Lippstadt-Blog: Das Weblog von Lippstadtern für Lippstadter

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Di
26
Mai '09

Etikettenschwindel der musikalischen Art

Ich habe noch nie eine Palme bestiegen, was ein Fuchsteufel ist weiß ich nur aus Erzählungen, meine Hutschnur ist aus Titan, kurz:  Ich bin eher einer dieser ruhigen, geduldigen Menschen. Das hat sich allerdings gestern kurzzeitig geändert, als ich das Lied “Der Lippstädter” des Liedermachers Simon Titz gehört habe.

Was der heimische Barde sich für dieses Lied zusammengedichtet hat (hier nachzuhören als kleiner Ausschnitt, mp3), ist Meilen entfernt von der Beschreibung eines typischen Lippstädters. Laut Herrn Titz liegen wir Lippstädter nämlich z. B. “in jedem Urlaubsland gern am Strand“, und das “trotz Hartz 4“. Mal abgesehen davon, dass Lippstädter demnach nie in Binnenstaaten Urlaub machen - am Strand liegen noch ganz viele andere Leute gern, die nicht unbedingt Lippstädter sind. Es kommt noch besser: Ich persönlich liege eher ungern am Strand, obwohl ich Lippstädter bin.

Der Songtext würde genauso gut oder schlecht auf jede andere Stadt und ihre Bewohner passen. Das hat Herr Titz aber auch schon bemerkt: Das selbe Lied gibt es nochmal, nur dass er statt “Lippstädter” jedesmal “Deutschländer” singt (hier wieder ein Ausschnitt, mp3).

Wie ich’s auch wende, ich werde aus dem Song nicht schlau und fühle mich irgendwie nicht wirklich repräsentiert. Ich finde, wenn man ein Lied über”den Lippstädter” macht, sollte der auch irgendwie charakterisiert werden. Das ist garnicht so leicht. Aber wenn man es nicht hinbekommt sollte man es besser lassen, und keinen Etikettenschwinkel betreiben.

Und wer zur Hölle ist eigentlich dieser “Zieh aus dem Eis”?