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Di
17
Aug '10

Noch so’n Ding

Mit welchem Maß wird hier eigentlich gemessen? Der eine darf machen was er will, der andere wird gepiesackt wo es geht: Als ob es hier wirklich um Stellflächen und Vorschriften geht. Der Investor für das “weiße Haus” (http://weisseshaus-lippstadt.de) hat sogar angeboten, ein Parkhaus (Hallo! Ein ganzes Parkhaus!) in der Kolpingstraße zu bauen, wenn er damit die notwendigen Stellplätze für sein Bauvorhaben nachweisen kann. Da hat er leider die Rechnung ohne die Stadt gemacht: Die ist der Meinung, dass diese Idee nicht mit den Vorschriften konform ist und hat den Antrag flugs abgeschmettert.
Derweil tut sich unser Bürgermeister wieder mal mit seltsamen Aussagen hervor: “[Eine Bebauung in der Altstadt] hat eine andere Qualität” – Ja, geht’s noch? Jetzt wird hier plötzlich über Qualität geredet? Davoud Shahrokhshahi hat wohl eher nicht die notwendige Lobby, vielleicht liegt es auch daran, dass er einen fremdartig klingenden Namen hat? Am Entwurf kann es jedenfalls nicht liegen; der sieht im Vergleich zu den architektonischen Missgeburten entlang der Cappelstraße aus, als käme er aus einem richtigen Architekturbüro. Selbst die Befürchtung, die Fleischhauerstraße könnte durch die Dimensionen des Gebäudes erschlagen werden, ist unbegründet, weil richtig geplant wurde: Das Gebäude verkleinert sich von der Straßenecke bis zum angrenzenden Fachwerkhaus, so dass ein Übergang geschaffen wird.
Das die Stadt weiter gebetsmühlenartig wiederholt, man bemühe sich um eine Lösung, ist tolldreist. Da gibt es einen Wirtschaftsförderer, der mal behauptet hat, man könne froh sein, wenn sich ein Investor für Lippstadt interessiere. Ich würde eher eine Therapie für solche Masochisten vorschlagen…

Anmerkung: Bericht wurde vom Autor überarbeitet um einige Formulierungen abzuschwächen, da diese der Sache nicht dienlich sind.

Dieser Eintrag wurde verfasst am Dienstag, 17. August 2010 um 23:04 und in der Kategorie Allgemeines und Sonstiges abgelegt. Antworten auf diesen Beitrag kannst du mit dem RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst außerdem einen Kommentar abgeben oder einen Trackback von deinem Blog senden.

5 Kommentare »

5 Kommentare zu “Noch so’n Ding”

  1. Ralf meint:

    haha! der beitrag gefällt mir und ist sehr richtig.

  2. Carsten Korte meint:

    Eigentlich wollte ich mich ja hier nicht mehr äußern, aber diesmal muss ich dir absolut recht geben und nun muss ich auch mal meckern. Das was da gerade geschieht ist absolut bescheuert und es werden fadenscheinliche Gründe angegeben. Ich denke, dass jeder, der da ein Haus bauen will, keine geeigneten Stellflächen bieten kann. Das soll wohl heißen, dass die Brachfläche so bleiben wird…

    Das “weiße Haus” hätt sich da super gemacht, zumal endlich eine Lücke geschlossen wär…

  3. Norman meint:

    Besonders interessant wird es auch, wenn man mal betrachtet, wer denn dieser Herr Shahrokhshahi ist…

    Er ist Geschäftsführer einer Rüthener Firma genannt BöSha (www.boesha.de), was ansich erstmal nicht so interessant wirkt. Sieht man sich die Produkte dieser Firma an, bemerkt man schnell, dass es sich um eine direkte Konkurrenz zur Lippstädter Hella handelt – beide Firmen sind (u.a.) Anbieter moderner LED-Straßenbeleuchtungen!

    Gegründet wurde diese Firma übrigens sogar in Lippstadt, man ging jedoch relativ schnell nach Rüthen, welch ein „Zufall“…!?

    Hat die Hella etwa etwas damit zu tun? Also sowohl mit dem damaligen Umzug der Firma weg von Lippstadt, als auch der Verzögerungs-/Verdrängungstaktik der lokalen Politiker auf das „Weiße Haus“ bezogen.
    Mir persönlich scheint das nicht allzu unwahrscheinlich…

  4. Sven meint:

    Das sich das weiße Haus sehr gut in unsere Stadt gemacht hätte ist wohl unstrittig. Wenngleich ja nun wahrscheinlich unbewiesen bleiben wird, dass der Entwurf auch tatsächlich so verwirklicht worden wäre.
    Sehr schade – etwas Großstadtflair hätte nicht geschadet.

  5. Gaby meint:

    Da liest man doch im gestrigen Patrioten, dass sich das Thema “weiße” Haus für Herrn Shahrokhshahi erledigt habe … sehr schade!

    Jedes neu zu errichtende Gebäude (selbst Privathäuser muss mind. einen haben) benötigt eine gewisse Anzahl von Stellflächen … schon klar! Und das Herr Shahrokhshahi sogar ein Parkhaus errichten wollte, was will die Stadt Lippstadt eigentlich noch mehr???
    Aber wie sieht es denn mit der INI aus, die auf der gegenüberliegenden Seite gerade am Bauen ist (für die war die Baugennehmigung wohl kein Problem)? Wo sind deren benötigten Stellplätze? Sind hier überhaupt welche vorhanden? Man wird sehen …
    Als Wahl-Lippstädter habe ich wohl eher das Gefühl, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird … hat für mich irgendwie den Touch der “Vetternwirtschaft”.

    Frei nach dem Motto: “Wir machen dies schon seit 30 Jahren so, bloß keine Neuerungen/Modernisierungen”.

    Auch ich hätte mir ein bißchen mehr Großstadt-Flair gewünscht …

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