Ein paar Fragen an … Paul Cibis

Ihr habt Euch sicher auch schon häufiger gefragt, wie wohl so das Leben eines Konzertpianisten ist, oder? Sisste, wusstich! Mensch, warum habt Ihr das nicht mal früher gesagt. Für sowas haben wir doch Paul Cibis! Der Lehrer am Trinity College of Music in London und Konzertpianist ist in Lippstadt geboren und hat mir trotz Stress und chinesischer Internethindernisse (Er hat u.a. kürzlich beim Festival „Fringe Schanghai“ gespielt) freundlicherweise ein paar Fragen beantwortet.

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Zur Einstimmung:

Paul Cibis – Videobeispiel
Paul Cibis – Audiobeispiele

Paul Cibis
Quelle: paulcibis.com
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Lippstadt-Blog:
Herr Cibis, wie sieht der Job eines Konzertpianisten aus? Ist es so, wie man sich das vorstellt – das ganze Jahr in Hotels unterwegs, nach den Konzerten leckere Buffets plündern und nie schwer tragen müssen, eben wegen der wertvollen Hände?

Paul Cibis:
Schön wäre es! In Hotels übernachte ich zwar schon hin und wieder, aber das mit den Buffets stimmt leider überhaupt nicht. Nein – im Ernst – das ist leider ein viel zu romantisches Bild vom Leben als Musiker. Richtig ist in meinem Falle, dass ich sehr viel unterwegs bin. Ich wohne mittlerweile wieder in Berlin, arbeite und unterrichte aber weiterhin in London, und konzertiere darüber hinaus mehrmals im Jahr in Asien. Das klingt sehr nach Jetset und so einige Flüge kommen da im Jahr auch zusammen, aber so aufregend wie es klingt, ist das nicht. Wenn ich unterwegs bin, mache ich ja keinen Urlaub! Als ein Ein-Mann-Unternehmen, das die Abteilungen Produktion, Vertrieb, Marketing, Forschung usw. in einer Person vereinen muss, verbringe ich oft mehr als die Hälfte meiner Arbeitszeit am Computer und nicht am Klavier – unabhängig davon, wo ich bin.

Lippstadt-Blog:
Apropos Hände: Kann man sich sowas eigentlich versichern lassen?

Paul Cibis:
Das geht sicherlich, aber da kenne ich mich nicht aus, meine Hände sind nicht speziell versichert. Im Alltag spielt es für mich auch kaum eine Rolle, dass ich Pianist bin. Wissen Sie, ich weiß von einem recht berühmten Pianisten der älteren Generation, dass er sich nicht einmal sein Frühstücksbrot selber schmiert, da er unter keinen Umständen ein Messer in die Hand nehmen würde! Das halte ich dann doch für übertrieben. Ich spiele zwar zum Beispiel nicht aktiv im Volleyball-Verein mit und würde mich auch bei einigen Kampfsportarten eher zurückhalten, aber anderen Sport treibe ich deswegen nicht weniger. Und meine Koffer trage ich leider auch immer selbst!

Lippstadt-Blog:
Ihr Hauptaufenthaltsort ist London, Sie reisen zudem oft nach Asien. Sind Sie froh, der schnuckeligen Kleinstadt entkommen zu sein?

Paul Cibis:
Ich bin sehr froh, so vieles schon gesehen und erlebt zu haben. Natürlich wollte ich nach dem Abi aus Lippstadt so schnell wie möglich und so weit wie möglich weg. Nicht deswegen, weil es mir zu klein oder zu “schnuckelig” gewesen ist, sondern da ich andere Gegenden, Städte und Lebensweisen kennenlernen wollte. Hinzu kamen natürlich die beruflichen Gründe. Ich wollte Musik an einer Hochschule studieren und dann meinen Weg als freischaffender Künstler bestreiten. Ersteres ging nun mal in Lippstadt nicht, letzteres hingegen ginge dort ja immer noch!

Lippstadt-Blog:
Gibt es die Gelegenheit, Sie mal live zu sehen? Treten Sie zufällig irgendwann mal in der Nähe auf?

Paul Cibis:
Zufällig tritt man ja eigentlich nirgendwo auf. Ich würde mich aber sehr freuen, wieder einmal in Lippstadt oder in der Nähe von Lippstadt zu konzertieren und werde diese Idee an meine “Vertriebsabteilung” weiterleiten. Über Anregungen seitens Ihrer Leser würde ich mich sehr freuen. Schreiben Sie mir einfach via meiner Webseite www.paulcibis.com!