Hoppla, wir bekommen ja Geld!

Mit diesem Satz wollen uns die amtierenden Stadtregenten anscheinend an der Nase herumführen. Und zwar so: Wenn die Stadt für den geplanten Megabau in der südlichen Altstadt Fördermittel vom Land beantragen will (die im hohen siebenstelligen Bereich liegen), dann muss sie bis Ende Oktober einen Grundsatzbeschluss vorlegen.

[ Zukunftsbild „südliche Altstadt“ ]

Von diesem Geld – und der entsprechenden Frist – hat man sicher seit Beginn des Projektes gewusst. Doch als müsste man sich als Schutz gegen die Bürger und gegen einen ganz normalen demokratischen Prozess ein Ass in den Ärmel stecken, wurde dieser Umstand in der Diskussion bislang verschwiegen. Und genau so kommt mir das auch vor: Wie der Versuch, beim Pokern zu mogeln.

Die Städtebauer mögen sich denken „Unser Vorgehen ist zwar ziemlich durchsichtig, aber was soll’s: wir brauchen die Kohle ja unbedingt.“

Stimmt wahrscheinlich. Aber wisst Ihr, was wir nicht unbedingt brauchen? Die aktuelle Sitzeverteilung im Stadtrat. Die können wir immerhin noch ein wenig beeinflussen. Also, wir sehen uns bei der nächsten Wahl.

Via annalog und Patriot.

4 Gedanken zu „Hoppla, wir bekommen ja Geld!

  1. Patrick

    Was soll man dazu sagen? Lippstadt live halt 😉 Ich bezweifle allerdings stark, dass sich etwas an dieser Situation was ändern würde wenn die Sitzeverteilung eine andere wäre…

  2. Andreas Knepper Artikelautor

    Hallo Patrick! Ganz so leicht hinnehmen mag ich die Situation nicht. Ein so offensichtlicher Versuch, gute Einwände oder auch nur konstruktive Vorschläge zu unterbinden, macht mich sauer.

    Und eine Möglichkeit, das zu zeigen (OK, es ist die bequemste, weil man sich dafür nur einmal Sonntags aus dem Sessel schälen muss), ist der Gang zur Wahlurne.

    Demokratische Entscheidungen sind immer ein Kompromiss, im Idealfall einer aus den besten Ideen aller Beteiligten. Hier hat jemand anscheinend die Chance auf diesen Kompromiss vorsätzlich boykottiert.


    Es ist kein Geheimnis, dass es gegen die Gutachten und das Vorhaben der Stadt im Fall „Südliche Altstadt“ ernstzunehmende und m.E. begründete Zweifel gibt – von Bürgern, Initiativen, betroffenen hausbesitzern und der Lippstädter Wirtschaft. Es geht also nicht darum, dass einige in der 70ern hängengebliebene Schmalspurlinksaktivisten verstaubte Parolen brüllen – es geht um das Interesse eines guten Teils der Bevölkerung, das untergraben wird.

    Und es ist wohl auch nicht das erste Mal, dass solche Mittel angewendet wurden. Guckst Du hier:

    http://hartmut-befeldt.de/2007/05/07/lippstadt-braucht-nachhilfe-in-sachen-demokratischer-kultur/

    P.S.: Hey, nix gegen Lippstadt live! Das ist ne super Seite ;o)

  3. Patrick

    Ja stimmt die Seite ist klasse (ist ja auch von euch *schleim*)
    Und das die Zweifel am Projekt südliche Altstadt begründet sind, ist offensichtlich und ich sehe das da genau so wie du und viele andere Lippstädter. Aber hey es sind ja irgendwann mal wieder Wahlen und damit die Parteien zeigen können das sie unsere Stadt mit so einem Zweckbau aufgewertet haben, muss eben alles überstürzt abgehandelt werden…Ich persönlich hätte den anderen Planungsentwurf mit der kleinteiligen Bebauung sehr gut gefunden, zum einen weil das Stadtbild unangetastet bleibt und hier wirklich von einer Aufwertung, des doch etwas unansehlichen Südens der Altstadt stattgefunden hätte, und weil zum anderen bei dieser Methode die Gefahr einer noch schlimmeren Verödung der Innenstadt ausgeblieben wäre. Und wer mir jetzt mit „Wir brauchen großflächige Geschäftsflächen für Magneten in Innenstadtnähe“, der soll mir erklären warum das ehemalige Papenbreer Haus in 4 Ladenlokale aufgeteilt worden ist…

  4. anna

    mich ärgert diese selbstherrliche ignoranz der „entscheidungsträger“. angesichts der gesamten entwicklung habe ich den eindruck, dass es nie um eine wirkliche bürgerbeteiligung ging. im stillen kämmerlein waren die pläne längst abgesegnet. und der versuch nun über einen angeblichen finanziellen druck die bürger mal wieder mundtot zu machen, ist so durchsichtig wie diese häßlichen oranganza-vorhänge.

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