Archiv für den Monat: August 2008

Lippstadt auf Abwegen!

Gestern ist mir eine Aktion zu Ohren gekommen, die am 11. September in Lippstadt beginnt. Sie heißt „Stadtlabor – Lippstadt auf Abwegen!„. So weit so gut. Dann besuchte ich die Internetseite dieser Lippstädter Aktion. Und was soll ich sagen? Die Seite sieht aus wie vor 8 Jahren von einem Amateur mit Frontpage gebastelt. Es ist doch ein wirklich peinliches Aushängeschild, wenn Auswärtige sich im Internet über diese Lippstädter Aktion informieren wollen. Mal ein paar Kritikpunkte:

  • Das Logo der Aktion total unscharf
  • Die Partnerlogos werden vom Browser verkleinert und werden dadurch pixelig
  • Ewig lange Texte, die überhaupt nicht ansprechend gestaltet sind
  • Bilder werden auch nur vom Browser verkleinert -> lange Ladezeiten
  • Wer kommt auf die Idee bei einem Logo rosa auf orange zu verwenden?

Lippstadt, die Wasserreiche

Wer seinen Sonntagsspaziergang im Winkel zur Abwechslung mit einem Vortrag verbinden will, der kann das tun, und zwar am 31.08.2008, ab 14:30 Uhr. Zitat aus der Pressemitteilung der Stadt:

Der etwa 90-minütige Spaziergang beginnt am Rathaus und führt zunächst in die idyllische Parkanlage „Grüner Winkel“. Entlang der Lippe werden sowohl am Mattenklodtsteg als auch an den hübschen Mühlen Stationen eingelegt, um auf ihre historische und wirtschaftliche Bedeutung einzugehen. Am Kanuzentrum wird schließlich eine Brücke in die Gegenwart geschlagen und die sportlichen Aktivitäten an und in der Lippe näher beleuchtet.

Was eindeutig beim Thema „die Wasserreiche“ fehlt, ist ein Besuch bei meinen Großeltern, die schon die ein oder andere Nacht fluchend und schöpfend im Keller verbracht haben. Die könnten ’ne Menge erzählen zum Thema Wasserreichtum ;o)
5 Euro mitbringen!

wiedermal: Lippstadts Hauptbahnhof

Kürzlich bin ich von Lippstadt nach Berlin gefahren. Während ich am Automaten ein Ticket ausdruckte (besser versuchte denn der Automat wollte meine Karte nicht akzeptieren, am Schalter klappte es) schimpfte ein anderer Reisender über den Geldautomaten der angabegemäss nicht funktionierte. Insbesondere erregte der Fremde sich darüber dass es im Bhf. nicht mal  eine Zeitung zu kaufen gab. Da er aber eine SZ hatte fragte ich ihn wo er die erstanden habe, Antwort war „in der Fußgängerstraße“. Nachdem ich meine Fahrkarte hatte machte ich mich auf den Weg um Reiselektüre zu kaufen. In einem Lebensmittelgeschäft hätte ich BILD und Patriot erstehen können. Nach diesen Blättern war mir nicht, also weiter Richtung Markt. In der Passage gegenüber vom alten Postgebäude, die Anlaufstelle hatte ich auf Nachfrage erfahren, wurde ich dann fündig und konnte glücklich mit SZ + Spiegel zurück zum Hauptbahnhof  wandern.

Lippstadt, hier meine ich insbesondere den Bahnhof, ist absolut „in“, Hamburger gibts im Bhf aber keine Lektüre, von den Verbindungen ganz zu schweigen. Dortmund, lt. mehreren Rankings prosperierendste Stadt im Ruhrgbiet, erreicht man meist nur mit Umsteigen in Soest oder Hamm.

Patriot verkauft Kinderfotos im Internet

Die Redaktion von „Der Patriot“ hatte letzte Woche in einem eigenen Artikel bedauert, dass die Grundschulen nicht die Namen der soeben eingeschulten Erstklässler preisgeben. Die Schulen begründen ihre Verschwiegenheit mit dem Datenschutz. Muss ja auch nicht jeder dahergelaufene Kinderliebhaber gleich den vollen Namen zum Gesicht samt vormittäglichem Aufenthaltsort frei Haus geliefert bekommen, oder? Deshalb hatte ich mich auch sehr über den Patriot-Artikel gewundert. Jetzt ahne ich allerdings, WARUM die Redaktion so gerne alle Namen der Schulanfänger gehabt hätte:

Patriot – i-Männchen Fotoservice
(siehe auch derzeit auf der Homepage im rechten Bereich unter „Picturelinks“)

Die Patrioten haben sich einen „I-Männchen-Fotoservice“ einfallen lassen. Für knapp 5 Euro können alle, die Interesse an den kleinen süßen Dingern haben (also, die Eltern zum Beispiel) einen A4-Abzug der Klassenfotos kaufen. Und es sucht sich eben viel besser nach dem richtigen Bild, wenn man den Namen der eigenen Dötzen direkt eingeben kann, gell!? Vielleicht war ja im Vorfeld auch der Verkauf von Einzelfotos geplant, wer weiß.

Wurde mit dem Artikel von letzter Woche etwa die Macht der Feder eine anscheinend objektive Berichterstattung zugunsten wirtschaftlicher Interessen missbraucht eingesetzt? Und das, ohne nachzudenken, welche Konsequenzen das Bereitstellen von Namen plus Foto anderer im Netz haben kann?! Sollte dem „Patriot“ tatsächlich das Recht auf personelle Selbstbestimmung zeitweise kollektiv entfallen sein? Ganz zu schweigen von der Verantwortung, die man den Dötzen gegenüber hat?! Werde ich wohl jemals Antworten auf meine Fragen erhalten? Schalten Sie auch nächstes Mal ein, wenn es wieder heißt: Unabhängigkeit im Blatt vs. Butter auf’m Brot – Lokaljournalisten im Dilemma zwischen Anspruch und Wirklichkeit.

Shortlinks 14.08.2008

„Patriot“ bedauert Datenschutz
Namen von „I-Männchen“ bleiben unter Verschluss. Eigentlich nachzuvollziehen, finde ich. Für diese Art der Berichterstattung sind die vollständigen Namen auch nicht notwendig. Worüber regt sich die Redaktion dann auf?

Jasmin Schornberg in der FHM zu bewundern
Die FHM-Fotos der schönen Kanutin aus Lippstadt gibt’s hier.

Tödlicher Arbeitsunfall bei Spenner

Lippstadt-Blog-Betreiber im Interview
Thomas Promny ist in Blogistan nicht gerade everybodys darling. Trotzdem hat off the record den Initiator der Stadtblogs  zum Interview geladen. Thema: Suchmaschinenmarketing

fiesta en lippstadt
Es ist ein Youtube-Film. Und ein Schützenfest. Soviel ist klar. Aber was das Wort „paisa“ in der Beschreibung bedeutet, wüsste ich gerne genau …

Tipp des Tages: Drogenspielplatz

Der liebe Matthias ist einfach so und klammheimlich wieder mit dem Bloggen angefangen und hat mir überhaupt nicht bescheidgestoßen, dass er das tut. Und weil auf seiner Domain ’ne Weile nichts Neues passiert ist, habe ich da auch nicht regelmäßig vorbeigeschaut. Obendrein hat das WordPress hier mich nicht darüber informiert, dass wir in seiner Blogroll stecken …

Tja, bin ich wohl auch ein wenig selbst schuld. Ab sofort steht der Freistaat-Blog des Lippstädters aber wieder unter verschärfter Beobachtung. Der Tipp des Tages lautet also: Drogenspielplatz! Reinschauen!

Gute Nachbarn, schlechte Nachbarn

In der Chalybäusstraße wohnen irgendwo nette Leute mit gut erzogenen Kindern und einem coolen Hund. Eine Familie im Triftweg dagegen ist „Lächerlich, Assi und einfach nur respektlos“ (Zitat). Woher ich das weiß? Na, von der illustren Website rottenneighbor.com. Dort kann man sich über seinen Nachbarn nach Lust und Laune auslassen und sie – wie gesehen – sogar wüst beschimpfen.

Was auf den ersten Blick nach einem kleinen Spaß aussieht, klingt nach genauerem Hinsehen eher wie ein schlechter Scherz. Wer hält eigentlich die Daten aktuell? Zum Beispiel, wenn einer dieser „bösen“ Nachbarn umzieht und sich eine NEUE Familie dort niederlässt: WER ÄNDERT’S? Wer auch immer sich zuvor über seine Nachbarn ausgelassen hat, hat vielleicht schon längst vergessen, dass da auf irgendeiner Seite so’n Eintrag steht.

Alle Bewertungsportale haben den großen Vorteil, dass man ganz angstfrei seine Meinung sagen kann. Über das kürzlich gekaufte Produkt. Über den Lehrer. Über den letzten Urlaub. Dieser Vorteil ist aber auch gleichzeitig ein Nachteil. Denn kaum dass sie sich sicher sind, unerkannt zu bleiben, legen einige Menschen los und schreiben wildeste Beleidigungen in Foren, Chats, Weblogs usw. – oder sie lassen sich halt über ihre Nachbarn aus.
Manchmal macht eine solche Bewertung Sinn. Mit Vorsicht zu genießen sind sie aber alle. Denn wer kann mir sagen, wie viele Firmen ihr Produkt vielleicht selbst gut bewerten? Oder das Hotel der Konkurrenz schlecht reden? Und deshalb sollte man von solchen Portalen wie rottenneighbors am besten ganz die Finger lassen.

Verrückte Idee: Wenn Euch was am Nachbarn stört, sagt’s ihm doch einfach. Vorsichtig, vielleicht bei nem Bierchen, aber halt persönlich ;o)