Lippstadt-Blog: Das Weblog von Lippstadtern für Lippstadter

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Mo
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Jul '07

Die Schrankenjungs, ein Nachtrag

Ich weiß garnicht, ob Dedinghausen bei Zugdurchfahrten jetzt wieder mechanisch abgesperrt wird, aber gerade fällt mir der Hinweis eines netten Kollegen ins Postfach: Es gibt noch mehr davon (und Spiegel Online betreibt anscheinend Themenklau beim Münchner Merkur, siehe jeweiliges Erstelldatum).

Man muss tatsächlich eine 2-wöchige Ausbildung absolvieren, bevor man “Bahnübergangsposten” werden darf! Glaubt Ihr nicht? Ist aber so! Guckst Du hier (PDF-Datei). Und die Bahn ist keineswegs immer der Arbeitgeber. Wer den, äh… Beruf bei Google eingibt, findet jede Menge Stellenanzeigen verschiedener Firmen und Institutionen.

Übrigens: Hier der Link zum Hintergrund der Story.

Andreas

NACHTRAG ZUM NACHTRAG:
Wie bei meinem ersten Eintrag auch habe ich mich bei “Dedinghausen Aktuell” nach der aktuellen Situation erkundigt (an dieser Stelle vielen Dank für die wieer mal schnelle Antwort). Und die sieht aus wie folgt:
Während die Bahn gelassen den Dezember 2007 als grobes Fertigstellungsdatum für die Schranken angibt, sind in der Zwischenzeit wieder unglaubliche Dinge passiert, die das Dorfblatt mittlerweile in einer eigenen Rubrik “Grusel am Kusel” zusammenfasst (”Am Kusel” ist die Straße, an der die Bahnschranken stehen). Zum Beispiel sollen sich die Schrankenjungs fröhlich den Pizzawagen mit ihrer Lieferung “mal eben schnell” über die Schranken gewunken haben, obwohl die Flatterbänder eigentlich schon gezückt waren - tja, der Hunger eben. Ein anderer Dedinghausener berichtet von einem PKW, der noch Glück hatte, nicht von einem durchrauschenden ICE erfasst zu werden - weil die Herrschaften am flatternden Band nicht aufgepasst haben.

Was soll ich dazu sagen? Würden die “BÜPs” jedesmal rechtzeitig “flattern” und sich keine Extrawürste erlauben, wäre ja alles in Butter. Tun sie aber nicht. Insofern ist die Bahn verantwortlich für die Vollpfosten, die sie einstellt (oder einstellen lässt).

Manchmal beginnt das menschliche Versagen eben schon lange vor der Handlung …

Krieg und Spiele

Ich war nur kurz da, am letzten Tag und das auch noch viel zu spät. Eine Bewertung des Mittelaltermarktes “bellum et circensem” meinserseits wäre daher etwas unfair (zumal ich seit letztem Jahr absoluter Fan des Mittelalterfestes auf der Sparrenburg bin).

Das überlasse ich einfach mal Johanna, die liefert nämlich direkt ein paar Fotos mit. (Nachtrag: Der Patriot vergleicht den Event mit der Tour de France und jammert daher “Alten Zeiten” hinterher. Auch ne Ansicht…)

Das Wenige, das ich gesehen habe, waren viele kleine, liebevoll arrangierte Stände, Darbietungen wie Bogenschießen, Schwertkampf und besoffene Ritter, die lauthals Mittelaltersongs schmetterten. Obwohl es schon so leer war: Die Stimmung konnte man immer noch spüren. Ein wenig gestört haben die mittelalterlichen Zigarettenraucher mit Filter *räusper* und die Moderation des Bogenschieß-Wettbewerbs, die in klarem Neuzeit-Westfälisch durchs Hightech-Mikro kam. Ansonsten konnte die Truppe in Kombination mit der herrlich passenden Kulisse von Cocacks Brennerei durchaus überzeugen.

Schomma ankreuzen für`s nächste Jahr…

Andreas

Museumsgenuss? Gern! Aber mit Aufbau, bitte!

Der Titel dieser Lippstadt-Pressemeldung hat uns Lust auf mehr gemacht. Drauf folgte leider ein mittelschweres Chaos.

Normalerweise sollten Pressemitteilungen so geschrieben sein, dass der Leser sie versteht. Der Leser, das ist in erster Linie der Journalist. Und weil der immer unglaublich viel zu tun und nie richtig Zeit hat, mag er sich keine Romane durchlesen. Deshalb sollten die wichtigsten/aktuellsten Infos immer ganz oben stehen, der Hintergrund zur Story dann weiter unten. Dann kann der von Papier geplagte Reporter sofort erkennen, ob an dieser Meldung auch was dran ist, das ihn interessiert.

Soweit die Lehre. Jetzt zur Praxis.

Die oben genannte Pressemitteilung der Stadt Lippstadt berichtet über die Aktion “Museumsgenuss” des Heimatmuseums. Was sich hinter diesem doppeldeutigen Titel verbirgt, lässt der Text aber leider erst nach der Einführung erahnen, quasi in einem Nebensatz: “… und einem kleinen mitgebrachten Imbiss…”. Warum man sein eigenes Essen ins Museum tragen soll und worin der doppeldeutige Genuss nun genau besteht, erfährt der Leser erst ganz unten, im allerletzen Absatz.

Ein Blick auf die Seite “Aktuelles” der Heimatmuseums wäre vielleicht hilfreich gewesen, denn hier wird das neue Angebot gleich in den ersten drei Sätzen passend und liebevoll umschrieben. Wo das Museum steht, erfährt man nebenbei auch direkt.

Da sind der Hand des Lippstädter Presserats schon viel bessere Meldungen entsprungen, ehrlich.


Unser Stil in diesem Blog ist hin und wieder etwas schlampig und deshalb keine wirkliche Referenz. Für Hilfestellung in Sachen PR stehen wir trotzdem gerne zurVerfügung, und zwar nach Kontaktaufnahme unter info@wds.net

;o)

Andreas