Meine wundersame Wandlung zum Exilblogger oder wie ich ganz zum Schluss meinen bislang längsten Blogartikel-Titel schrieb

Machiavelli soll einst, als ihn der Priester auf dem Sterbebett anhielt, dem Teufel und dessen Lehren abzuschwören, gesagt haben: „Dies, Monsignore, ist nicht die Zeit, sich neue Feinde zu machen.“

Auch ich werde nichts abschwören, schon gar nicht dem Bloggen. Nur im Lippstadt-Blog werde nicht weiter mitschreiben.

Seit ziemlich genau einem Jahr (und ein paar Tagen) hat meine Schreibfrequenz hier stetig nachgelassen. Und das hat einen besonderen Grund, den ich nicht ganz ausführen kann, ohne Leuten zu schaden, die mir am Herzen liegen, oder die ich zumindest nicht verletzten will.
Also muss ich es vorsichtig ausdrücken: Ich kann nicht mehr einfach so über alles schreiben, worüber ich gerne schreiben würde. Das hat sich zunächst nicht so bemerkbar gemacht. Aber mit der Zeit wuchs mein Frust darüber, dass einige „heiße Eisen“ (nein, nicht diese dubiose Jazzmeute) einfach liegen blieben und langsam auskühlten, ohne ihnen hier ein entsprechendes Forum gegeben zu haben.

Einzig und allein über Heile-Welt-Themen wollte ich dann aber auch nicht schreiben, denn dafür haben sich ja genügend andere Orte etabliert. Ich ziehe also die Konsequenzen und bedanke mich ganz, ganz herzlich für die vielen tollen Kommentare, die lustigen, verzwickten, ab und zu verbissenen, aber am Ende doch immer Spaß bringenden Diskussionen. Bei allen, die sich daran beteiligt haben. Ich habe Mailkontakt zu vielen spannenden Menschen bekommen und durfte einige davon sogar persönlich kennen lernen. Genau das ist es, was meine Freude an diesem Blog immer ausgemacht hat.

Das muss natürlich nicht heißen, dass Lippstadt-Blog stirbt! Denn ich sage es gerne noch ein (und wahrscheinlich zum letzten) Mal: Meldet euch an und bloggt drauf los! Findet spannende Themen zu Lippstadt und Umgebung und schreibt sie hier rein! Sagt, was ihr gut findet, was euch auf den Senkel geht, was euch überrascht. Genau dazu ist dieses Mitmach-Projekt ja auch gedacht!

Und wer auch demnächst etwas von mir lesen mag, der ist herzlichst eingeladen sich das schnuckelige kleine Blog von meiner Freundin und mir in den RSS-Reader zu holen.

5 Gedanken zu „Meine wundersame Wandlung zum Exilblogger oder wie ich ganz zum Schluss meinen bislang längsten Blogartikel-Titel schrieb

  1. Alfons

    Etwas geheimnisvoll aber verständlich und in jedem Fall sehr bedauerlich dass DER Blogger diese Stätte verlässt. Alles Gute für die Zukunft -ob im nordöstlichen Südwestfalen oder OWL!

  2. Tinchen

    Bye, bye, Andreas! Es gehörte zu meinem täglichen Ritual bei Lippstadt-Blog rein zu schauen um Deine Artikel zu lesen. Wie soll ich denn jetzt wissen, was in Lippstadt so abgeht?? Danke für 2,5 Jahre Lustiges, Politisches, Kulturelles und Absurdes aus Lippstadt. 🙂

  3. Felix

    Wirklich schade, schliesslich lebte dieser Blog bis dato ja fast nur von Deinen Einträgen. Fürchte fast, dass wenn sich kein „würdiger“ Nachfolger findet, diese Seite deutlich uninteressanter werden wird.

    Aber in jedem Fall schliesse ich mich an: Besten Dank, war immer nett mit Dir! 😉

  4. Andreas Knepper Artikelautor

    Wow, vielen Dank für eure lieben Wünsche! Das hat mich wirklich sehr gefreut (Nein, ich werde jetzt nicht heulen, könnter euch vonne Backe putzen 🙂

    In meiner neuen Blogheimat wurde ich übrigens bereits wärmstens empfangen: Kaum bloggste in Bielefeld, wirste da von der heimischen Presse verlinkt: http://blog.nw-news.de/blogspot/?p=1066

    Das ist mir hier in 2,5 Jahren nicht passiert (um es mal sehr, sehr gelinde auszudrücken).

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