EDIT: Jetzt weiß ich’s ganz genau! Laut dieser Seite (siehe Karte) sind wir MittsüdNordostsüdwestfalen! Für einen Freistaat OWL bin ich trotzdem, aus Bielefeld kam nämlich gleich Protest, dass Lippstadt ja garnicht dazugehöre … Pah, gründet Ihr ruhig euren Staat mit nichtexistenter Hauptstadt!
Der Kurti! Ist zwar in München, kümmert sich aber ganz rührend um seine musikalischen Kumpels namens Nopedose. Er hat mich gebeten, hier ein paar Zeilen zu schreiben. Mache ich gern:
Nopedose sind jetzt seit 5 Jahren zusammen (sofern man die Zeit unter anderen Bandnamen mitrechnet) und lassen es sich nicht nehmen, das Juibläum ordentlich zu feiern. Und zwar mit hochwertigen Aufnahmen: Demnächst geht es ins Studio!! Zunächst aber treten “Neindosis” in Liesborn auf, und zwar am
19.04.08 IN LIESBORN, AM HOF LANGE!!!
Zitat Kurti Michi (Sänger): “Jawoll, wer uns im November 2003, unserem ersten Konzert in heutiger Besetzung dort gesehen hat, weiß, was er wissen muss… Alle anderen dürfen sich auf einen fabelhaften Abend freuen. Details gibt es demnächst!”
Jaja, schon gut, “Gesäcke” werden eigentlich nur die Geseker Fußballfans genannt … also, von anderen Vereinen, is’ klaa. Aber der Name passt so schön. Und zwar weil
mich annalog auf die Sache aufmerksam gemacht hat. Und die wohnt jetzt in, na? Watt meinste wohl?
Die Informationen lassen sich bestimmt in der ein oder anderen Behörde nutzen. Mindestens aber kann man sie an die GEZ verkaufen. Freut uns doch, dann ist das Stadtsäckel (welche Farbe hat DAS wohl?) ein bisschen voller!
Wie seht Ihr das? Gibt es ein Problem mit muslimischen Mitbürgern? Und worin besteht es: Wollen wir nicht integrieren? Wollen einige nicht integriert werden? Liegt es an der Religion der Einen? An der sinkenden Bedeutung von Religion der Anderen? Oder am Sozialen? Flammt das Thema zufällig zum heftig geführten Wahlkampf in Hessen auf, oder gibt es einen Zusammenhang?
Und wenn wir über so etwas nicht in der heimischen Zeitung lesen, heißt das, dass hier die Integration geglückt ist?
Alles kümmert sich dieser Tage um den Nachwuchs. Von “Du Bist Deutschland” bis Roland Koch gibt es die verschiedensten Ansätze, um für adäquaten Nachwuchs zu sorgen. Ein kurzer Blick auf Youtube zeigt, was die holde Adoleszenz bei uns so treibt.
Während die einen ihren Scooter pimpen, auf gerader Strecke im Wohnbezirk ausprobieren und das ganze mit Rennspielmusik unterlegen (vermutlich ohne die Gema zu bemühen) …
… erzählen mir die anderen von einem Mord in meiner Gegend, der bald passieren könnte.
Wer jetzt meint, Lippstadts Jugend sein hoffnungslos verloren, der irrt. Wir haben damals unsere Roller frisiert und die Songtexte diverser Bands in denen ich spielen durfte, waren oft reine Provokation - beides fand vor 15-20 Jahren statt. Das heißt nicht, dass man nicht hinsehen und eventuell Konsequenzen ziehen sollte. Immerhin handelt es sich hier teilweise um Ordungswidrigeiten. Ich will nur sagen:
Der Unterschied zu heute liegt überhaupt nicht in den Ausmaßen, sondern in der Verbreitung! Oder anders: Er liegt in der öffentlich-medialen Kommunikation, die unter anderem durchs Internet ermöglicht wird. Youtube&Co. sind Selbstdarstellungsportale (daher auch der passende Youtube-Claim “Broadcast yourself”). Was früher auf dem Schulhof oder der Straße stattfand und auch dort blieb, kann jetzt von der ganzen Welt bewundert werden. Das ist alles.
OK, oft wird hierbei nicht bedacht, dass sich schon heute mit ein bisschen Recherche umfassende Personenprofile erstellen lassen, die - Google und Waybackmachine sei Dank - nie wieder gelöscht werden können. Personaler schauen sich bereits im Netz um, bevor sie einen Bewerber zum Gespräch laden. Und dann kann ein Roller-Pimp genauso zum Stolperstein werden, wie die Mitgliedschaft im StudiVZ-Spaßforum “F****n für den Weltfrieden”.
Aber wat willste machen. Zum einen Ohr rein …
Und zudem gibt es zum Suchbegriff “Lippstadt” eine Unmenge an Youtube-Einträgen von Jugendlichen. Lustige, nachdenkliche, sportliche, Angeberei, Belagloses, Gesang und natürlich das Webthema schlechthin: Katzen! Na bitte, dann ist ja alles in Ordnung ;o)
Sehr anschaulich! Jetzt hätte ich nur noch gerne, dass der neue Trainer vom SV Lippstadt 08 anhand einer Autolampe die kommende Aufteilung der Oberliga erklärt. Ist doch’n Klacks, odda?! Dann men tau!
;o)
Andreas
PS: Ein bisschen Lokalpatriotismus vermisse ich bei der Hella allerdings doch. Die Spielfiguren auf dem Bild können ruhig in heimischen Farben dargestellt werden!! Erst wenn das geschehen ist, entferne ich den grausamen Wortwitz im ersten Satz!
Bürgermeister Sommer wittert ein Thema …
… und diskutiert mit einer amerikanischen Rechtsprofessorin schonmal über Jugendkriminalität. Vielleicht hat er ein paar nützliche Tipps aus dem Land der Sherriffs bekommen? Dann fix weiter faxen nach Hessen!!
Und zuguterletzt: Unser ehemaliger Azubi Matthias ist jetzt mittlerweile “Junior Producer” bei GMX!! Zum Geschäftsführer hat’s nicht gereicht, aber immerhin: Bei uns lernste watt! Wie man sieht. Stolzgeschwellte Grüße nach München!
Seit geraumer Zeit machen sich Bauarbeiter daran, zwischen uns und dem Kino am Südertor einen Keil zu treiben - die wunderbar freie Sicht auf das leicht bewachsende Flachdach soll einem Fitness-Center weichen. Das tut es zusehends - und zuhörends.
Hin und wieder rauscht eine Metallwanne voll mit Erde an meinem Fenster vorbei, irgendwo hämmert es, nur unterbrochen vom beschwingten Surren eines Bohrapparates (der sehr groß sein muss).
Wir sehen diese Entwicklung mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Einerseits ist der Gang zum nächsten Crosstrainer nur noch ein Katzensprung, andererseits müssen wir eine zuvor nicht gekannte Geräuschkulisse … öööhm… erfahren. Naja, vielleicht gibt’s ja ne Entschädigung :o)
Aber jetzt ist erstmal Feierabend.
Mein Aufwachsen in den 80er und 90er Jahren des Lippstädter Südens wäre nicht denkbar gewesen ohne Ulli! Er war die gemischter Tüte meiner Jugend, gemeinsamer Anlaufpunkt für Bravo-, Popcorn- und MetallHammer-Leser, einziger Retter bei sonntäglicher Milch- oder Zucker-Knappheit.
Sein Eck-Kiosk “Ullis Büdeken” war zwar immer etwas teurer als die umliegenden Supermärkte, aber dafür bekam man eine einzigartige Kundenbetreuung. Die alte Dame hinter’m Tresen kam uns immer ein bisschen wie eine eigene, dritte Großmutter vor. Über Uli “was wir nicht haben, brauchen Sie nicht” himself kann man eigentlich keine Worte verlieren - den muss man erleben. Der Mann ist schlicht ‘ne Marke. Nicht zu vergessen seine älteste Tochter, die vielen Jungs sicherlich den Einkauf mit ihrem bezaubernden Lächeln zusätzlich versüßt hat.
Das alles ist jetzt vorbei. Wir werden es schwer haben unseren Kindern so etwas wie “Ullis Büdeken” zu erklären, in Zeiten von Interneteinkauf und Shopping Malls. Das “etwas teurer als andere” hat sich wohl nicht länger durchhalten lassen. Dafür ist Lippstadt jetzt um eine Institution ärmer. Diese Form von Einzigartigkeit ist eben etwas, das sich nicht am Reißbrett oder in einem Marketingkonzept festhalten lässt. Es lebt zu sehr von den Personen, die es tragen.
Das “Rest in Peace” an der Jalousie ist sicherlich wohlwollend gemeint. Aber es gilt höchstwahrscheinlich nur für das Büdeken selbst. Denn wie ich ihn kenne, wird Ulli wohl kaum damit aufhören, sich in Lippstadt bemerkbar zu machen. Dafür wünsche ich ihm von hier aus schon mal viel Erfolg!
Andreas
PS: Grade gefunden - eine treffende Hommage beim Patriot.
Sonntag. Die Wintersonne steht tief und golden über den Feldern. Du bist mit dem Hund raus. Luft schnappen. Die heimischen Sorgen hinter Dir lassen und die Zeit bis zum nächsten Arbeitstag ein bisschen hinauszögern.
Hier stimmt alles. Keiner stört. Der Zwist mit Deiner Frau, das letzte Gespräch mit der Bank wegen der roten Zahlen, der Chef der Dich nicht Ernst nimmt (kurz: Dein Leben) - das alles ist gerade so angenehm weit weg. Dein treuer Gefährte bringt brav das geworfene Stöcken unermüdlich zurück, immerhin. Doch was ist das? Ein Wagen fährt die kleine Anliegerstraße entlang, die direkt am Feld liegt, und die Du so gerne entlangläufst. Du spürst, Deine Stunde ist gekommen.
Erst wirst Du ganz langsam vor dem Auto hertrotten, als hättest du es überhaupt nicht bemerkt, dann lächelnd zum Fenster gehen und warten bis es sich öffnet. Was glauben Sie, wer hier fahren darf, hörst Du Dich selbstgefällig in ruhigem Ton sagen. Du schaust in ein verdutztes Gesicht. Hier dürfen nur Anlieger und landwirtschaftlicher Verkehr. Nur damit Sie es wissen. Für’s nächste Mal.
„Für’s nächste Mal“ … Du kicherst innerlich und gleichzeitig spürst Du, wie Dich das bisschen Macht beflügelt, das Du gerade hattest. Der Wagen fährt langsam weiter. Bielefelder Kennzeichen. Wahrscheinlich verfahren. Egal, der Typ hat Dir den Tag gerettet. Ach was, die ganze Woche!
Zufriedener als sonst trottest Du weiter. Der untergehenden Sonne, Deinem Zuhause und dem unvermeidlichen Montag entgegen. Du wirfst noch einmal das Stöckchen …
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