Archiv für den Monat: Januar 2008

Watt seh‘ ich heute widda fahl aus!

… aber das geht schon in Ordnung. Bin ja auch Fale!

In Erdkunde war ich immer schon schlecht: Sind wir nun Mittsüdostwestfalen, Westsüdostwestfalen oder Nordsüdostwestfalen? Oder doch was ganz anderes?

Egal, erstmal bin ich Befürworter des Freistaats Ostwestfalen, dann sehen wir weiter ;o)

EDIT: Jetzt weiß ich’s ganz genau! Laut dieser Seite (siehe Karte) sind wir MittsüdNordostsüdwestfalen! Für einen Freistaat OWL bin ich trotzdem, aus Bielefeld kam nämlich gleich Protest, dass Lippstadt ja garnicht dazugehöre … Pah, gründet Ihr ruhig euren Staat mit nichtexistenter Hauptstadt!

Gestatten, IM Gesäcke

Jaja, schon gut, „Gesäcke“ werden eigentlich nur die Geseker Fußballfans genannt … also, von anderen Vereinen, is‘ klaa. Aber der Name passt so schön. Und zwar weil

  1. die gelben Säcke ab sofort zu inoffiziellen Mitarbeitern der heimischen Datensammler werden und
  2. mich annalog auf die Sache aufmerksam gemacht hat. Und die wohnt jetzt in, na? Watt meinste wohl?

Die Informationen lassen sich bestimmt in der ein oder anderen Behörde nutzen. Mindestens aber kann man sie an die GEZ verkaufen. Freut uns doch, dann ist das Stadtsäckel (welche Farbe hat DAS wohl?) ein bisschen voller!

Große Islam-Debatte

Die Diskussion, zu der die WAZ-Gruppe lud (Kapitulieren wir vor dem Islam?), war in Duisburg. Ich weiß! Und die Aufregung über das Minarett auf der Moschee findet in Bielefeld-Brackwede statt. Auch klar. Irgendwie alles nicht Lippstadt. Aber irgendwie liegt das Thema in der Luft, zumal ich am Wochenende auf Phoenix ebenfalls eine passende Sendung gesehen habe (Stream zu Sendung vorhanden).

Wie seht Ihr das? Gibt es ein Problem mit muslimischen Mitbürgern? Und worin besteht es: Wollen wir nicht integrieren? Wollen einige nicht integriert werden? Liegt es an der Religion der Einen? An der sinkenden Bedeutung von Religion der Anderen? Oder am Sozialen? Flammt das Thema zufällig zum heftig geführten Wahlkampf in Hessen auf, oder gibt es einen Zusammenhang?

Und wenn wir über so etwas nicht in der heimischen Zeitung lesen, heißt das, dass hier die Integration geglückt ist?

Jugend in Lippstadt – unvollständiger Statusreport

Alles kümmert sich dieser Tage um den Nachwuchs. Von „Du Bist Deutschland“ bis Roland Koch gibt es die verschiedensten Ansätze, um für adäquaten Nachwuchs zu sorgen. Ein kurzer Blick auf Youtube zeigt, was die holde Adoleszenz bei uns so treibt.

Während die einen ihren Scooter pimpen, auf gerader Strecke im Wohnbezirk ausprobieren und das ganze mit Rennspielmusik unterlegen (vermutlich ohne die Gema zu bemühen) …

… erzählen mir die anderen von einem Mord in meiner Gegend, der bald passieren könnte.

Wer jetzt meint, Lippstadts Jugend sein hoffnungslos verloren, der irrt. Wir haben damals unsere Roller frisiert und die Songtexte diverser Bands in denen ich spielen durfte, waren oft reine Provokation – beides fand vor 15-20 Jahren statt. Das heißt nicht, dass man nicht hinsehen und eventuell Konsequenzen ziehen sollte. Immerhin handelt es sich hier teilweise um Ordungswidrigeiten. Ich will nur sagen:

Der Unterschied zu heute liegt überhaupt nicht in den Ausmaßen, sondern in der Verbreitung! Oder anders: Er liegt in der öffentlich-medialen Kommunikation, die unter anderem durchs Internet ermöglicht wird. Youtube&Co. sind Selbstdarstellungsportale (daher auch der passende Youtube-Claim „Broadcast yourself“). Was früher auf dem Schulhof oder der Straße stattfand und auch dort blieb, kann jetzt von der ganzen Welt bewundert werden. Das ist alles.

OK, oft wird hierbei nicht bedacht, dass sich schon heute mit ein bisschen Recherche umfassende Personenprofile erstellen lassen, die – Google und Waybackmachine sei Dank – nie wieder gelöscht werden können. Personaler schauen sich bereits im Netz um, bevor sie einen Bewerber zum Gespräch laden. Und dann kann ein Roller-Pimp genauso zum Stolperstein werden, wie die Mitgliedschaft im StudiVZ-Spaßforum „F****n für den Weltfrieden“.

Aber wat willste machen. Zum einen Ohr rein …

Und zudem gibt es zum Suchbegriff „Lippstadt“ eine Unmenge an Youtube-Einträgen von Jugendlichen. Lustige, nachdenkliche, sportliche, Angeberei, Belagloses, Gesang und natürlich das Webthema schlechthin: Katzen! Na bitte, dann ist ja alles in Ordnung ;o)

Andreas

Kürzlich in Bad Westernkotten

Sonntag. Die Wintersonne steht tief und golden über den Feldern. Du bist mit dem Hund raus. Luft schnappen. Die heimischen Sorgen hinter Dir lassen und die Zeit bis zum nächsten Arbeitstag ein bisschen hinauszögern.

Hier stimmt alles. Keiner stört. Der Zwist mit Deiner Frau, das letzte Gespräch mit der Bank wegen der roten Zahlen, der Chef der Dich nicht Ernst nimmt (kurz: Dein Leben) – das alles ist gerade so angenehm weit weg. Dein treuer Gefährte bringt brav das geworfene Stöcken unermüdlich zurück, immerhin. Doch was ist das? Ein Wagen fährt die kleine Anliegerstraße entlang, die direkt am Feld liegt, und die Du so gerne entlangläufst. Du spürst, Deine Stunde ist gekommen.

Erst wirst Du ganz langsam vor dem Auto hertrotten, als hättest du es überhaupt nicht bemerkt, dann lächelnd zum Fenster gehen und warten bis es sich öffnet. Was glauben Sie, wer hier fahren darf, hörst Du Dich selbstgefällig in ruhigem Ton sagen. Du schaust in ein verdutztes Gesicht. Hier dürfen nur Anlieger und landwirtschaftlicher Verkehr. Nur damit Sie es wissen. Für’s nächste Mal.

„Für’s nächste Mal“ … Du kicherst innerlich und gleichzeitig spürst Du, wie Dich das bisschen Macht beflügelt, das Du gerade hattest. Der Wagen fährt langsam weiter. Bielefelder Kennzeichen. Wahrscheinlich verfahren. Egal, der Typ hat Dir den Tag gerettet. Ach was, die ganze Woche!

Zufriedener als sonst trottest Du weiter. Der untergehenden Sonne, Deinem Zuhause und dem unvermeidlichen Montag entgegen. Du wirfst noch einmal das Stöckchen …