Archiv für den Monat: März 2008

Ich werd‘ bekloppt, ’ne Unterführung!

Es ist noch garnicht so lange her, da habe ich mich mit meinem Vater über den Bahnübergang am Südertor unterhalten. „Als ich noch klein war, wollte man den schon mit einer Unterführung ausstatten.“, hörte ich meinen alten Herrn (immerhin 62) da sagen.

Tja, und wie es aussieht, bekommt sein Sohn vielleicht sogar noch mit wie sie gebaut wird. Wahnsinn, wie schnell sowas manchmal gehen kann!

Wer führt, sitzt.

Er hier sitzt und dirgiert…

Ich Chef

während sie fleißig arbeiten. Stehend, natürlich.

Ihr nix!

Fazit: Wer führt, sitzt. Weitere Zusammenhänge, beispielsweise die Körperfülle betreffend, wären rein spekulativ und außerdem höchst dirkriminierend, weshalb hier über sowas kein einziges Wort verloren wird! Gesehen am Südertor, Lippstadt.

Was weißt Du über Lippstadt?

Also, wenn dieses Quiz hier für waschechte Lippstädter in irgendeiner Form ein Problem darstellen sollte, dann weiß ich’s aber auch nicht … da hatte unser Bürgermeister bei der WDR2Aktion aber schwierigere Fragen zu lösen! Übrigens wird der Gewinner wohl ausgelost, denn es gibt schon jetzt mehr als zwei Städte mit Höchstpunktzahl.

Bin dann mal übrigens für ’ne Woche wech. Erholt Euch schön!

PS: Die Frage nach dem Gründungsjahr in dem Quiz kann nur richtig beantworten, wer aktuelle Erkenntisse außer acht lässt.

Edit: Hartmut, Bernhard und die liebe Kultur

Wer bewacht die Wächter? Diese Frage ist wichtig in einer Stadt, deren einzige Tageszeitung einen gewissen Sättigungsgrad erreicht hat. Ihr Auftrag ist klar: objektiv Berichten, Hintergründe liefern, nachfragen, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf die Finger schauen, kurz: den öffentlichen Diskurs fördern.

Wenn man sich das vor Augen hält, wirkt dieser als Hilfestellung deklarierte Text eher wie ein getarntes In-Sicherheit-wiegen von „unns Bennad“. Quasi ein später Durchhaltefilm in Printform.

Denn eigentlich „vernimmt“ der Gute den Aufschrei aus unseren Krankenhäusern, dass es um den Nachwuchs schlecht bestellt sei. Und schlägt daraufhin vor, angehenden Assistenzärzten die Vorzüge Lippstadts zu erklären. Oder anders formuliert: Unser Lipperöschen ist doch schon sehr schön, jetzt muss es nur noch seinen Duft in die weite Welt versprühen, auf dass alle medizinischem Arbeitsbienchen ganz verrückt nach ihr werden. Wie das gehen soll, verrät uns der Mann im Kettenhemd leider nicht (mein Vorschlag: schickt Bernhard mit großem Sack und Elektroschocker auf Mediziner-Abschlusspartys).

Und hier kommt Hartmut ins Spiel. Der stößt sich an des Bernhardens SatzDa gibt es […] ein Kulturangebot, das sich mit so mancher Großstadt messen kann.“ Hartmut meint, Lippstadts Kulturangebot sein nicht nur nicht vergleichbar mit Großsstädten, sondern auch komplett vorbei an den Bedürfnissen von Jugendlichen in den Zwanzigern. Und mahnt an, man dürfe sich mit der von Bernhard geübten Form der Selbstgenügsamkeit nicht selbst im Wege stehen. Hartmuts Anklage endet in der Annahme, ein kulturell anspruchsvolles Angebot fern von Schlagerparaden und Herbstkirmes sei überhaupt der wichtige Standortfaktor, wenn es darum geht, den Nachwuchs welcher Branche auch immer herzulocken.

Da Hartmut das nicht belegt, und Bernhards Text ohnehin auf mich den Eindruck macht, dass er eher leeres Papier denn Hirne mit Anspruchsvollem Gedankengut füllen sollte, habe ich mal nachgeschaut. Und es gibt zufällig in der Tat eine recht aktuelle Studie zum Umzugsverhalten der Deutschen. Darin stehen drei Gründe für den Umzug ganz weit oben:

  1. Eine Verbesserung der eigenen Wohnsituation (dh eine schönere Wohnung oder Haus)
  2. Dem Job hinterherziehen (kennich irgendwoher)
  3. das Zusammenziehen zweier Lebenspartner

Studie

Also kann man Hartmuts „J’accuse“ ein „Au Contraire“ entgegnen, denn abgesehen von der Studie kenne ich niemanden, keinen Einzigen, der gesagt hätte „Ja also, X hat ein so unglaublich großes Kulturangebot, da musste ich einfach hinziehen.“ Klingt auch irgendwie komisch.

Meine Meinung zum Thema ist, dass junge Assistenzärzte in der Regel dort Erfahrung sammeln möchten, wo beruflich die Luzie abgeht, wo man was lernt, wo Profilierung und ein möglichst hoher Verdienst möglich sind: In den Charités, den unzähligen Unikliniken, den Plastischen Schönheitschirurgie-Oasen dieser Republik. Also sollten die Krankenhäuser an ihrem Angebot feilen. Gleiches gilt für andere Branchen (ich weiß beispielsweise, dass einer „unserer“ Hauptarbeitgeber seine Spitzenleute allein durch Hammergehälter und zusätzliche Vergünstigungen nach Lippstadt lockt.) Mit dem Kulturangebot hat das höchstens was am Rande zu tun. Trotzdem könnte es um einige spannende Projekte ergänzt werden – angefangen bei einer Tageszeitung, die ihren Auftrag wahrnimmt.

Nachtrag 14.03.2008: 

Hartmut hat hier auf meinen Post geantwortet. Er meint, wenn alle Krankenhäuser den potenziellen Bewerbern dieselben Bedingungen böten, würde die Kultur als Entscheidungsfaktor eine Rolle spielen. Einverstanden. Denn es trifft zu. Beispielsweise dann, wenn ein fertiger Arzt zurück in die alte Heimat „Hellwegregion“ ziehen will und sich deshalb zwischen Soest und Lippstadt als „Arbeitgeberstadt“ entscheidet (Die Cracks indes bleiben in Berlin, München und Heidelberg, und das nicht wegen der Kultur. Denn Krankenhäuser bieten nunmal nicht alle dieselben Bedingungen).

Außerdem hat Hartmut noch ein paar sehr interesante Links zum Thema „Kultur als Wirtschaftsfaktor“ gesammelt, in denen aufgezeigt wird, dass auch Kultur Umsatz machen und jede Menge Leute einstellen kann. Stimmt auch. Und wird viel zu oft und gerne vergessen. Bezogen auf den aktuellen Fall kann ich da nur sagen: Tja, vielleicht sattelt ja der ein oder andere Assistenzarzt um und malt, oder nimmt an Poetry Slams teil, schreibt Bücher oder wird Kabarettist… wäre nicht das erste Mal ;o)

„Ein Ami comes to Lippstadt“ out now!

Es ist vollbracht! Nachdem uns Craig schon vor Urzeiten den Mund wässrig gemacht hatte und immer wieder um Aufschub bat, präsentiert er jetzt seine Erlebnisse als Amerikaner (der einst ohne Deutschkenntnisse nach Deutschland kam) in Lippstadt.

Craig Cmehil - Ein Ami comes to Lippstadt

(Foto: Craig Cmehil)

Es ist nicht sein erstes Buch (wenn auch das erste nicht-technische), der Mann kann also schreiben. Von da her freue ich mich riesig darauf, mein Exemplar in den Händen zu halten. Ich werde mir das Buch mindestens aus zwei Gründen kaufen

  1. Um rauszufinden, wie unser Städtchen auf einen Zugezogenen aus einem fremden Kulturkreis wirkt
  2. Tu impruuf mai inglisch

Und jetzt das Erfreuliche: Das Buch kostet – wahrscheinlich nicht zuletzt, weil es in Eigenarbeit gestaltet und aufgelegt wurde – nur EUR 8,04 als Paperback bzw. EUR 5,03 als Download! Das sind fast gelbes-Reclam-Buch-Konditionen! Also zugreifen!!

Hier alle Infos zum Buch:

Blogeintrag zur Veröffentlichung bei „Craig’s Rantings“

Vorschau des Buches

Kaufinfo

PS: Netter Teppich ;o)

WDR 2 hören – Aufgabe lösen – Punkte holen!

Das ist ein Befehl (und ich hätte nie gedacht, dass ich sowas mal schreiben würde):

HÖREN SIE WDR 2! DEN GANZEN 7. MÄRZ LANG! LÖSEN SIE DIE AUFGABE, DIE UNS GESTELLT WIRD!

Und eh‘ wir und versehen, stehen BAP auch schon auf dem Rathausplatz (ich kann’s kaum erwarten …)
WDR 2 hören ist ganz einfach: Entweder im Web unter www.wdr2.de (auf den Button „WDR2 hören“ oben rechts klicken) oder auf der bekanntenFrequenz 93.2 UKW/analog.

Kleiner Ansporn: Derzeit liegt eine Stadt namens Attendorn mit 15 Punkten vorne (Tabelle).


Edit 07.03.08:

:: 8.30 Uhr
Um halb neun wurde noch kräftig aufgebaut.
WDR 2 in Lippstadt 1 WDR 2 in Lippstadt 2 WDR 2 in Lippstadt 3

:: 11:30 Uhr
Um hab zwölf ist der Marktplatz gähnend leer (laut Rathausplatz-Webcam, Screenshots sind leider nur erst nach schriftlicher Genehmigung nutzbar, das ist mir gerade zu umständlich/langsam). Naja, Hauptsache, gleich um Drei geht hier richtig die Luzie ab und wir kriegen ’ne Menschenkette bis zum Lippertor hin!

:: 14.15 Uhr
Immer noch nicht sehr viel los. Wo bleibt Ihr!!!?

:: 14:50 Uhr
Was soll ich sagen, die Webcams trügen! Lippstadt lässt den Bürgermeister nicht im Stich und hat sich bereits in Reih‘ und Glied aufgestellt
WDR 2 in Lippstadt 4 WDR 2 in Lippstadt 6 WDR 2 in Lippstadt 7 WDR 2 in Lippstadt 12

:: 15:30 Uhr

Aufgabe gelöst – mit Bravour! Jetzt muss nur noch der Sommer kommen…

WDR 2 in Lippstadt 8


16:20 Uhr

GESCHAFFT!

Ja, es wird derber Stuff …

… sagt „Muchacho“ aus Lippstadt. Dann dürfen wird das wahrscheinlich auch glauben. Er redet von seinem neuen Album, auf dem er mit verschiedenen anderen Leuten (aus Soest, Münster, aber auch Köln) zusammenarbeitet. Das Genre bezeichne ich jetzt mal völlig unwissend als Rap und hoffe, dass mich mich die Gang from da Hood dafür nicht direkt mit getunten Polos vierteilt.

Aber im Ernst: Es ist nicht wirklich meine Musik (und auch voll nisch meine Aht zu reden), trotzdem freue ich mich über jede musikalische Bereicherung. Hier das Promo-Video von Muchacho zum Album, das „Am letzen Tag im Juni, ey“ rauskommen soll:

Emma liebt …

… das Haus vom Vadda (ein Baum liegt auf dem Dach)
… den Landweg zwischen Bielefeld und Lippstadt (der ist gepflastert mit umgekippten Flachwurzlern)

… und die Litfasssäule in der Bastionstraße:

Litfasssaeule Lippstadt bastionstraße