Archiv für den Monat: November 2008

Es ist vollbracht!

Glückwunsch an die fleißigen Konzeptschreiber zum Fachhochschulzuschlag!

Demnächst ist also eine nicht geringe Menge Studenten mehr in der Stadt. Das freut die Wirtschaft, die Gastronomen, einige Vermieter und jeden, der eine solche Ansammlung vieler verschiedener Leute auch ganz allgemein als Bereicherung ansieht.

Arg schief?

„Das Stadtarchiv beansprucht in seiner Benutzungsordnung (PDF) Urheberechte, die es nicht hat und beschneidet damit die Grundrechte der Benutzer.“ Das sagt  – sinngemäß – Klaus Graf. Hm… die Urheberrechte liegen ja immer beim … *tusch* … Urheber (sagt der Name eigentlich schon). Das Stadtarchiv kann (und will) sich diese garnicht einverleiben. Das hat den Andi stutzig gemacht, worauf er sich (als überzeugter Vollnichtjurist) das Dokument mal ansah. Andi fragte den Grafen darauf hin unterwürfig, ob sich in seinen Text vielleicht ein Fehler eingeschlichen haben könnte.

Sowas mögen Blaublüter überhaupt nicht. Also ächzte der Graf erstmal laut hörbar, so angewidert war er von der Wortmeldung aus dem niederen Volk. Und verlas, wie es sich für Adel gehört, von oben herab eine lapidare Antwort. Der nichtswürdige Pöbel versteht seinen Gedankenfluss ohnehin nicht, wozu also die Mühe?

Mein Tipp: Kommentare Abschalten und in Herrlichkeit walten 😉

Mit dem breiten Band der Verfügbarkeit

Die Stadt ruft zurzeit ihre Bürger aktiv auf, einen Fragenbogen zum Thema Internetanbindung und -Geschwindigkeit auszufüllen. Grund dafür seien die wiederholten Klagen über „mangelnde Verfügbarkeit von Breitband-Internet“, so die Meldung.

Anstatt sich auf die Angaben der Internet-Anbieter zu verlassen,  fragt uns also jetzt die Verwaltung, wie schnell wir so im Allgemeinen angebunden sind. Die Ergebnisse der Umfrage sollen Grundlage für Gespräche mit den Anbietern sein.

Ist doch erstmal top, und der Fragebogen ist auch weitgehend anonymisiert (Straße und Hausnummer müssen logischerweise angegeben werden). Mir ist nur aufgefallen, dass die Frage nach der genutzten DSL-Geschwindigkeit zu Irritationen führen könnte: Viele werden hier einfach die Zahl angeben, die sie bei ihrem Provider auf der Rechnung finden, denn so sind die Antwortmöglichkeiten im Dropdown-Feld auch formuliert. Die „gebuchte“ Geschwindigkeit stimmt aber selten mit der überein, die tatsächlich beim Kunden ankommt.

Beispiel: Ein kleiner Test bei mir Zuhause zeigt, dass von meinem gebuchten  und bezahlten DSL 6000 (Downloadgeschwindigkeit von max. 6016 kbit/s) gerade mal 2930 kbit/s übrig bleiben. Also die Hälfte.

Ich weiß, solche Fragebögen müssen kurz bleiben, damit sie auch ausgefüllt werden. Aber diese Frage, in Kombination mit einem Hier-können-Sie-selbst-mal-testen-Link hätte bestimmt spannende Fakten hervorgeholt, die auch für Verhandlungen nützlich gewesen wären.

Ich mache selten Aufrufe, aber in diesem Fall kann ich es ruhig mal riskieren: Macht mit bei der Fragebogen-Aktion der städtischen Verwaltung, auf dass wir demnächst alle schneller surfen können denn je ;o)

1. Lippstädter Bloggertreffen

Nur drüber reden nutzt nichts. Man muss es tun. Und weil zumindest im Lippstadt-Blog die Anfragen immer heftiger werden, berufe ich hiermit am Donnerstag, 04. Dezember 2008 um 19 Uhr das erste loggere Lippstädter Bloggertreffen ein (bitte weitersagen).

Treffpunkt zum gegenseitigen Beschnuppern bei leggerem Glühwein wird der Lippstädter Weihnachtsmarkt sein. Wie vorgeschlagen (das Wort Peinlichkeit ist mir bekanntermaßen fremd), werde ich zum Einsammeln um 19 Uhr mit einer roten Kopfbedeckung samt Blinklicht am Bürgerbrunnen stehen. Wer’s mir gleichtut, bekommt ’nen bekömmlichen Glühwein ausgegeben ;o) Einen Tisch am Glühweinstand reservieren wird sicher nicht leicht, muss aber denke ich auch nicht sein.

Bin gespannt, wer alles dabei ist.

Teuflisch gut

Zum Wochenende war`s soweit:

666

Wenn die Beiträge dieselbe Zahl erreichen, gebe ich einen aus – auf dem dann hoffentlich schon etablierten Bloggertreffen.

Wadde ma!

Von keiner anderen Ampel in keiner anderen Stadt würde ich mich so frech anduzen lassen, wie von dieser:

Imperativampel

Aber sie hat ja so recht! Diese ganzen political-correctness-„Bitte warten“-Funzeln sind dagegen doch nur weichgespülte Funktionserfüller, Verkehrsschilder mit Licht.

Und dann merkste ersma, was de an sonner Charakterampel haben tuhs!

Und danach?

Morgen wird gewählt. Der erste Ratsbürgerentscheid in Lippstadt. Auf Grund der begrenzten Möglichkeiten wie diese Wahl ausgehen kann (Ja oder Nein), entstehen zwei Varianten, wie es weiter gehen kann, mit der südlichen Altstadt.

 

Variante 1

Wenn sich die BürgerInnen der Stadt Lippstadt gegen den Ratsbeschluss entscheiden, sind die Verantwortlichen der Stadt einmal mehr aufgefordert sich mit den durchaus realistischen Alternativen auseinander zu setzen.
Sie können sich weder trotzig stellen noch eine leicht modifizierte Variante umsetzten.

Dann heißt es, es muss neu Überlegt werden. Es bedeutet aber nicht, dass nichts passieren wird. Es war nie das Ansinnen der Bürgerinitiative, dass auf dem Güterbahnhofgelände nichts verändert wird. Es sollte lediglich verträglich für Lippstadt entwickelt werden. Wer immer noch meint, dass dies nicht möglich ist, der hat sich leider in den letzten 1 ½ Jahren nicht mit den erarbeiteten Inhalten der Bürgerinitiative auseinander gesetzt.

 

Variante 2
Die BürgerInnen bekräftigen den Ratsbeschluss. Dann heißt es für die Stadt, dass dieser auch wie Beschlossen umzusetzen ist, damit er seine Gültigkeit behält.
Der Ratsbeschluss ist mit einigen Zwangspunkten behaftet. Erst wenn diese auch alle erfüllt sind, hat der Ratsbeschluss eine rechtkräftige Wirkung und kann durchgeführt werden.

 

 

Wir sehen also, dass auch nach dem 09. November noch nicht alles entschieden sein muss. Aber viel wichtiger als das ist doch die Tatsache, dass die BürgerInnen der Stadt Lippstadt selbst und direkt an dieser Entscheidung mitwirken konnten. Das allein sollte doch den Verantwortlichen gezeigt haben, wie wichtig uns (den BürgerInnen) unsere Heimat ist.

Achtung Werbung VII

Dieser Artikel ist Teil einer Serie.
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Da hört man ganz ahnungslos Hellweg-Radio, eigentlich so nebenbei, als plötzlich eine sehr eindringliche Stimme sagt: „Guten Tach, hier ist Heinrich der singende Schäfer …“. Wenn Ihr mal hören wollt:

Bauer Heinrich – Der Spot

Bauer Heinrich – Der Reminder

Mein erster Gedanke war „Das kann nicht dieser Bauer von RTL sein, oder?!“ Er ist es. Und hat mich dazu gebracht, einen Werbespot des Hellweg-Radios von vorne bis hinten anzuhören. Das Wichtige aber ist: Ich habe ihn erkannt, dabei schaue ich das RTL-Format „Bauer sucht Frau“ überhaupt nicht. Ich mag es nicht mal.

Und genau darin wird auch der Erfolg des Spots liegen: Die Serie hat eine hohe (boulevard)gesellschaftliche Bekanntheit, durch fast alle Schichten hinweg. Und deshalb hat ein heimischer Bauer mit „echten Zügen“ in einem Radiospot nicht nur regionalen Bezug, sondern auch auf einmal das, was man im Werbedeutsch „Impact“ und „hohe Recognition“ nennt. Will sagen: Die Werbung hat eine starke Wirkung auf den Hörer und wenn der Spot den ganzen Monat lang gelaufen ist, werden ihn hinterher überdurchschnittlich viele Leute (wiederer)kennen.

Das Verkaufsteam des Hellweg-Radios hat mir übrigens verraten, dass von der Idee über den Besuch bei Bauer Heinrich bis zum fertigen Funkspot gerade einmal 15 Stunden ins Land zogen. Gute Idee, prompt durchgezogen, zur richtigen Zeit gesendet. Top!

Die Spots durfte ich mit freundlicher Genehmigung des Hellweg-Radios hier einbinden, dafür an dieser Stelle vielen Dank!

Edit: Machtwort mit Symbolbedeutung?!

Christoph Barnstorf-Laumanns höchstpersönlich hat jetzt auf diesen Blogartikel von Hartmut Befeldt und auf die „Entwicklungsvorlage“ auf der Aktionsseite ja-ich-bin-dagegen.de  (siehe hier im Kommentarstrang) reagiert:

***** Der Patriot – In eigener Sache*****

Für den Patrioten – und für Herrn Barnstorf-Laumanns selbst – ist das m.E. ein Wahnsinns-Schritt! Eine Lippstädter (!) Tageszeitung antwortet öffentlich und von höchster Stelle auf Anschuldigungen eines Weblogs! Der Patriot hat sich damit soeben einen Schritt weit aus dem medialen Mittelalter (und seiner Kernkompetenz „Print“) herausgewagt. Das Thema ist nicht gerade erfreulich, zugegeben. Aber wenn das nötig war, damit der Patriot wirklich im Web ankommt und Blogger als“ernstzunehmend“ anerkennt – bitteschön. Was für zukünftige amerikanische Präsidenten* Normalität ist, musste im behüteten Lippstadt erst noch bitter gelernt werden: Das Web 2.0 hat Gewicht. Und kein geringes.

Ich hoffe, dieser Schritt bleibt kein Einzelfall. Und das nächste Mal kann man Weblogs ja auch mal positiv erwähnen ;o)

* Falls jemand irgendwann mal auf diesen Artikel stößt und nicht weiß, was der Vergleich soll: Seit heute steht Barack Obama als Präsident der USA fest  😉

EDIT 06.11.2008:
Das Thema „Altstadt“ und das zuletzt aufgetauchte Web-Dokument von Herrn Boneberger erhitzen die Gemüter (zurecht) ziemlich stark. Und deshalb, um Missverständnissen in diesem Artikel mal gleich vorzubeugen : Das Schreiben von Herrn Barnstorf-Laumanns finde ich inhaltlich komplett richtig. Dass wir dieselbe Meinung vertreten, habe ich eigentlich schon in den Shortlinks vom 29.10.2008 deutlich gemacht.

Worum es mir in dem Artikel aber eigentlich geht, ist der als sehr positiv zu bewertende  Schritt des „Patriot“, auf Inhalte eines Weblogs Bezug zu nehmen. Das ist zwar in weblogtypischem „Na endlich kommen die klassischen Medien mal in die Hufe“-Ton passiert, soll aber eher eine konstruktive Kritik an einer von mir ansonsten sehr gerne gelesenen Zeitung sein.

 

EDIT 15.12.2016:
Viele Zeit ist ins Land gezogen, fast ein Jahr lang arbeite ich nicht mehr in Lippstadt. Und ein aktueller Fall aus meiner Branche (Die Agentur Scholz&Friends stellt sich öffentlich hinter einen ihrer Mitarbeiter, obwohl er mit einer Aktion dem Unternehmen Schaden beschert, mindestens in Form von Shitstorms) erinnert mich an etwas. Hier also ein kleiner Nachtrag.

Es gab auf diesen Blogbeitrag damals einiges an Reaktionen. Dies war ja nicht der erste Artikel, der sich mit dem Patriot beschäftigt. Vielleicht deshalb, vielleicht aber auch nur aufgrund der Zeilen oben hat sich der Verfasser des Kommentars „in eigener Sache“ mit meinem damaligen Arbeitgeber in Verbindung gesetzt. Ganz unschuldig wurde, wie ich hörte, gefragt, ob meine private Meinung hier im Lippstadt-Blog denn auch gleichzeitig die meines Arbeitgebers sei. Diese Vorgehensweise eines Vertreters der Meinungsfreiheit mag jeder für sich selbst beurteilen. Die Situation, in der ich mich daraufhin damals wiederfand war jedenfalls eine andere als die des Kollegen bei Scholz&Friends. Eine. Ganz. Andere. 

Graf Bernhard* …

… machte sich am Wochenende Gedanken zu Halloween. Und nannte den alten Brauch eine „neumodische Gruselfete“. Neu ist „Allhallows Eve“, also das Feiern des Vorabends zu Allerheiligen mit Gesang, Vigilien und Bonbons-erbetteln, aber überhaupt nicht. Im Gegenteil: Als der Freiherr zur Lippe sich samt Kettenhemd aufmachte unserer Stadt ihr Antlitz zu verleihen, war dieser Brauch bereits lange Tradition. Der Gruselaspekt wird zwar – und da gebe ich dem Grafen recht – von Wirtschaft, Film und Medien sehr geschickt für die eigene Sache genutzt.

Aber unter uns: Was das betrifft, stehen Weihnachten oder Ostern dem Halloween-Fest in Nichts nach.

* wieder ein kleiner Service für unsere „Digital Natives“: Gemeint ist die Kolummne „Graf Bernhard“ aus unserer Tageszeitung „Der Patriot“. Sehen kann man die nur, wenn man das Blatt kauft. Oder ein Patriot-Online-Abo erwirbt. Und genau das habe ich gestern getan – für wirklich günstige 2,50 Euro im Monat. Das Mehr an Infos lohnt sich – und zwar nicht nur wegen der Graf-Artikel.