Der Türsteher als Universal-Prellbock

Ich weiß, dass Türsteher genau da Puffer spielen, wo es gelegentlich brenzlig wird. Ich weiß auch, dass man in dem Job gerne mal viel zu schnell von irgendwelchen Vollidioten Menschen angezeigt wird. Mit Vorliebe von denen, die sich beim besoffen im großen Stil Daneben benehmen empfindlich gestört fühlen. Wenn es sich dabei um Männer handelt (was es meist tut) und Frauen zum Imponieren in der Nähe sind (und das sind sie immer), kommt so ein Türsteher als dominantes Quasi-Alphamännchen mit seinen deutlich besseren Kampf-Skills denkbar ungelegen. Also macht man das, was man als Deutscher besonders gut kann: „Ey lass mich los, oder ich zeich dich an.“ Deshalb finde ich es überhaupt nicht unnatürlich, dass Türsteher der Polizei hin und wieder „bestens bekannt“ sind. Bringt die Sache leider mit sich.

Was sich diese Firma hier leistet, ist allerdings jenseits von Gut und Böse.


Es schadet denen, die eigentlich (gelegentlich auch vor sich selbst) beschützt werden sollen. Und das rückt die Kunden in ein schlechtes Licht (Die Lippstädter Disco Flash kann sich sicher Lustigeres vorstellen als in diesem Zusammenhang unschulderweise genannt zu werden). Am Ende schadet sich das Unternehmen selbst. 17-Jährige einfach in der Kälte liegen lassen, aber vorher noch fein die Kohle abziehen, HALLO!? Die Geldbörse zückt man höchstens, um die Eltern des minderjährigen Herren aus den Federn zu klingeln. Eine starke Unterkühlung zulassen und Schlimmeres in Kauf nehmen, das hat nix mit „Sicherheit“ zu tun.

Deshalb finde ich den Titel „Türsteher mit Vergangenheit“ des Westen-Artikels höchst unpassend. Türsteher sind nicht per se die schlimmen Jungs, die gerne draufhauen: Eine „Vergangenheit“ bekommt man in dem Beruf auch ohne großes Zutun und trotzdem man seinen Job gut macht.