bauen, wenn er damit die notwendigen Stellplätze für sein Bauvorhaben nachweisen kann. Da hat er leider die Rechnung ohne die Stadt gemacht: Die ist der Meinung, dass diese Idee nicht mit den Vorschriften konform ist und hat den Antrag flugs abgeschmettert.
Derweil tut sich unser Bürgermeister wieder mal mit seltsamen Aussagen hervor: “[Eine Bebauung in der Altstadt] hat eine andere Qualität” - Ja, geht’s noch? Jetzt wird hier plötzlich über Qualität geredet? Davoud Shahrokhshahi hat wohl eher nicht die notwendige Lobby, vielleicht liegt es auch daran, dass er einen fremdartig klingenden Namen hat? Am Entwurf kann es jedenfalls nicht liegen; der sieht im Vergleich zu den architektonischen Missgeburten entlang der Cappelstraße aus, als käme er aus einem richtigen Architekturbüro. Selbst die Befürchtung, die Fleischhauerstraße könnte durch die Dimensionen des Gebäudes erschlagen werden, ist unbegründet, weil richtig geplant wurde: Das Gebäude verkleinert sich von der Straßenecke bis zum angrenzenden Fachwerkhaus, so dass ein Übergang geschaffen wird.
Das die Stadt weiter gebetsmühlenartig wiederholt, man bemühe sich um eine Lösung, ist tolldreist. Da gibt es einen Wirtschaftsförderer, der mal behauptet hat, man könne froh sein, wenn sich ein Investor für Lippstadt interessiere. Ich würde eher eine Therapie für solche Masochisten vorschlagen…

Anmerkung: Bericht wurde vom Autor überarbeitet um einige Formulierungen abzuschwächen, da diese der Sache nicht dienlich sind.

Diskussion um die heile Welt

Nennen wir das Kind mal beim Namen: Abgesehen von einigen Zeitgenossen, die mich per se nicht leiden können und sich Kommentare sparen, wenn ich mit meinen Beiträgen auf ihrer Linie liege, jedoch sofort zuschlagen, wenn ihnen etwas nicht in den Kram passt, scheint die Leserschaft dieses Blogs aus der Mehrheit der Lippstädter zu bestehen, die hier eine Art Dauerlobhudelei über unsere Stadt erwarten.

Ja, die Beiträge von mir sind nicht erbaulich. Sollen sie auch nicht sein. Sie sind eher der Ausdruck einer erschreckenden Diskrepanz zwischen den propagierten Wahrheiten und den tatsächlichen Zuständen in Lippstadt.

Fakt ist nun mal, dass sich Lippstadt nach unten bewegt. Ich komme viel herum, sehe andere Städte und bemerke immer wieder, dass hier eine verordnete Lethargie akzeptiert wird, weil es so schön bequem ist zu dem bekannten Effekt führt, dass man seine Fesseln ja nicht spürt, wenn man sich einfach nicht bewegt.
Kann sein, dass das auf manche Zeitgenossen depressiv wirkt und dass sich einige Leser hier positivere Beiträge wünschen. Mein Vorschlag dazu: Produziert doch gute Nachrichten! Steht doch jedem frei, hier zu bloggen.

Wenn ich drei Threads zum Thema H&M sowie zwei zum LP- Kennzeichen sehe und das mit den Geschreibsel in der Lokalpresse vergleiche und zuviel Übereinstimmung finde , stellt sich mir die Sinnfrage zum Lippstadt-Blog: Wie wäre es denn, wenn man ein Medium, dass sich nicht nach dem Gusto der bürgerlichen Parteien, ihrer cerebral verstorbenen Wähler und dem Willen derer, die das Heft in der Hand halten richtet auch mal als Projektionsfläche für kritische Informationen nutzt?
Meint Ihr denn wirklich, mit einer unbekümmerten und zweckoptimistischen Einstellung würde sich hier in Lippstadt irgendetwas ändern? Schaut Euch doch mal an, was die letzten Jahrzehnte aus unserer Heimatstadt gemacht wurde!

  • Die Hella verhindert erfolgreich die Ansiedlung von BMW, Ford und anderen Unternehmen, die ihr den Status des größten (unternehmerischen) Arbeitgebers streitig machen können und sorgt dafür, dass Firmen wie z.B. Heimeier abwandern, weil sie hier keine geeigneten Gewerbeflächen finden. Sie entlässt ihre Belegschaft chargenweise in die “moderne Sklavenhaltung” einer eigens dafür gegründeten Zeitarbeitsfirma und baut dafür Dependancen in aller Welt, nicht aber in Lippstadt, wo ja extra jeder Quadratmeter Gewerbefläche extra für sie reserviert wurde, auf. Wenn in Mexiko dann nicht alles nach Plan läuft, wird McKinsey beauftragt, einen Stellenabbau am Heimatstandort als einzige Möglichkeit zu proklamieren. Gleichzeitig werden ein paar tausend Euro in eine “Initiative” gepumpt, die den Regierungswechsel in NRW propagiert. Und als das rauskommt, sorgt der örtliche Zeitungsverleger dafür, dass wir eine Zeitung bekommen, die einen Extra- NRW Teil hat, damit wir überlesen, auf welchem Niveau die Hella angekommen ist. Nur nicht die Lampenbude ins (falsche) Scheinwerferlicht zerren! Dafür gibt es dann aber einen PPP (Private Public Partnership), bei der die Hella ihre neuen Straßenlampen fragwürdiger Qualität (die Mitbewerber lachen jetzt noch) auf Kosten der Stadt und Anwohner ausprobiert. Derweil wird Gewerbefläche von der Hella an die Stadt verkauft, damit wir nun im Überflutungsbereich der Lippe eine Hella- FH ansiedeln können.
  • Das hier alles “Auto” sein muss, hat sich ja schon beim Cartec bewährt. Da sitzt jetzt die Verwaltung der oben genannten Zeitarbeitsfirma, finanziert unter anderem auch mit Geldern der Lippstädter Banken (dass deren Kunden aufgebracht haben) und Geldern der Stadt (dass deren Bürger aufgebracht haben). Das ganze hat den Nimbus von Vieh, dass sich nicht nur selbst zur Schlachtbank führt, sondern diese zuvor auch noch eigenhändig zusammen hämmert. Gesteuert wird das Ganze von der wohl schlechtesten Wirtschaftsförderung, die man sich vorstellen kann, so zumindest sprechen einige Lokalpolitiker, wenn sie sich unbeobachtet fühlen. Und was steht dazu in der Tageszeitung? Alles toll, alles super, schön, dass wir mal darüber geredet haben.
  • Freibad und Hallenbad sind marode und reißen regelmäßig große Löcher in die Haushaltskasse. Anstatt wie in anderen Städten ein Kombibad zu bauen und so schon mal per se Geld einzusparen (nur ein Standort, ganzjährige Nutzung), wird über Sparmaßnahmen diskutiert.
  • Der Güterbahnhof soll zugunsten eines Supermarkts abgerissen werden, dafür wird die historische bedeutsame Innenstadt zu einem Torso verstümmelt, die Verkehrsplanung ist ein Witz und der Scheiss- Magnet- Effekt ist eine hohle Lüge, mit der die Bevölkerung zur Raison gebracht werden soll. Die Gutachten sind genauso schlecht und aus dem gleichen Stall, wie eh und je, der architektonische Entwurf ein schneller Wurf. Lippstadt schafft Gewerbebau und reißt dafür historische Gebäude ab. Tatsächlich ist der Zug mit der Wettbewerbsfähigkeit schon lange abgefahren und die Option, Lippstadt zu einem kulturwirtschaftlichen Zentrum der Region zu machen, regt die Politiker höchstens auf. O- Ton eines Parteimitglieds: “Wenn wir die Alternativplanung nicht befürworten, drohen Sie mit einem Bürgerentscheid”. Wenn man den Lokalpolitikern also mit demokratischen Mitteln kommen will, ist das also eine Drohung. Und diejenige, die mal für etwas aufstehen, werden als linke Autonome mit Hang zur Gewalt dargestellt (Postuliert von Hannelore Bartmann Salmen (CDU) im Patriot!). Schön, dass wir darüber mal reden konnten.
  • Und weil das schöne Projekt nun den Bach runter geht,  bekommen die Wellblechbudenkonstrukteure von der AKW als Ersatz für ihr architektonisches Machwerk am Güterbahnhof den Zuschlag für den neuen Uni Campus. So hilft man sich und denen, die es alleine nicht schaffen würden. Schön, dass wir auch darüber mal geredet haben.
  • Zur Unterführung am Südertor sei die Frage erlaubt, ob man den Pulitzer für eine malerische Bildunterschrift gewinnt? Beton und Stahl sind seit den 1970ern out; nur nicht in Lippstadt. Da füllt man auch gerne Scheiße in eine Vase und deklariert es als Blumenbeet. Schön, dass wir darüber mal reden konnten.
  • Apropos Blumen: Ich kenne Hemer, dieses kleine Drecksnest. Und die haben jetzt die Landesgartenschau. Weil Lippstadt es nicht auf die Kette bekommt. Wir sind wohl wirklich für alles zu unfähig, offensichtlich. Schön, dass wir darüber mal geredet haben.
  • Die Paarung zwischen Doofheit, eine Spendenaktion für die Renovierung der Bahnliegenschaften und die Dreistigkeit der Bahn, dass Vorhaben mit 50% mitzutragen, ist schon ein starkes Stück. Schön, dass wir auch darüber mal reden konnten.
  • Bleibt noch die Tatsache, dass erst mit Carmen Harms und ihrem Team überhaupt etwas, dass man Kultur nennen kann, in dieser Stadt wieder Fuß fasst. Zwar gilt auch jetzt noch, dass Kulturveranstaltungen, die in Delbrück, Ahlen, Beckum und Soest gastieren, nicht unbedingt nach Lippstadt kommen, aber umgekehrt wird das wenige, dass wirklich Format hat, bestimmt auch dort aufgeführt, wenn es in Lippstadt war. Na ja, wenigstens etwas. Und schließlich will das stumpfsinnige Publikum auch nicht mehr: Wenn neben Götz Alsmann, Jürgen von der Lippe und Atze Schröder mal ein Jürgen Becker sein vielbeachtetes Programm “Ja, was glauben Sie denn?” nach Lippstadt bringt, steht zwei Tage später ein Leserbrief in der Zeitung, der sich ob der Blasphemie der rheinischen Art beschwert. Schön, dass wir mal darüber geredet haben.
  • Hat sich schon mal jemand gewundert, warum wir nicht mal einen simplen Burger King haben? Ganz einfach: Weil der Inhaber der McDonald’s Filialen in Lippstadt aufpasst, dass der Stadtrat keine Fläche für den BK freigibt. So etwas nennt man Protektionismus. Und das findet man an allen Enden und Ecken hier. Die Vetternwirtschaft hat hier Ausmaße angenommen, dass der Kölner Klüngel sich im Vergleich dazu wie das Verhältnis eines Apfeldiebes zur Cosa Nostra ausnimmt. Schön, dass wir darüber mal geredet haben.

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Ein ganzes Buch könnte man darüber schreiben…

Andere Städte haben Bürgerstiftungen, wegweisende Konzepte, kreative Köpfe und arbeiten hart an sich während hier mehr “Rosarote Brille” gefordert wird. Ich hab’s gelesen, hab’s miterlebt, hab’s gesehen, mich informiert und es kritisch betrachtet. Und habe erkannt, dass die Liebe zu seiner Heimatstadt nicht in eine bedingungslose Hörigkeit gegenüber dem Stumpfsinn in den Köpfen zu vieler Altvorderen münden darf. Aufstehen und Anprangern, Meckern und Mosern; das sollte die Devise sein!

Und deshalb schreibe ich weiter über die Dinge, die hier (permanent) schief laufen; einfach abzuhauen, ist mir zu einfach.

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt: Wenn Herr Sommer endlich seinen Listenplatz im Landtag hat und seinen Stuhl für einen kompetenten Bürgermeister freimacht, der nicht nur an die eigene Karriere denkt und nicht aus dem Sauerland importiert werden muss, wenn die Lokalpolitiker aus dem geistigen Prekariat endlich weg sind vom Fenster und die Wähler ihr Gedächtnis nicht mehr vor der Wahlurne ausschalten, wenn “Für die Stadt” nicht mehr gleichbedeutend mit “Für ein paar Handverlesene” ist, wenn jemand eine Zeitung gründet und den Menschen die Wahrheit aufs Papier druckt, ja, wenn das alles irgendwann passiert, dann ist die Zeit für gute Nachrichten…

Schön, dass wir mal darüber geredet haben.

Anmerkung: Bericht wurde vom Autor überarbeitet um einige Formulierungen abzuschwächen, da diese der Sache nicht dienlich sind.

So
15
Aug '10

Mal was schönes.

Nachdem ich hier gestern noch lesen musste, dass sich aus diesem Blog verabschiedet wird, da man ja nichts positives mehr zu lesen bekommt und alle immer nur Meckern, entschloss ich mich dazu selber zu bloggen.

Natürlich blogge ich bei meinem Nickname über den SV Lippstadt 08, da dieser hier komplett zu kurz kommt. Vorneweg muss ich aber sage, dass ich mich eher eingeschränkt zu sportlichen Aspekten äussern werde, sondern vornehmlich über die Fanszene und alles das was so rund um den Verein geschieht. Vieleicht gelingt es mir ja sogar ein paar der Vorurteile (die ja auch dieser Blog mitschürte) zu zerschlagen und einen anderen Eindruck dieser angagierten und jungen Fangemeinde zu geben.
Ebenso möchte ich darauf hinweisen, dass man bitte nicht alles was ich schreibe bitter ernst nehmen sollte, denn dies würde auch dem Geist den die Fanszene in sich trägt komplett widersprechen.

Beginnen möchte ich  mit dem heutigen Auswärtsspiel bei Fichte Bielefeld. Dieses Spiel eröffnete die neue Westfalenliga Saison und sollte den ersten Härtetest darstellen.

Den eingesetzten Fanbus bestiegen heute knapp 35 Fans des SV 08. Das am Ende ca. 75 Lippstädter in der mit ca. 100 Zuschauern besetzen Rußheide zu Gast waren zeigt, dass das Interesse am SV immernoch vorhanden ist. Leider muss man sagen, dass der Zuspruch für die Fanbusse größer sein könnte. Der ein oder andere der mit dem Auto anreist sollte bedenken, dass er mit dem Fahrpreis nicht nur die Anreise bezahlt, sondern auch hilft Choreographien zu finanzieren und die Aktion 1908% SVL am leben zu halten. Zu den Bussen ist zu erwähnen, dass diese den Fans ab dieser Saison die Möglichkeit bieten auch am Bahnhof zuzusteigen.

Wer sich über Abfahrtzeiten informieren möchte, kann dies unter www.fanszene-lippstadt.de tun.

Die recht kurze Hinfahrt brachten die Supportwilligen, allen Vorurteilen zum trotz, nicht wild saufend sondern mit etwas das man wohl als “Klassenfahrtsstimmung” beschreiben kann, hinter sich. Angekommen am schönen Stadion Rußheide wurde man erstmal wunderbar nass, da sich die Kassenkraf mit den anrückenden Lippstädtern deutlich überfordert zeigte.
Welchen Ruf wir als Fans zu verteidigen haben zeigte sich daran, dass sich die Ordner kurz nach unserem eintreffen darüber utnerhielten nicht jetzt schon die Polizei zu rufen, “wegen dem was letztes Jahr war”.
Letztes Jahr war, nicht wie man jetzt vermuten könnte, schlimmste Randale mit tausenden von Verletzten, sondern einfach eine schöne, wenn auch einfache Choreographie die mit zwei Bengalfackeln untermalt wurde. Wer sich diese ansehen möchte kann das unter fanszene-lippstadt.de in der Galerie machen.
Die halbe Stunde die man noch bis zum Anpfiff hatte wurde damit verbracht, die Zaunfahnen aufzuhängen, Schwenkfahnen startklar zu machen, sich mit Getränken (bäh Herforder) und Würstchen (durchaus lecker) zu versorgen oder sich mit dem Stadionheftchen zu beschäftigen.
Leider sind diese Hefte in den letzten Jahren bei so gut wie allen Vereinen (mir fällt jetzt kein positives Beispiel ein) zu reinen Werbezeitschriften verkommen, in denen man die Artikel zum Thema Fußball mit der Lupe suchen muss.

Kurz vor 15 Uhr.
Die schwarz roten Gladiatoren betreten den Rasen.
Von den Rängen werden sie von den Fans beider Vereine mit Gesängen (auf unserer Seite) und Schlachtrufen (von den Fichten) begrüsst.
Der unterstützende Charakter der Parole: Fichten Tannen Nadelholz erschließt sich dem Autor dieser Zeilen allerdings nicht.
Anpfiff:
Die in neuen, sehr netten schwarz roten Trikots, auflaufenden Lippe Venezianer legten los wie die sprichwörtliche Feuerwehr und drängen den Gastgeber von Minute 1 bis Minute 45 komplett in den eigenen Strafraum. Von dieser beeindruckenden Leistung angesteckt, wird auch auf der Tribüne mächtig Gas gegeben. Bei einigen berührte die Leistung wohl auch den kreativen Teil des Gehirns und so entstanden in der ersten Halbzeit bereits zwei neue Gassenhauer. Wer diese kennen möchte dem sei gesagt: Ab ins Stadion zum SVL und mitmachen.
Denn wie sagt man: Mitmachen lohnt sich.

Zur Halbzeit steht es 0:2 für unsere Helden (beide Tore durch den geilsten Russen seit Vodka, Viktor Meier) und es kam die Frage danach auf,  wie eigentlich der Typ hieß der da letztes Jahr die Tore für den SV geschossen hat.
Leider konnte sich niemand mehr daran erinnern. An dieser Stelle einen Gruß an den Typ: Bleib wo du bist.

Da zudem die Stadionsprecherin es tatsächlich schaffte bei jeder Ansage (WIRKLICH BEI JEDER) etwas im Mund zu haben war zumindest für eine würdige Pausenunterhaltung gesorgt.

Die zweite Hälfte startete auf Rängen und Rasen verhaltender aber nicht minder lustig (zumindest auf den Rängen).
Während der supportende Teil der SV Fans sich mit Hingabe der Unterstützung des jungen Teams widmete, ließ die Mannschaft etwas nach. So konnten die Fichten dann tatsächlich auf 1:2 verküzen und es kam so etwas wie Spannung auf.
Allerdings nur gaaaaaaaaaaanz kurz. Denn ein von Hendrick Eikel mit einem Heber wundervoll vollendeter Angriff führte zum Endstand von 3:1.
Die Mannschaft wurde von den Fans anschliessend gebührend gefeiert.

Das war ein Einstand nach unserem Geschmack, der Lust auf mehr macht.
Die Rückfahrt verzögerte sich etwas, da unsere hintere Bustür keine Luft mehr bekam und dies durch dauerhaftes piepen mitzuteilen versuchte. Da niemand bereit war mit dieser Lärmbelästigung zu leben, musste vor dem Start der Rückreise das Problem erstmal Fachmännisch analysiert und dann mit einem “ja scheisse, nervt” konsequent auf den Punkt gebracht werden. Das veranlasste die Tür das Piepen einzustellen und die Busbesatzung dazu mit den Feierlichkeiten zu beginnen.
Gefeiert wurde der Sieg durch lustige Wortspiele und sportlicher Betätigung im Rahmen des Platzangebotes.
Wer mehr erfahren möchte: Der nächste Bus fährt bestimmt.

So zum Abschluß noch mein Aufruf an alle Leser dieses Textes:

Am Freitag steigt das erste Heimspiel der neuen Saison am legendären Waldschlösschen.
Kommt vorbei und unterstützt die Mannschaft denn diese Jungs haben es mehr verdient als jeder popelige Bundesligamillionär.

Beginn des Spiels ist um 19.30 Uhr und der Gegner ist mit den “Spechten” des SV Spexard ein Aufsteiger aus Gütersloh, der sich heute an einer 2:5 Heimniederlage gegen den FC Gütersloh 2000 erfreuen durfte.

Ich verabschiede mich für heute und melde mich aller vorraussicht nach dem Spiel am Freitag mit neuen Texten.
Ich lade jeden Leser ein mir Feedback zu diesem Text zu geben und ebenso dazu Fragen zur Fanszene zu stellen.
Ob und wie ich dann auf diese Fragen antworte (als Text bei komplexen Themen oder per E- Mail oder oder oder……………..) behalte ich mir vor.
P.S.: Wieso fehlt eigentlich in der Linksammlung der Link www.fanszene-lippstadt.de?

Leerstand für Film-Dreh im Raum Lippstadt gesucht!

Für eine Kurz-Filmproduktion suchen wir derzeit einen Leerstand im Raum Lippstadt!  Gesucht wird ein leerstehendes Haus! Ausserdem werden noch Laiendarsteller bzw Komparsen für den Film gesucht! Mehr Infos zum Projekt gibt’s unter www.heavensgatemovies.de.tl

Do
12
Aug '10

Was ist das hier eigentlich?

Wenn ich so die Kommentare durchforste, fällt mir auf, dass hier fast ausschließlich nur Negativberichte geschrieben werden. Demnach muss es hier in Lippstadt ja echt schlecht zugehen, erbärmliche Zustände, wenn es nicht mal etwas positives gibt. Das liest sich alles nur wie “Kleinkrieg” gegen Stadt-Land-Fluss.

Deshalb werde ich mich hier zurückziehen, da dies hier nicht das Richtige für mich ist. Ein Blog besteht ja nicht nur darin, alles schlechtzureden (Schlechtwetterposts), sondern auch mal das Gute zu suchen., da es sonst unglaubwürdig rüberkommt…Das war aber nicht immer so, wenn man sich mal die älteren Kommentare ansieht. Sie waren so vielfältig, mal gute Kritik, mal schlechte, in der es nicht nur um Politik ging, sondern um das alltägliche Geschehen hier in der Stadt, Veranstaltungen etc….Wieviele Antworten pro Post gibt es denn heute hier? Es scheint doch so, dass die Posts keinen zu interessieren vermögen…Warum schreibt man dann noch kilometerlange Berichte, wenn es scheinbar keiner liest?

In diesem Sinne werd ich diese Weltuntergangsstimmung hier verlassen, denn das kann es ja nicht sein! Ich folge denen, die es auch getan haben…Das Glas ist schließlich halbvoll und nicht halbleer…

Bahn beteiligt sich mit 50% an Renovierung ihres Eigentums.

Bevor jetzt einige Verrückte ernsthaft in Erwägung ziehen, auch nur einen Euro zu spenden, sollten Sie sich vorher einen Überblick über die Weltlage verschaffen: in Pakistan, Tahiti und 80% der Länder Afrikas hungern Menschen oder haben kein Dach über dem Kopf. Da wäre das Geld besser angelegt.
Ob man einem milliardenschweren Konzern namens Deutsche Bahn AG mit 15.000 € bei der Renovierung des Bahnhofs Lippstadt unter die Arme greifen sollte? Auch wenn die Idee nett gemeint ist, sie führt hauptsächlich dazu, dass man die heimische Politik noch mehr aus ihrer Gestaltungspflicht entlässt und dabei Wirtschaftsunternehmen, die sich vor ihrer Verantwortung drücken, mit einem 50%- Rabatt belohnt.
Bei mir wären übrigens die Fenster reif für eine Renovierung. Sieht echt schäbig aus, wie die Farbe von den Rahmen blättert. Vielleicht hat ja jemand Lust zu spenden? Mein Vermieter würde sich mit 50% beteiligen…

Do
22
Jul '10

Wenn einer eine Reise tut

Sonntag, 18. Juli 2010: Bahnfahrt von Lippstadt via Hamm nach Essen zum A40- Stilleben. Ab Hbf Hamm kommt ein Ersatzzug zum Einsatz, da der planmäßige ICE keine Zwischenhalte im Ruhrgebiet einlegt. Dafür hat die Bahn ein absolutes Premiumprodukt bereitgestellt: Eine E10 mit Bügelfalte und einen Satz Silberlinge, alle Fahrzeuge stammen noch aus der Prä- Wirtschaftswunderzeit, also den 1950er Jahren.
Eine schöne Fahrt. Zwar schlingern die alten Waggons und es gibt keine Klimaanlage, dafür kann man die Fenster öffnen und sich an bakterienfreier Luft erfreuen. Der Lärmpegel nicht auf dem Stand der Technik, dafür hält die schiebende Schnellzuglok, die zum Beginn ihrer Betriebszeit noch die hochwertigen TEE Garnituren ziehen durfte, tapfer durch und erreicht den Bahnhof Essen pünktlich und ohne Störungen.
In der Sonntagszeitung ist zu lesen, dass Bahn und Hersteller sich derzeit die Schuld für regelmäßig ausfallende Klimaanlagen zuschieben. Dabei ist das nur die Spitze des Eisbergs: Wer sich einmal mit einem Bahnmitarbeiter unterhalten hat, hört im Zusammenhang mit dem Namen “ICE 3″ sehr häufig Bewertungen wie “Kernschrott”. Kein Wunder: Hersteller des Superpannenzuges ist die Firma Siemens, die seit Jahren nur noch nicht ausgereiftes und stark fehlerbehaftetes Fahrzeugmaterial auf deutsche Schienen bringt. Demnächst steht die vierte Generation des ICE aus der Velaro- Serie zur Auslieferung an. Dann wird es richtig lustig.
Fakt ist, dass die Bahn seit Beginn der Privatisierung von der bewährten Taktik der Konsortialbildung abgerückt ist: Wer eine ältere Lokomotive mit Originalbeschriftung unter die Lupe nimmt, wird die Namen sämtlicher namhaften Hersteller (BBC, ABB, KrausMaffei, Henschel, etc.) auf dem Hauptrahmen finden. Auf diese Weise hat man nach dem Krieg die besten Unternehmen zusammenarbeiten lassen, damit dabei die optimalen Produkte herauskommen.
Heutzutage wird anhand der Ausschreibungsunterlagen entschieden, hauptsächlich zählt der Preis, daneben die Drohung, Arbeitsplätze abzubauen, wenn man nicht zum Zuge kommt.. Wäre dem nicht so, hätte sich die Bahn für die Produkte von Alstom entscheiden müssen: Deren TGV fährt seit Jahren (übrigens auch auf deutschen Gleisen) weitgehend störungsresistent, sicher und sogar doppelstöckig durch Frankreich, Italien, Argentinien, Marokko, Schweiz, Großbritannien, Spanien, Korea, Australien… eigentlich überall, außer in Siemensland. Auch Bombardier oder Stadler haben qualitativ hochwertige Züge. Aber bei der Bahn kauft man lieber bei Siemens. Übrigens nicht nur Züge, sondern auch Bahntechnik; prinzipiell alles, was im europäischen Ausland von anderen Herstellern gebaut wird und dort wesentlich zuverlässiger funktioniert. Schon komisch, solche Ausschreibungen. Ein Franzose würde sich jedenfalls nicht wie eine Sardine in eine Büchse mit Niedriggarungstemperatur hineinstopfen lassen (200% Auslastung bei 50°C!!!); aber für die Franzosen ist Deutschland bahntechnisch ein Dritte- Welt- Land.
Übrigens sind die Ausfälle der Klimaanlagen ganz klar kein Herstellerproblem: Die Anlangen werden seit 15 Jahren im ICE 2, zu dem auch der Hochtemperaturzug gehörte, der in Bielefeld strandete, verwendet. Dass diese Anlagen jetzt ausfallen, ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der schlechten Wartung zu verdanken (siehe auch: S- Bahn Berlin).
So eine Privatisierung mit anschließendem Börsengang hat interessante Effekte: Im Bahnhofsbereich Lippstadt wurde vor zwei Jahren eine Weiche ausgetauscht, die bereits 5 Jahre lang defekt war und nicht mehr geschaltet werden konnte. Warum es bis zum Austausch so lange gedauert hat? Wenn man Gleisanlagen saniert, schlägt sich dass durch die Abschreibung der Sanierungen auf die Aktiva der Konzernbilanz nieder und mindert den Börsenwert. Lustigerweise ist also eine marode Bahn für die Analysten attraktiver!
Auf der Rückfahrt saßen wir am Abend übrigens dann in einem modernen DoSto (= Doppelstockzug); ein Zusatzzug übrigens. Den planmäßigen Zug, vollkommen überfüllt, haben wir in Dortmund Kurl dann eingeholt: Er war mit Lokschaden auf freier Strecke stehengeblieben und dann in den Bahnhof geschleppt worden. Per Ansage wurden wir gebeten “ein wenig zusammenzurücken, um die Fahrgäste des anderen Zuges aufnehmen zu können” (O- Ton Zugchef), Den Rest der Strecke ging es dann, gezogen von einer Baureihe 143 (hergestellt in den späten 1980er Jahren in der damaligen DDR) gen Hamm. Während der Vorbeifahrt an der krepierten Galeere vorbei konnte ich noch die Baureihe der abgerauchten Zuglok erkennen, made by… ;-)

Do
15
Jul '10

Willkommen in Springstadt/Lippfield

Es gab Zeiten, als man dem Lippstädtern noch erzählen konnte, man hätte mit Ankermietern Verträge abgeschlossen und Verträge dürften ja nicht gebrochen werden. So etwas klingt vertrauenerweckend.
Dann kam die Zeit, als man erzählte, man habe Ankermieter, deren Namen aber nicht preisgeben wolle. Das klingt nicht so vertrauenerweckend.
Jetzt gibt man zu, man habe gar keinen Ankermieter, man stünde nur noch mit dem Mediamarkt in Verhandlung (So stand es heute in einer lokalen Tageszeitung).

Wer ist hier eigentlich dreister: Die Politiker, die ihren Untertanen immer mal wieder eine neue Story erzählen oder das Gesindel von Investoren, dass vollkommen ungeniert den Politikern die Vorlagen für die Märchen liefert?

Merkt hier eigentlich niemand, wenn er angelogen wird? Die Drei- Buchstaben- Gang (HLG) hat bereits mit dem Schuhkarton am Südertor schon einen Beweis der Vertrauenswürdigkeit geliefert, der sich (nicht) sehen lassen kann; ich sage nur “Fassade”. Dann erzählten die selben Spaßvögel etwas von Verträgen die offensichtlich nicht existieren, und jetzt macht man sich nicht mal mehr die Mühe, die eigenen Lügen zu vertuschen.

Herzlichen Dank auch, dass die Stadt schon mal nicht vorhandenes Geld in den Ankauf des Bahngeländes versenkt hat (Warum muss man so ein Gelände eigentlich kaufen? Die Steuerzahler, die den Kauf finanzieren haben zuvor doch schon Steuern bezahlt, damit das ehemalige Staatsunternehmen Bahn gefüttert wird. Sind wir eigentlich alle total bescheuert?).

Auf welchem Niveau sich die konsequente Verarsche der Lippstädter bewegt, kann man hier nachvollziehen. Wir sind wirklich eine Stadt mit zuviel Grundstücken und keiner Ahnung, was man damit anfangen soll.

Zu früheren Zeiten wäre das Pack aus der Stadt getrieben worden und wenn es nicht schnell genug davonlief, hat man mit der Mistgabel nachgeholfen.

Mi
14
Jul '10

Pennerpark reloaded

“So ein schöner Park mitten in der Stadt und dann lässt man ihn so verwahrlosen…”

Der Passant hat recht. Und wenn man das zweifelhafte Vergnügen hat, das gesamte Tagesprogramm des Postparks zu erleben, bleibt einem glatt die Spucke weg:

8:00 Uhr: Benutzer lassen die Hinterlassenschaften der vierbeinigen Freunde als Tretminen auf den Gehwegen zurück.
9:00 Uhr: Die fliegenden Verkäufer treten auf. Im Angebot alles, was den Blick verdreht. Das mittlerweile anwesende Publikum nimmt die Ware dankbar ab und konsumiert intravenös im Beet an einer Mauer.
10:00 Uhr: Der Kontaktbereichsbeamte der Ordnungsbehörde prüft, ob jemand zu viel konsumiert hat.
11:00 Uhr: Beginn des Krachkonzertes mit Flaschenwerfen und Prügelei.

14:00 Uhr: Sonderveranstaltung: Ein Anwohner ruft beim Ordnungsamt an, weil ihm der Lärm zu viel wird. Er moniert auch, dass der Park zur Fixerstube umfunktioniert wurde. Der Anwohner weiß, dass sein Protest verhallen wird, weil die Stadt den Park als Auffangbecken für diejenigen nutzt, die man in der guten Stube (= Rathausplatz) nicht sehen möchte.

18:00 Uhr: Feierabend an der Parkbank.

21:00 Uhr: Bei besagten Anwohner klingelt es an der Tür. Zu Besuch kommt die Drogenfahndung und bringt ein Fotoalbum mit. Es wird erklärt, dass man nicht in der Lage sei, die Händler dingfest zu machen, weil der Dienst erst abends um 19 Uhr beginnt (!!!)

Epilog:

Der Park ist ein Saustall und der geplante  Umbau zum Pennerpark “Deluxe” ein Witz! Offensichtlich geht man davon aus, dass bis dahin keinerlei Wartung mehr ausführen muss, und wenn tatsächlich im Frühjahr ein Trupp zur Rasenaussaat anrückt kann man davon ausgehen, dass ein befreundetes Team ein paar Tage später mit dem Sprinter ein paar Runden über den feuchten Boden dreht und “Kornkreise” zieht.

Fazit:
Lasst die Blutbuche in Ruhe, spart das Geld für den Umbau, richtet den Park einfach mal ordentlich her und zieht die Dealer aus dem Verkehr. Wofür zahle ich eigentlich Steuern?

Personalmängel

Groß muss die Not sein, Eklatant der Mangel an ahnungslosem Fachpersonal und die Größe des Sommerlochs wird jedes Jahr aufs neue unterschätzt:
Nessie ist wieder aufgetaucht, diesmal im schwarzen Umhang der Spalter aber gewohnt feuerspeiend. Da fliegen im ganzen Umland Bahnhöfe in die Luft. Wäre nicht nötig gewesen.
Das lässt schlimmes Befürchten. Müssen wir demnächst auch mit der Wiedergeburt der Zahnfee rechnen? Wäre nicht nötig.

Absturz auf Raten

… Stillstand am Güterbahnhof … Anwohner sauer … Europaweite Ausschreibung nun doch erforderlich … Augustinerhof vollkommen verwahrlost…

Sieht ein bisschen aus wie der “Breaking News Ticker” auf n-tv und ist auch genauso schlecht. Und hat seinen Ursprung im Lippstädter Lokalblatt.

Der Kommentarticker könnte wie folgt aussehen:

… Was habt Ihr denn gedacht? … Politisch vertretbarer Rückzug auf Raten … Das kommt davon, wenn man auf das falsche Pferd setzt … Das falsche Pferd heißt Stadtrat … Augustinerhof schon seit Jahren verwahrlost … … da wohnt doch eh keiner, wozu dann jetzt die Aufregung … kein gutes Geschäft für Anwohner … ach wie schade …

Oder kürzer:

… alles wie gehabt …

Sa
10
Jul '10

Die INI und die Marktwirtschaft

Die Forderung, das Rüthener SPD- Mitglied Eickhoff möge sich für seine Äußerung zu den Ansiedlungsplänen der INI in Rüthen entschuldigen, nehme ich mal zum Anlass, die INI etwas näher zu betrachten:

Die Website (www.ini.de) enthält zusammengefasst folgende Eigendarstellung der INI:

Das INIversum besteht aus Unternehmen, im INI- Jargon Integrationsbetriebe genannt, die als Wirtschaftsbetriebe, die marktorientiert produzieren oder Dienstleistungen erbringen, dargestellt werden.

Diese rechtlich und wirtschaftlich selbstständigen Unternehmen erhalten nach Darstellung der INI nicht mehr und nicht weniger laufende Unterstützung als andere Unternehmen des ersten Arbeitsmarktes.

Die Zahl dieser Integrationsbetriebe ist nicht gerade klein: Kasino, Gutshof Warstein, Der Kaufladen, Bioladen-Südstraße, Der Blumenladen, Cafeteria, Schulkiosk, Schulverpflegung, carekauf- Lebensmittelmarkt (Ab 15. Juli 2010).

So weit, so gut. An sich ist die Idee der Integration von körperlich benachteiligten Menschen und jugendlichen Arbeitslosen ja auch eine gute Sache.

Aber ist das die ganze Wahrheit?

Zunächst einmal ist die INI eine gemeinnützige GmbH (die meisten Unternehmen sind das nicht). Das bringt schon mal eine Menge steuerlicher Vorteile.

Zweitens wird sie von verschiedenen Stellen zusätzlich gefördert (LWL, Aktion Mensch, etc.). Auch die Stadt und damit die Steuerzahler legen zusätzlich etwas drauf. Und diese Geldmittel setzt die INI auch sehr kapitalistisch ein, beispielweise in Immobilien. Wie viele  sich davon im Besitz der INI befinden, darüber schweigt sich die INI auf der Website aus, auch andere Wirtschaftsdaten zum „Unternehmen“ werden nicht genannt. Der „Reichtum“ der INI dürfte aber durchaus stattlich sein.

Mag ja sein, dass Besitz und Vermögen der INI erstmal niemanden stören müssten, aber die Sache hat zwei Haken:

Die INI nutzt ihre günstige Kostensituation zum Nachteil der „echten“ Wirtschaftsunternehmen aus. Auf der einen Seite kassiert sie Unterstützung (auch von der Arbeitsagentur und damit von allen Steuerzahlern) und hält damit die Personalkosten niedrig, andererseits bietet sie Leistungen und Waren mitunter zu aggressiven Preisen an und führt die von ihr gepriesene Marktwirtschaftlichkeit ins Absurde: Fragen Sie mal einen örtlichen Handwerker nach seiner Meinung zur INI: kein selbständiger Handwerker kann bei den INI- Angeboten mithalten und der Grund dafür liegt in Dumpingpreisen, die durch Förderungen gegenfinanziert werden!

Um es klar zu sagen: Die Förderung von Arbeitslosen mit Benachteiligung ist gut und richtig. Die konsequente Benachteiligung von selbständigen Unternehmen mit Hilfe der Kommune und Steuergeldern hat aber mit dem Zweck der INI nichts zu tun. Sie schadet im Endeffekt jedem, da fehlende Umsätze bei anderen Wirtschaftsunternehmen zu einer Verminderung der Steuereinnahmen führen und langfristig Arbeitsplätze gefährden.

Diese Art der Wirtschaftssubvention verzerrt den Wettbewerb und wäre einfach zu vermeiden: Wenn die INI nicht mit Dumpingpreisen arbeiten dürfte und damit faire Bedingungen herrschen würden.

So
4
Jul '10

Badezimmer

Lieber leistet sich Lippstadt ein Frei- und ein Hallenbad, die jeweils halbjährlich leer stehen und gemeinsam vor sich hin verrotten und Geld kosten, als ein Kombibad mit passender Ausstattung zu bauen.

Sollen die Lippstädter doch weiterhin nach Soest fahren und dort ihr Geld im Aquafun lassen.

Wann, bitte wann, wird in Lippstadt mal umgedacht. Diese  dauernden Billiglösungen, die dann nicht umgesetzt werden sind offensichtlich nicht der richtige Weg. Man könnte fast meinen, die Entscheider in dieser Stadt haben ihr Handwerk beim Discounter gelernt - da wird auch nur auf den Preis geachtet.

In Schwerte hat eine Bürgerstiftung die alte Rohrmeisterei zu einem Kulturzentrum umfunktioniert und ist nun dabei, das örtliche Freibad zu einem modernen Kombibad auszubauen. Ich habe mir das angesehen, kein Vergleich zu Lippstadts Billiglösungen mit Supermarktbauvorhaben und Bäderchließungsvorhaben. Qualität zahlt sich wohl aus, dass hat sich nur leider nicht bis hierher herumgesprochen.

Dabei haben wir doch einen großen, großen Arbeitgeber am Ort, der sich doch auch mal für seine Heimatstadt einsetzen könnte, anstatt Grundstücke an die FH zu verkaufen (anderswo wird gestiftet). Und die örtliche Lokalpolitik könnte Bürgern den Weg zur Mitarbeit mal ebnen (anstatt sie zu denunzieren).

Irgendetwas scheint hier ganz böse schief zulaufen. Vor ein paar Tagen erst fiel in einem Gespräch mit Bekannten und Freunden der Satz “Lippstadt ist eine Monarchie”. Dem ist wohl nicht viel hinzuzufügen.

NACHTRAG

Heute (10. Juli 2010) stand in der Zeitung, das Kombibad (nicht Spaßbad, da legt Herr S. aus B.  Wert drauf) müsse ja kommen, weil man in die alte Schwimmbadtechnik der vorhandenen Bäder nicht mehr investieren könne. Es müsse daher eine adäquate Lösung gefunden werden (Übrigens ist der letzte Satz nicht als Zitat gekennzeichnet, ergo ist es kein Zitat).

Was bedeutet das für Discountstadt? Die Planungen sahen ja schon mal ein Becken vor, dass kleiner als die für Wettkämpfe vorgeschriebene Größe haben sollte. Da kann man dann noch weiter (im Wortsinne) kürzen! Und billig können wir ja ganz gut: Wir kennen die passenden Gutachter, das passende Architekturbüro… Wahrscheinlich wird es am Ende auf einen Whirlpool vom Praktiker in einer von RKW geplanten Wellblechhütte hinauslaufen. Das Projekt wird dann “nur” 7 Millionen verschlingen, anstatt der geplanten 3 Millionen und im Jahr 2047 fertig werden. Einige Frohnaturen werden es gut finden und jetzt schon mal die Badehose rauskramen und der Name steht auch schon fest: “Christof Sommer Sparbad”.

Poller und Mittelstreifen

Da kann man mal sehen, wie heiß es hergeht, wenn Themen Anlieger betreffen. Zwei Gruppen, die sich unversöhnlich ob eines großen Themas gegenüberstehen.

Ich hätte einen Vorschlag:  Die Poller fliegen raus und werden dafür auf die Straße gemalt. Das wäre zumindest salomonisch.

Und wenn wir schon beim Malen sind: Wer hat sich diese dämliche Idee einfallen lassen, dass schmale  Kreisstraßen unter 5,50m Breite keinen Mittelstreifen haben, weil sich Autofahrer fälschlicherweise in Sicherheit wiegen, weil sie glauben, dass kein entgegenkommendes Fahrzeug diese Linie überfährt? Da kann man auch die Geschwindigkeitsbeschränkungen vor scharfen Kurven entfernen, damit niemand sich in Sicherheit wiegt, bei Einhaltung des Limits gesund durch die Kurve zu kommen.

Mittelstreifen weg und dann?  An der Bankette orientieren? Ich habe in der StVO nicht gelesen, dass ein Mittelstreifen eine Orientierungslinie darstellt. Er trennt die Fahrtstreifen und damit den Gegenverkehr voneinander.

Herzlich Willkommen in Schilda! Der Kreis ohne Streifen aber dafür mit Streitpollern…

Loch im Kopf? Sand gibt’s am Alberssee!

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VORBEMERKUNG:

Der folgende Text ist weder im Namen noch im Auftrag der Bürgerinitiative erstellt worden (im Klartext: Einzig und allein auf meinem Mist und ohne Kenntnis anderer Menschen gewachsen). Ich schreibe hier ausschließlich für mich persönlich und bin im Übrigen auch kein Mitglied in irgendeinem Verein (ich spiele aber mit dem Gedanken, in die FDP einzutreten, einfach nur, um mal zu sehen, wie das kommt…). Dies sei ausdrücklich gesagt, bevor hier wieder friedliebende, steuerzahlende und rechtschaffene Menschen von Stadt und Zeitung in die journalistische, politische und juristische Pfanne gehauen werden.
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Im heimischen Revolverblatt hat am Samstag einer der Hauptrevolverhelden aus einem adäquaten Sommerloch heraus gegen die Bürgerinitiative “Lebendiges Lippstadt” geschossen: Warum sich diese nicht an einem neuen Altstadtkonzept mitarbeiten würde?

Eine persönliche Gegenfrage an den Herrn P: Wurde Sie denn eingeladen? Wenn ja, stand das gar nicht im Revolverblatt! Und wenn nicht: Wieso sollte sich eine Bürgerinitiative berufen fühlen, die von namhaften Politikern der Stadt in der Vergangenheit in eben jenem Revolverblatt als Bedenkenträger, Unterschriftensammler, Lügner und Steinewerfer bezeichnet wurden? Das klingt nicht so, als würde sich jemand über eine Beteiligung der Bürgerinitiative freuen. Die Tatsache, dass solche Ausdrücke in einer seriös anmutenden Tageszeitung verwendet werden, spricht auch nicht gerade für den Kommentator.
Im übrigen hat eine pensionierte Lokalpolitikerin, ehemals Führungsstaffage der lokalen Volkspartei, Gespräche mit der Bürgerinitiative ausgeschlossen, bis diese aller Gewalt entsagen würde. Dem ist diese linksradikale Brandstiftertruppe doch bisher nicht nachgekommen, oder? Das schließt dann doch eine Beteiligung der Initiative doch aus, oder?

An Stelle der Bürgerinitiative würde ich auch auf eine Teilnahme an diesen ominösen Workshops verzichten. Einer Stadt, die in der Vergangenheit so mit konstruktiver Kritik umgegangen ist, würde ich auch nicht durch eine Teilnahme einen Persilschein ausstellen. Am Ende behauptet die Stadt, alle Entscheidungen hätten den Segen der Bürgerinitiative. Als Bürger dieser Stadt habe ich persönlich in den letzten Jahren meine Lektion gelernt: Immer schön von solchen Alibi- Veranstaltungen fernhalten. Wenn wieder der übliche Unsinn verzapft ist, vertraue ich persönlich auf eine Bürgerinitiative, die kritisiert, bedenken trägt und dafür die Prügel des Establishments einsteckt.

Do
24
Jun '10

Carsten Korte ist nun offizieller Superheld im Lippstadt Blog

Carsten Korte, bisher im Lippstadt Blog nur durch “Schönwetterposts” aufgefallen, wurde nun offiziell zum Blog-Superheld des Lippstadt Blogs ernannt! Durch seinen tatkräftigen Einsatz beim entfernen von Links innerhalb der Kommentare hat er sich diesen Titel wirklich verdient!

Was fällt den Kommantarschreibern auch ein einfach ihre Webseite in das mit “Webseite” beschriftete Feld zu schreiben? Wo kommen wir denn da hin wenn das einfach jeder machen würde!

Mit diesem Artikel gratulieren wir unserem Blog-Superhelden und Internetversteher Carsten Korte ganz herzlich zu seinem neuen Titel!

So
20
Jun '10

Noch mehr Hochwertiges

Die Planung für die Unterführung am Südertor wird konkreter. Das Foto in meiner Lieblingstageszeitung soll gemäß der Bildunterschrift einen lichtdurchfluteten Treppenaufgang zeigen.

WAS BITTE IST DARAN LICHTDURCHFLUTET?

Von “hochwertiger” (ja, das Wort wird in Lippstadt genauso inflationär genutzt wie “Leuchttürme” und “Magnete”) Architektur ist wieder die Rede. Zitat: “Für Treppenstufen soll anthrazitfarbiger Granit mit geflammter Oberfläche zum Einsatz kommen. Für Handläufe und Geländer sieht die Detailplanung Edelstahl vor”

WAS BITTE IST DARAN HOCHWERTIG?

Die Rede  ist doch wohl eher von Waschbetontristesse und graffitabweisenden Flächen in fast- schwarz, das Oberlicht über den Treppen erinnert eher an eine Fabrikhalle, der Rest der Optik ist dem ebenbürtig und findet sich in gleicher Art zweimal am Bahnhof (Aufgang zu Gleis 1 und 2/3. Von daher ist es zumindest einheitlich… hässlich.

WER PLANT SO EINEN MIST? UND WER ERZÄHLT, DASS SO ETWAS HOCHWERTIG SEI? UND BIN ICH DER EINZIGE, DER BEI DER BILDUNTERSCHRIFT NICHT SICHER WAR, OB ES SICH BEI DEM GANZEN UM EINEN GESCHMACKLOSEN GAG HANDELT?

Gewerbehallen als Einkaufszentrum, Betontäler als lichtdurchflutete Paläste, was kommt als nächstes? Demnächst wird das ständige Ausfallen der Stadtbeleuchtung als Lichtspiel (v)erklärt.

Do
17
Jun '10

Ersatzleistung

Oh Wunder - das ausgerechnet das Büro RKW den Zuschlag für die Uni bekommen hat, riecht verdächtig nach Kompensation für den Rohrkrepierer am Güterbahnhof. So kommen wieder mal die üblichen Verdächtigen zu ihren Aufträgen: Neben dem Haus- und Hoflieferanten in Sachen Schuhkarton- Einkaufszentren ohne Fassade (namentlich: HLG) ist nun auch oben genanntes Architekturbüro erst einmal mit Aufträgen eingedeckt. Und das, obwohl mir noch die architektonische Kapitulationserklärung eines zuständigen Architekten dieses Hauses zum Thema Stadtattraktivität (”Na ja, ist keine hochwertige Architektur”) in den Ohren klingt. Scheint sich wohl weit und breit keine Kreativität mehr zu finden, so dass man nun auf den ausgesprochen schönen Entwurf des Brot und Butter… - Sorry: Haus- und Hoflieferanten zurückgreifen konnte/musste/sollte/wollte. Oder so ähnlich (Höhn!)

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Fr
28
Mai '10

1800 qm in der Innenstadt

Man glaubt es kaum aber es scheint war zu sein und eben doch zu funktionieren. War nicht gerade genau das eines der Argumente für die großflächige Planung in der Südlichen Altstadt, dass man so große Flächen in der Innenstadt bzw. direkt an der Fussgängerzone nicht realisieren kann? Und es geht doch wie man sieht.

Vielleicht sollten die verantwortlichen Planer noch mal in sich gehen und unter diesem aktuellen Aspekt die Planung am Güterbahnhof durchdenken.

Immerhin ist ein Argument dafür nun hinfällig, denn schließlich hat man uns immer damit gelockt, dass im sogennaten “Leuchturm” sich doch H&M ansiedeln könnte.

Sascha

Do
27
Mai '10

Herzlich Willkommen, H&M!

Heute Vormittag um 11.00 Uhr war es so weit.
Der schwedische Modehersteller Hennes & Mauritz (kurz: H&M) hat heute seine Pforten für die breite Öffentlichkeit geöffnet.
Mehr als 1.800 m² Verkaufsfläche beherbergen nun etliche Kleiderstangen, Regale und Wühltische sowie Anprobe-Kabinen und Kassen.
Diese Verkaufsfläche bedeutet Großstadtniveau, was von H&M eigentlich erst bei Städten ab 100.000 Einwohnern anvisiert wird - Lippstadt hat gerade mal 70.000 Einwohner. Trotzdem hat H&M unsere Lippe-Stadt für eine “Großstadt-Filiale” ausgewählt - welch eine Ehre!

Nachdem gestern schon der Bauzaun-Sichtschutz (mit der Model-Fotowand) abmontiert wurde, konnte man ja schon einen kleinen Blick hinein werfen. Es war noch nicht gefegt und gesaugt, wirkte aber schon sehr ansprechend.

Ich habe mich heute erst gegen 13 Uhr “ins Getümmel” geworfen, einfach nur um mal zu sehen, wie es im alten Amtsgericht / City Centerjetzt aussieht.
Gab es extreme Sonderangebote oder Eröffnungsrabatte? Steht uns der Weltuntergang bevor?
Es war brechend voll! Schlangen vor den Kassen und Schlangen vor den Umkleidekabinen sowie Klamottenstapel auf den Armen der jungen und alten sowie männlichen und weiblichen Kunden verrieten: hier gibt’s was umsonst!
Aber, falsch gedacht. Keine Sonderangebote, keine Eröffnungsrabatte und kein Weltuntergang.
Gab es vorher keine Klamottenläden in Lippstadt? Mussten wir Jahrelang nach Soest oder Paderborn fahren, um uns eine Jeans, einen Pulli oder ein Shirt kaufen zu können? Haben die Lippstädter zu viel (Taschen-)Geld?
Ich weiß es nicht, ich weiß nur, dass aufgrund der heutigen mündlichen Abiturprüfungen viele Klassen der Gymnasien Schulfrei hatten und somit sicherlich einige Schüler unter den ersten Kunden waren.

10 Minuten habe ich für den Rückweg aus der hinteren Ecke des Ladens benötigt, so voll war es.
Am Ende war ich froh, wieder auf der Langen Straße zu stehen und aus dem krassen Gedränge raus zu sein.
Ich habe mir geschworen, dass ich erst 1-2 Wochen verstreichen lasse, bevor ich noch einmal einen Fuß in den Laden setze, denn in 1-2 Wochen wird der große Hype langsam verebben und NORMALE Kundenströme werden das Bekleidungsgeschäft betreten. Dabei lässte es sich dann auch angenehmer shoppen und anprobieren. ;-)

Neuvorstellung

Moin!

Nach langem hin und her habe ich mich heute nun auch dazu entschlossen, hier gelegentlich auch ein bisschen mitzuschnakken und meinen Senf dazu zu geben.

Aus beruflichen Gründen werde ich mich zu Themen aus Verwaltung und Politik (hier aktuell z. B. Güterbahnhof, Südertor, etc.) raushalten.

Ich hoffe, dass sich noch mehr Schreiber finden werden und der Lippstadt-Blog noch lebendiger und “größer” wird. ;-)

Dann werde ich gleich im Anschluss auch meinen ersten “richtigen” Beitrag posten.

In diesem Sinne: Man liest sich!

Ricarda

Do
25
Feb '10

Sonnenallee

Veränderungen im Stadtbild sind ja eigentlich nichts besonderes. Und der hässliche Kasten an der Cappelstraße ist nun wirklich keine Träne wert. Jetzt ist er weg (na ja, fast).
Bevor die freigewordene Parzelle wieder bebaut wird, verschafft die Baulücke zusammen mit dem Eckgrundstück an der Fleischhauerstraße Anwohnern und Passanten ein wesentlich helleres Umfeld. Am Ende wird aus der Cappelstraße noch eine Sonnenallee? Weitere Lücken findet man an der Ecke Spielplatzstraße und, wenn auch nicht direkt an der Cappelstraße gelegen, neben dem Sparkassegebäude. Dort wo einst die Stadtbibliothek war, kann man ja schon seit geraumer Zeit einen Blick auf die schmucken Häuschen werfen, die bis zum Abbruch besagten Gebäudes ein Schattendasein führten.
Die Baulücke zwischen Soest- und Kolpingstraße ist ja nun schon wieder gefüllt, langfristig wird die Sonnenallee in der Wahrnehmung wohl wieder auf die viel zu enge, vielfach “ausgezeichnete” Hauptverkehrskrampfader beschränkt, die zur Güterkauflandbrache führt, wo Christen, Liberale und Bürgerdemokraten und andere Hobbystadtplaner im Sand der frommen Denkungsart herumstochern und auf der Suche nach Konzepten auf Öl stoßen. Oder so ähnlich.
Und wenn sie sich nicht den Sand in den Kopf gesteckt haben, dann bohren sie bis aufs Zahnfleisch.

Sa
6
Feb '10

Kyrill Sturmschäden

Da stand in der letzten Woche in der Tageszeitung doch tatsächlich, man solle Gerüchten nicht glauben, unser Stadtoberhaupt zum Ende der Legislaturperiode suche sein Heil in der Flucht; er habe jedoch keinen Spaß daran, sieben Säcke Flöhe zu hüten. Wem seine eigene Partei auf der Nase herumtanzt, darf sich bei Fraktionsvermehrungen nicht ärgern. Ich persönlich glaube nicht an Gerüchte, eher schon an fromme Wünsche.

Gut drauf achten: Das Gutachten

Interessante Hypothese, die der Gutachter von der GMA da aufstellt: 14% Kaufkraft wandern aus Lippstadt ab (wohin eigentlich?), daher sollte man schnellstens 17.000m² an zusätzlicher Einzelhandelsfläche schaffen, um diesen Verlust zu kompensieren. Natürlich stimmt es, dass man bei einer prozentualen Berechnung zusätzliche Kaufkraft in Lippstadt generiert, aber warum lässt man die 14% abwandern, ohne sich mal zu fragen, wie man dieses Problem lösen könnte? Wenn ich mir einige Erfahrungen im Lippstädter Einzelhandel in Erinnerung rufe, bin ich zumindest froh, dass ich als Eingeborener Alternativen mit ansprechendem Service und guter Sortimentierung innerhalb der Stadtgrenzen kenne. Übrigens handelt es sich dabei meist nicht um die “Großen Namen”, die wir ja auch, wenn auch nicht im gleichen Maße wie Soest oder Städte des Ruhrgebiets, in unserer Stadt finden, sondern um die kleinen Betriebe, die den Servicegedanken noch ausleben.
Jedenfalls leuchtet mir nicht ein, warum wir die Einzelhandelsfläche Lippstadts mal eben um wahnwitzige 17.000m² aufstocken sollen. Allerdings ist der zweckdienliche Ansatz dieser Empfehlung ein paar Zeilen später ersichtlich: Dort wird nämlich klargestellt, dass die Innenstadt diese Flächen nur am Güterbahnhof freisetzen kann. Und damit niemand auf die Idee käme, das Südertor wäre eine Alternative, wird dieses schon mal ohne weitere Begründung ausgeschlossen und als Zusatzoption ohne großes Potential deklariert.
Meiner Meinung nach handelt es sich bei der GMA- Nummer um ein Gefälligkeitsgutachten, welches wichtige Einflüsse (Internet, Bevölkerungsstruktur) und strukturelle Tatsachen (Distanz Bernhardbrunnen/Südertor und Distanz Bernhardbrunnen/Güterbahnhof) ignoriert. Einigermaßen intelligente Zeitgenossen würden wohl zu dem Ergebnis kommen, dass man vielleicht eher die Probleme des Leerstands (Miet/Pachthöhe in 1a und 1b Lagen!!!), die Organisation der Einzelhändler (Zusammenarbeit und stringentes Marketing zum Wohle Aller und nicht auf Kosten Einzelner) und die Überarbeitung der Sortiments-, Verkaufsraum- und Servicekonzeption (Drecksladen ohne Auswahl mit unfreundlichem Verkaufspersonal) forcieren sollte, anstatt teure Gutachten zweifelhafter Sachlichkeit in Auftrag zu geben. Nur weil das Güterbahnhofsprojekt nun auf die Zielgerade des Orkus einschwenkt muss sich die Stadt nicht blindem Aktionismus unter dem Leitmotiv “Seht! Wir haben es immer gewusst!” ergehen. Die Gretchenfrage lautet immer noch: Wie soll ein Supermarkt mit 5.000m² den Kaufkraftverlust in Lippstadt verringern und Käufer aus dem Umland nach Lippstadt locken? Gibt es im näheren Umkreis etwa keine Tiefkühlkost zu kaufen?

Sa
30
Jan '10

Kaufland kommt nicht*

Kaufland kommt nicht*? Kaufland kommt nicht*! K.a.u.f.l.a.n.d. k.o.m.m.t. n.i.c.h.t.*. Soll ich es nochmal sagen? KAUFLAND KOMMT NICHT!*

Die nächste Etappe der Selbstauflösung der Investorenpläne ist damit eingeläutet, das Projekt bereits angezählt. Und wenn ich heute Aussagen sinngemäß wie “das Projekt ist längst nicht beerdigt” höre, krame ich eine alte Tageszeitung hervor, in der ich vor nicht allzu langer Zeit sinngemäß lesen durfte “Kaufland kommt in jedem Fall”. Mal sehen, wann die nächste Aussage revidiert wird. Ganz besonders gelungen fand ich den Schlusssatz unseres Primes Inter Pares: “Das ist Sache der Investoren”.  Wenigstens kann die Stadt also nichts dafür; man hat den Investor ja sorgfältig ausgewählt. Vermutlich ist dieser demnächst über alle Berge und das Projekt geht eben diesen herunter.

Ist zwar noch zu früh, um die Champagnerflasche zu entkorken, aber ich habe sie schon mal in Griffweite platziert…

*an den Güterbahnhof

Fr
29
Jan '10

also doch…

“Pressemitteilung von Freitag, 29. Januar 2010
Stadt Lippstadt
Kaufland und HLG beenden Zusammenarbeit beim Projekt Güterbahnhof

Lippstadt. Die Firma Kaufland wird kein SB-Warenhaus auf dem Güterbahnhofsgelände in Lippstadt errichten. Dies teilte heute der Investor für das Projekt Güterbahnhof, die HLG aus Münster, gegenüber der Stadt mit.
Die Geschäftsführung von Kaufland habe der HLG schriftlich mitgeteilt, dass sie von den Plänen, einen Einkaufsmarkt mit ca. 5.000 qm Verkaufsfläche am Güterbahnhof zu errichten, Abstand nehme.
Entgegen anderer Äußerungen aus der Vergangenheit will sich Kaufland jetzt doch nur auf einen Standort in Lippstadt konzentrieren. Wie bereits gemeldet, wird Kaufland im Laufe des Jahres in der Erwitter Straße den bisherigen HIT-Markt übernehmen, umbauen und als Kaufland neu eröffnen.
Nach Aussage des HLG-Geschäftsführers Dirk Brockmann eröffnen sich durch die neue Situation Möglichkeiten für andere Lebensmittel-Anbieter, die bereits in der Vergangenheit Interesse am Standort bekundet hätten. Der Investor geht allerdings davon aus, dass sich die Verkaufsfläche durch einen anderen Anbieter verkleinern könnte. Wichtig sei aber weiterhin, „dass neben dem gesetzten Elektromarkt auch ein echter weiterer Ankermieter vorhanden ist.“
Aus Sicht der Stadt Lippstadt könnten eine kleinere Verkaufsfläche und die damit verbundene Verringerung der PKW-Stellplätze einige Problembereiche deutlich entschärfen. So wirke sich das geringere Bauvolumen positiv auf die städtebauliche Entwicklung aus. Möglicherweise könne sogar auf eine Parkebene verzichtet werden, was von Vorteil im Hinblick auf die Lärmproblematik wäre.
HLG-Geschäftsführer Brockmann sieht die Realisierung des Gesamtprojektes weiterhin als gesichert an: „Die wesentliche Grundlage für die Realisierung des Projektes hat die Stadt Lippstadt bereits Ende vergangenen Jahres per Ratsbeschluss geschaffen: Die Stadt hat die notwendigen Bahnflächen des Güterbahnhofs erworben und die Förderung des Landes für die Erschließung steht.“

Fr
15
Jan '10

Totenfeier im Stadttheater

… finde ich gut, dass das Stadttheater jetzt auch nichtöffentlichen Einrichtungen für Gedenkfeiern bereitgestellt wird. War ja nicht immer so.

Wenn ich diesen Post nicht überlege, wünsche ich mir auch eine Gedenkfeier. Und da sicherlich alle, die mich nicht leiden können, kommen um zu feiern, sollte es dann schon das Stadttheater sein. Ich würde aber auch den Marktplatz nehmen.

So
10
Jan '10

Crisis? What Crisis!

Ich melde mich hier aus meinem Wohnzimmer wo meine Katze und ich seit Stunden mit Kerzen und Taschenlampen versuchen, das Wort „Hilfe“ in den Himmel zu schreiben. Die Situation ist außer Kontrolle, seit mehr als 12 Stunden habe ich keine Zigaretten mehr und traue mich aufgrund der behördlichen Warnungen nicht mehr nach draußen. Da die Stadtstraßen im Gegensatz zu den Autobahnen nicht geräumt werden, soll man die Innenstädte meiden und auf die Autobahnen ausweichen (O- Ton WDR), ich weiß aber nicht, wie ich zu Fuß von hier zur A44 komme und wo da der nächste Kippenautomat ist. HILFE!

Und dann ist da diese Ungewissheit. Mein weiß gar nicht, wie schlimm es noch kommt. In Grömitz ist die B516 gesperrt, auf Rügen liegen 20cm Neuschnee, am Timmendorfer Strand Windstärke 10 und in Lübeck ist ein Deich gebrochen. Die Bahn ist unpünktlich und auf Fehmarn ist eine Stunde der Strom ausgefallen. Was kommt als nächstes? Am Ende muss ich noch unsere Kanzlerin ertragen, die in einer Notansprache an das deutsche Volk zu einer gemeinsamen Lösung auffordert… Glaubt mir, es geht zu Ende. Damit wird keine Zivilisation fertig. Ein einziger Schneesturm, ein paar bescheuerte Amtsschimmel, ein Haufen unverantwortlicher Pressefritzen und eine Horde vernunftbegabter Individuen, die den Blödsinn glaubt, fertig ist die Apokalypse für den Hypochonder mit Niveau.

… Ich gehe jetzt Kippen kaufen, mein Kater will nicht mitkommen; ihm ist es draußen zu langweilig.

Fr
8
Jan '10

PANIK! Daisy kommt!

Der angekündigte Schneesturm wurde in den Medien zum arktischen Orkan hochstilisiert und prompt gerät auch der besonnene Lippstädter in freudige Panik und deckt sich für die nächsten drei Monate mit Vorräten ein. Jedenfalls hat das Gänseblümchen „Daisy“ dem Einzelhandel heute ein unverhofftes Plus beschert: Neben Lebensmitteln gingen auch Kerzen und Batterien wie warme Semmeln.

Überhaupt reden im Moment alle (insbesondere in der Glotze) viel zu oft vom Wetter. Der Winter sei so streng und hart und das Chaos so enorm. Mal abgesehen von der Deutschen Bahn, die nun das Wetter für die Konsequenzen ihrer Sparmaßnahme in Verantwortung nimmt, kann ich nicht wirklich den Unterschied zu vergangenen Wintern erkennen; Die Zahl der Unvernünftigen, die mit Sommerreifen über die Straßen schleudern nimmt eher ab, mein Wasseranschluss in der Küche ist dieses Jahr erst einmal eingefroren und die Rüsselseuche ist dieses Jahr auch nicht weiter verbreitet als sonst. Wenn die RWE ihre Strommasten festzurrt und die Damen die warmen Leggins anziehen wird schon nicht so viel schiefgehen. Im schlimmsten Falle spielen wir bei Kerzenschein Mensch- ärgere- dich- nicht und verzichten ein paar Tage auf TV und Internet. So what?

Fr
11
Dez '09

Gelbe Säcke aus China (Deswegen Gelb?)

Zeitungsbericht vs. Realität. Aus der heutigen Ausgabe der Heimatzeitung habe ich folgende Aussagen der ARGE entnommen:

…seit Vertragsbeginn im Januar 2008… Donnerwetter: fast zwei Jahre lang waren die Plastiksäcke verfügbar. Eine unglaubliche Leistung. Nach solch erfolgreicher Mission kann man auch nachsehen, dass es nun einen Engpass gab. Eine tolle Leistung!

… die Produzenten der gelben Säcke sind Schuld… Nin, wer den Plastikmüll in China bestellt, weil es da billig ist muss auch einkalkulieren, dass die Lieferungen mal auf ihrem Weg rund um den Globus irgendwo hängen bleiben können. So etwas ist die Folge einer überzogenen Spartaktik. Die Chinesen können nichts dafür.

…Unter Umweltschutzaspekten sei ein derartiger Mehrverbrauch nicht akzeptabel… Unter Umweltaspekten ist der gelbe Sack nicht akzeptabel. Abgesehen davon, dass das ganze Duale System unter dem Signet der Umweltfreundlichkeit weniger dieser sondern eher der Entsorgungsindustrie nützt, kann eine Einwegverpackung wohl kaum umweltfreundlich sein. Eine gelbe Tonne wäre unter Umweltaspekten die einzig sinnvolle Option. Oder man nimmt dickere Säcke und spart dadurch in der Anzahl der Säcke den Materialzuschuss wieder ein.

…Die Qualitäten seien vom Dualen System Deutschland vorgegeben… Ein Anruf bei der DSD bestätigte lediglich, dass die vorgeschriebene MINDESTwandstärke bei 15µm liegen muss. Eine Vorgabe für die maximale Materialstärke von Wertstoffsäcken gibt es definitiv nicht. Die Entsorgungsfirmen könnten auch dickere Säcke anbieten, das wurde mir ausdrücklich bestätigt. Ob Herr Gerwin an der falschen Stelle gefragt hat, nicht richtig lesen kann oder die Tatsachen etwas an sein Argumentationsziel anpassen wollte, mag jeder für sich selbst entscheiden.Übrigens werde ich mir in den nächsten Tagen mal einen Durchlaufkondensator und zwei Elektroden besorgen und die Dicke der Folien nachmessen. Mal sehen was dabei herauskommt.