Tja, wir Westfalen sind halt schon immer ein schlaues Völkchen gewesen.
Autoren gesucht - jetzt mitbloggen über deine Stadt!
Meine Straße, deine Stadt, unsere Region. Webprojekte mit lokalem Bezug werden auch in Deutschland immer beliebter. In Zeiten zunehmender Globalisierungstendenzen und Begleiterscheinungen wie austauschbarer Geschäftsfilialen und standardisierter Restaurantketten, erfährt die Region eine Bedeutungsaufwertung als Identifikationsstifter. Dieser Prozess macht sich auch im Internet zunehmend bemerkbar.
Einzelne Bürger schreiben und lesen, was sie persönlich interessiert und bewegt. Sie stellen ihre persönliche Sichtweise der Dinge zur Diskussion und gestalten so die Identität eines Stadtteils und ihres persönlichen Umfeldes mit. Durch die differenzierte Sicht bieten solche „hyperlokalen“ Informationen Anlaufstellen für Zuziehende oder Urlauber. Es können differenzierte Eindrücke gewonnen werden, die nicht nur von Hochglanzprospekten geprägt sind. Als Nachrichtenquelle dienen Placeblogs Weggezogenen, die sich im Ausland befinden und auf Informationen aus erster Hand zurückgreifen möchten. In Abhängigkeit der Bekanntheit und Größe können Placeblogs das Image einer Stadt oder Region, gerade bei Ortsfremden mitprägen.
Zusammen mit dem Institut für Regionalwissenschaft der Universität Karlsruhe (TH) und dem Planungsverband Rhein/Main in Frankfurt, möchte ich in meiner Masterarbeit herausfinden, welchen Stellenwert Webprojekte als Transporteur von regionaler Identität einnehmen. Dabei gehe ich von folgenden Thesen aus:
A. Die Besuchermehrheit kommt nicht aus der Region, bringt den Inhalten aber ein tendenziell hohes Vertrauen entgegen.
B. Der Anteil an Besuchern ohne persönlichen Ortsbezug steigt prozentual zur Gesamtnutzerzahl an, die Außenwirkung im Sinne der Wahrnehmung verstärkt sich überproportional.
C. Bei ausländischen Zugriffen handelt es sich in der Hauptsache um Einheimische, die sich über Neuigkeiten aus der Heimatregion informieren möchten.
Für meine empirischen Daten bin ich auf die Mithilfe von Seitenbetreibern und Besuchern angewiesen. Ich betone, dass es sich hier um keine Marktforschung oder Spamadressen Akquise handelt. Ich nutze die Daten ausschließlich zur Anfertigung meiner wissenschaftlichen Arbeit und sie werden nicht an Dritte weitergegeben.
Ich bedanke mich für ihre Teilnahme. Über den Verlauf des Projektes können sie sich auf meinem Projektblog informieren.
Nicht zuletzt die jüngsten Nachrichten, Taten und Berichte aus Lippstadt sind für mich Grund genug, auf eine besondere Aktion hinzuweisen (Erst kürzlich bin ich sogar auf ein politisch rechtes Weblog aus Lippstadt gestoßen):
Am 10. Mai 1933 gingen in ganz Deutschland etwa 25.000 Bücher – und mit ihnen Teile unserer Kultur – in Flammen auf.
Anlässlich des 75. Jahrestages der Bücherverbrennung beteiligt sich Lippstadt an den öffentlichen Lesungen, die in vielen Städten Deutschlands durchgeführt werden: An verschiedenen Stellen der Langen Straße wird aus den damals geächteten Werken gelesen. Die Zeilen, die vor 75 Jahren unbedingt aus dem Kulturgedächtnis gelöscht werden sollten, klingen damit am Samstag zwischen 15 und 18 Uhr laut hörbar und zugänglich für jeden durch unsere Innenstadt.
Eine sehr gute Idee, wie ich finde. Ich bin am Wochenende in Berlin, falls also jemand Fotos oder Handyfilme macht, bitte einfach hier mitsamt kurzem Review posten (oder mir zusenden).


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