Archiv für den Monat: Mai 2009

Werbung für ausverkauften Güter-Rock

Die wahrscheinlich letzte Möglichkeit, an Karten für das „Rock am Güter„-Festival zu kommen, hatten diese Mädels, die gegen DJ Olliver Kahn im Armdrücken antreten und eine Karte gewinnen konnten. Das Konzert ist nämlich ratzekahl ausverkauft. Glückwunsch an die Veranstalter, so ein Event hat aber den Erfolg auch verdient.

Wie klingt Lippstadt?

Irgendwie dreht sich alles in letzter Zeit um das Thema Musik (und hört auch so bald nicht wieder auf). Im weitesten Sinne hat dieses schnuckelige Fundstück auch damit zu tun.

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Also, wie klingt Lippstadt? Naja, doofe Frage, oder? Weiß ich doch, wohne ja schließlich hier. Und jemand, der nicht hier wohnt? Ist es für den vielleicht mal spannend, sich durch Lippstadts „Klangwelten“ zu navigieren?

Entscheidet selbst! Das Projekt „radio aporee“ verbindet Soundaufnahmen mit Google Maps und verleiht so Orten eine Akustik. Hier ein paar Beispiele:

:: Friedrichschleuse
:: Entengeschnatter nähe Jahnplatz
:: Skater am Jahnplatz

    Um alle bisherigen Lippstädter Sounds zu hören, muss man folgendens tun:

    1. Website aufrufen
    2. Auf den Navipunkt „search +“ gehen und „::: maps“ auswählen
    3. „Lippstadt“ eingeben

      Fertig. Ein Sound ist übrigens falsch zugeordnet. Oder liege ich falsch und der Turm des Ostendorf-Gymnasiums beherbergt tatsächlich Kirchenglocken?

      Etikettenschwindel der musikalischen Art

      Ich habe noch nie eine Palme bestiegen, was ein Fuchsteufel ist weiß ich nur aus Erzählungen, meine Hutschnur ist aus Titan, kurz:  Ich bin eher einer dieser ruhigen, geduldigen Menschen. Das hat sich allerdings gestern kurzzeitig geändert, als ich das Lied „Der Lippstädter“ des Liedermachers Simon Titz gehört habe.

      Was der heimische Barde sich für dieses Lied zusammengedichtet hat (hier nachzuhören als kleiner Ausschnitt, mp3), ist Meilen entfernt von der Beschreibung eines typischen Lippstädters. Laut Herrn Titz liegen wir Lippstädter nämlich z. B. „in jedem Urlaubsland gern am Strand„, und das „trotz Hartz 4„. Mal abgesehen davon, dass Lippstädter demnach nie in Binnenstaaten Urlaub machen – am Strand liegen noch ganz viele andere Leute gern, die nicht unbedingt Lippstädter sind. Es kommt noch besser: Ich persönlich liege eher ungern am Strand, obwohl ich Lippstädter bin.

      Der Songtext würde genauso gut oder schlecht auf jede andere Stadt und ihre Bewohner passen. Das hat Herr Titz aber auch schon bemerkt: Das selbe Lied gibt es nochmal, nur dass er statt „Lippstädter“ jedesmal „Deutschländer“ singt (hier wieder ein Ausschnitt, mp3).

      Wie ich’s auch wende, ich werde aus dem Song nicht schlau und fühle mich irgendwie nicht wirklich repräsentiert. Ich finde, wenn man ein Lied über“den Lippstädter“ macht, sollte der auch irgendwie charakterisiert werden. Das ist garnicht so leicht. Aber wenn man es nicht hinbekommt sollte man es besser lassen, und keinen Etikettenschwinkel betreiben.

      Und wer zur Hölle ist eigentlich dieser „Zieh aus dem Eis“?

      Erste Liedtexte fuer Suedwestfalen-Melodie

      Ich glaube, da müssen die heimischen Bands mal ran. Wie erwartet, kommt derzeit beim Liedtexten für die Südwestfalen-Melodie viel … Romantisches an. Das muss nicht schlecht sein, aber ich persönlich hätte es gern etwas moderner.

      Also dann, Party DJ Olli Kahn, nopedosesmackballz, Ground Level Control, Saviors of Soul, Herr Horn, Habanera, Flint&Kras oder wer auch immer hier grade nicht steht (nicht böse sein, die Reihenfolge ist übrigens auch zufällig): TUT WAS DAGEGEN!!! 

      OT: Die Waffen der Bielefelder Kultur

      Im benachbarten Bielefeld-Blog wird sich gerne mal lang und satt über heimische Werbung ausgelassen. Was haben sich die Bielefelder, allen voran eine gewisse Altherrenriege, beispielsweise aufgeregt im letzten Jahr über die Pommes-Rot-Weiß-Werbung zum dortigen Kultursommer-Programm. Man könnte behaupten, die Gemüter waren im Sommer 2008 so heiß wie Frittenfett! Nachzulesen hier. Wenn Ihr bitte auch das damalige Motiv ansehen wollt:

      Und in diesem Jahr? Nichts! Stille! Kein Sterbenswörtchen! Dabei hätte gerade das Kultursommer-Motiv in diesem Jahr allerfeinstes Draufdresch-Potenzial – im Angesicht von Amkläufen, verschärften Waffengesetzen und anvisiertem Paintball-Verbot. Wenn Ihr auch dieses Bild bitte kurz begutachten möchtet:

      Andererseits hatten Waffen ja immer schon irgendwie „kulturbildende“ Wirkung, zumindest mehr als Pommes. Trotzdem, liebe Bielefelder: Bitte wach werden, es gibt wieder Werbung zu zerfleischen!

      Eine Melodie für (Sued)Westfalen

      … hat sich die Südwestfalenagentur einfallen lassen. Warum wir so etwas benötigen, kann ich nicht genau sagen. Dafür ist für fast jeden Geschmack etwas dabei, es gibt eine Swing-, eine Rock-, eine Klassik- und eine Funk-Variante des Liedes (Ganz klar, da fehlt mindestens das Metal-Pendant. Das würde ich mir dann sogar als Klingelton herunterladen. Also, vielleicht …). Kann ein solches Lied helfen, die Region Südwestfalen als solche zu erkennen und sich damit zu identifizieren?

      Mögen Sie Ihre Events lieber online, oder doch analog?

      Mit Grauen habe ich festgestellt, dass die letzte wirkliche Meinungsverschiedenheit mit annalog eigentlich schon viel zu lange her ist. Das geht natürlich überhaupt nicht, eingedenk der zarten Töne, die unser erstes Blog-ZusammenAufeinandertreffen verursacht hat. Und Traditionen wollen eben gepflegt sein ;o)

      In ihrem aktuellen Blogartikel zeigt anna sich vom Geseker Eventkalender überzeugt – und verbindet das mit einem Lob auf die Provinz. Und ich muss sagen, wenn man jetzt mal nicht das High-End-Produkt einer Weltmetropole als Messlatte heranzieht: Sie hat recht. Für einen Dorfkalender ist die Online-Darstellung inklusive PDF-Version sogar schon fast sowas wie ein Vorstoß in Web-2.0-Gefilde, Bravo! Aber anna sagt auch, dass man sich in Lippstadt davon eine Scheibe abschneiden könne. Was im Umkehrschluss heißt, der Lippstädter Online-Eventkalender sei irgendwie schlechter:

      „Man höre und staune (und damit meine ich besonders die Lippstädter – kann manchmal nicht schaden): Es gibt in Geseke sogar einen Veranstaltungskalender, in dem wunderfein für jeden Tag des Jahres jedwede Veranstaltung aufgelistet ist.“

      Ich habe gehört – sogar gelesen – aber nicht gestaunt. Einen solchen Online-Veranstaltungskalender hat die Stadt Lippstadt doch auch. Einzig eine PDF-Version wie in Geseke gibt es nicht, und das hat IMHO zwei gute Gründe. Einerseits kann jeder spontan im Mai eine Weihnachtsfeier planen und sie trotzdem noch für Dezember hinzufügen.  Und andererseits: Schauen wir einfach mal heute am 13.05.2009 in den Lippstädter Online-Kalender, so sehen wir dort neun Einträge. Die alle in einen ausdruckbaren Kalender zu bringen, und das – zumindest potenziell – für jeden Tag, ist … hm … sportlich.
      Mit anderen Worten: In Geseke kann man einen solchen Kalender in PDF-Form anbieten, da selten mehr als drei Termine pro Tag stattfinden. Und das ist für alle, die ganz a(n)nalog lieber Papier in der Hand halten/an die Wand pinnen, auch eine wunderbare Einrichtung. Im weltweit bekannten Eventparadies Lippstadt hingegen ist so etwas aufgrund des schier unerschöpflichen Veranstaltungsangebots aber leider unmöglich ;o)

      Etwas Gutes hat die Sache: Die Lippstädter unter uns kennen jetzt auch den Geseker Eventkalender und drucken ihn sich vieleicht sogar aus …

      Shortlinks 07.05.2009

      Uns Kalle ist die „Schande von Lippstadt“?
      Lese ich zum ersten Mal, hat sich aber anscheinend bereits gesetzt. Weiß jemand, wie es zu diesem Beinamen kam?

      Kirsten Konradi appelliert an Werbemacher
      … und spricht damit vielen aus der Seele, wie man an den Kommentaren sehen kann.

      Böse Mädels kommen überall hin
      Am Samstag sind sie in der „Südmeile“ (Südertor 16) und machen Musik.

      Nochmal Musik: Katrin schaut vorbei
      Am 22. Mai ist Katrin Wulff (wir nennen sie liebevoll den „Kanarienvogel von Cappel“) auf dem Rathausplatz zu sehen und zu hören. Mein persönlicher Tipp für’s Altstadtfest!!!

      7,5 Mio Euro für Lippstadt – doch wofür?
      DerWesten hat mal nachgefragt. Das Gymnasium Schloss Overhagen bleibt bei der Geldvergabe anscheinend auf der Strecke. Dabei sollen doch 65% in die Bildung gehen?!

      Und zuguterletzt:
      Es dauert nicht mehr lange, und ich werde 35. Der Rest des Jahres steht deshalb unter folgendem Motto:

      Keep calm and carry on

      Das Kreuzberg Südwestfalens

      Redaktionsgespräch in der Lokalzeit Südwestfalen:

      Redakteur A: „Wir müssen was zum Thema erster Mai und Saufen bringen. Die Polizei will da so’n neues Gerät zeigen.“

      Redakteurin B: „OK, wo gehen wir hin? Schauen wir uns hier in Siegen mal um?“

      Redakteur A: „Quatsch, ins Sauerland. Da wird doch am meisten gezecht.“

      Studioleiterin: „Ihr liegt beide falsch. Wir drehen in Lippstadt. Das ist bekanntlich die Hochburg für Saufgelage am ersten Mai. Quasi das Kreuzberg Südwestfalens. Hier: Albersee – wurde schonmal geschlossen wegen Prügeleien. Oder dieser Freie Stuhl – da geht’s auf ner Wiese wohl immer richtig rund.“

      So oder so ähnlich muss es wohl gewesen sein. Und auch, wenn die Redaktion sich von der Wahlkampf-PR der Berliner Drogenbeauftragten ordentlich in Bockshorn jagen ließ (siehe Anmoderation), der Bericht ist doch ganz nett geworden. Die meisten Tests haben allerdings ergeben, dass wir alle ganz brave Bürger sind, die nur Fruchtsaft trinken. *schulterzuck* Wären sie mal doch lieber ins Sauerland gefahren. Da ist trinktechnisch einfach mehr los …