Die Geschichte zeigt uns: Jede noch so kleine gesellschaftliche Veränderung braucht entweder viel Zeit oder eine Revolution, um stattzufinden. Trotzdem macht es mir Angst, wenn das Wort “Revolution” so inflationär gebraucht wird, wie von der “Linken Zeitung“.
Das bedeutet aber nicht im Geringsten, dass die Jungs und Mädels vonne Kommune nicht kreativ sein können! Das corpus delikti schildert sich wie folgt:
Eine Gruppe linker PessiAktivisten hat eine weit geöffnete Realitätsschere zwischen dem entdeckt, was die Linke.PDS in Berlin tut und dem, was sie auf ihre Plakate schreibt. Im letzten Jahr haben sich diese findigen Leute (mit dem an unrühmliche Vergangenheit erinnernden Namen “Autonome Kreuzberger Sympathisanten”, sorry aber ich kann nicht anders) Gedanken darüber gemacht, wie man die Inhalte auf den Wahl-Plakaten ins linke rechte Licht rücken könnte - und uns gezeigt, woher der Begriff “Guerilla Marketing” ursprünglich mal herkam: Mit wenig Kohle große Aufmerksamkeit (Fachjargon “Awareness”) und Sympathie schaffen - in diesem Fall durch eine geschickte Umformulierung des eigentlichen Inhalts. Das Originalplakat wird wiedererkannt, der veränderte Inhalt fällt aber erst auf den zweiten Blick auf - wie bei diesen Kaugummis mit Brausepulver im Kern - ein Werbefuzzi würde wohl sowas sagen wie “Die Recognition des Rezipienten wird verar****t.” Ein Beispiel:
1. Das Wahlplakat der Linke.PDS im Berliner Wahlkampf 2006:
2. Die “Kopie” der autonomen Querul Sympathisanten:
Sehr nett! Idee und Umsetzung finde ich so gut (ja, es gibt auch Kritikpunkte, ich weiß), dass ich ausnahmsweise mal über den extremistisch angehauchten Grundton hinwegsehe und auf die Quelle der “Plakiate” verlinke. Hier finden sich nämlich noch mehr spannende “Umformulierungen”.
Ist schon alt, aber ich hatte es grade erst entdeckt. Ich musste bei einer kleinen Recherche zum Thema ebenfalls erkennen, dass sich mehr Menschen im Verändern von Wahlplakaten üben, als ich dachte. Das beeindruckende Projekt “Politik Visuell” trägt einige davon zusammen.
Andreas



Artikel kommentieren »