Morgens, fünf nach neun, die Frisur sitzt nur weil ich keine hab’. Ich bin hundemüde und komme zu spät zur Arbeit. Auf den letzten Sprintmetern der Bahnhofstraße haben findige Werbeleute für Radfahrer genau dort ein Wasserpfützenloch installiert, wo das große Werbeplakat ist (Gut, viele Autofahrer stehen hier auch regelmäßig im Bahnübergangsstau, aber das nur am Rande).
Also schau ich hin. Drauf steht in diesen Tagen eine Werbung für die Website “derwesten.de“. Die WAZ-Gruppe lässt bitten. Also dann, wenn ich schon zu spät bin, kann ich ja auch ein bisschen privat surfen (für den Chef: Nee, nee, das ist für den Mediaplan, den ich grade für diese eine Firma da … ganz ehrlich) .
Mein erster Eindruck: Ein bisschen wie Frankensteins Monster, bevor der Blitz einschlägt - viele gute Ideen, nur leben musses jetzt noch - und am Aussehen könnte man ebenfalls feilen. Das Portal ist vor etwa drei Wochen an den Start gegangen, ein bisschen guten Willen muss man also zeigen. Trotzdem habe ich ein komisches Gefühl. Die just installierte “Mitfahrbörse” für Bahnstreik-geplagte Westler entpuppt sich als Forum (viel Spaß beim Suchen). Die “Kindernachrichten” kauen Infos nach, die es anderswo viel besser sortiert auch gibt. Den Überblick über die News- und Rubrikenflut zu behalten, gelingt nicht immer.
Immerhin: Der RSS-Reader quittiert sofort die Annahme der Website. Aber das ist nicht die einzige interessante Sache, die ich entdeckt habe. Hier: Filterung der News nach Städten, inklusive Favoritenliste mit 5 Städten nach Wahl, klingt doch top. Stadtspezifische Infos macht der Patriot seit Jahren (und besser, und im Moment auch ausführlicher), weiß ich! Aber so viele Städte hat der dafür nicht im Programm.
Ich hoffe, die Herrschaften schrauben noch ein bisschen an der Usability (hin und wieder fehlt mir schlicht ein erklärender Satz zur Rubrik, die Startseite finde ich hingegen komplett grausam). Dann klappt’s vielleicht auch irgendwann mit den Südostwestfalen. Wir essen nämlich nicht jedes Brot hier, und am liebsten auch nur die Sorten die wir kennen. Und wir gehören doch immerhin noch ganz knapp zur Zielgruppe, oder, lieber “Westen”?
Glück auf!
;o)
Andreas



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