Archiv für den Monat: Juli 2009

Peter Zadek

Heute wird berichtet dass Peter Zadek gestorben ist. Bundespräsident, Kanzlerin und viele andere haben ihn gewürdigt. Einer seiner ersten Filme war „Ich bin ein Elefant, Madame“. In Wiki heisst es dazu “ Der Film basiert auf dem Roman Die Unberatenen von Thomas Valentin (1963) sowie einer vorhergegangenen TV-Inszenierung des Romans unter seinem Originaltitel von 1966 durch Peter Zadek, und paraphrasiert die Studentenrevolte der 1960er Jahre. Der Schüler Rull probt an einem Gymnasium in Bremen den Aufstand und versucht die autoritären Strukturen seiner Schule zu durchbrechen. Es entsteht eine humorvolle Protestbewegung, die eine demokratische Schulform verlangt. Der Film zeigt dabei die Schüler während des Unterrichts und in ihrem Privatleben. Er entlarvt die Lehrer, die sich an der althergebrachten Form von Schule festklammern. Gleichzeitig versuchen die Schüler die fortschrittlichen Lehrer auf ihre Seite zu bringen.“
In Lippstadt erinnert der Name der Stadtbibliothek an Thomas Valentin.

Bielefeld-Blog flog soeben aus meiner RSS-Liste

Zwei Dinge: Erstens darf jeder im Netz soviel nörgeln wie er/sie will. Dafür bekommen wir aus Politik und Wirtschaft genügend Schelte und so lustige Beinamen wie z. B. „Klowände des Internets“. Nicht selten verfasse ich auch Artikel mit dem Prädikat „Dagegen“. Ich hoffe nur, dass bei mir nicht einfach schlicht beleidigende Wortkreationen und falsche Behauptungen vermischt und lauwarm serviert werden.

Zweitens haben die Stadtblogs Regeln für solche aufgestellt, die sich als Stadtblogger versuchen möchten. Eine dieser Regeln besagt, dass man gerne mal über den Tellerrand schauen darf, aber ansonsten über die eigene Stadt schreiben sollte. Das klingt ja auch ganz plausibel, wozu brauche ich ein Lippstadt-Blog, wenn ich die ganze Zeit über Bundespolitik schwadronieren will?

In beiden Bereichen benimmt sich das Bielefeld-Blog seit einiger Zeit ganz schön unanständig – ohne jeden Offtopic-Hinweis und bei Zitaten und Fotos ganz oft ohne Quellenangabe. Böse, Bielefeld-Blog, ohne Abendessen ins Bett!  Auf diese Punkte mal kritisch angesprochen, reagierte der Autor heute ziemlich aggressiv, in etwa mit den Worten: „Wenns dir nicht passt, dann lies das hier einfach nicht.“ Im laut gepriesenen Demokratiemedium Weblog scheint der Diskurs nicht immer erwünscht. So wie mein Interesse an Artikeln des Bielefeld-Blogs.

Na ja, bleib ich halt wech.

Brunnenwäsche

Sach ma, was war das denn eigentlich am Wochenende? Der Bürgerbrunnen, in feinsten Schaum gehüllt … vielleicht ’ne Aktion der Stadt: Ab sofort kann man sich am Marktplatz auch die Hände waschen?!

Buergerbrunnen Lippstadt  Buergerbrunnen Lippstadt

Das Netz kommt in der Lokalpresse an

Das Rumgeschreibsel vereinzelter Spinner „in diesem Internet da“ hat die Verlagswelt vor einigen Jahren noch ziemlich kalt gelassen. Später haben sie den Hobbytextern mit starken Tendenzen zur Anarchie einfach mangelnde Objektivität und wenig Recherchevermögen vorgeworfen. Irgendwann, als man merkte, dass das garnicht immer stimmen musste und man – sogar als Qualitätsmedium – auch selbst mal Fehler macht, begann die Umwälzung. Ganz leise wurde damit begonnen, Blog-Quellen ordnungsgemäß zu verlinken, es folgten wohlwollende Artikel über die Blogosphäre. Schlussendlich installierten die großen Verlage selbst Blogs, wie z. B. die Welt, Handelsblatt, DerWesten und andere.

Sogar in unseren Gefilden ist das Netz auf dem Vormarsch. So habe ich unlängst darauf hingewiesen, dass die Glocke einen Twitter-Account hat, über den sie ihre Top-Artikel verschleudert verlinkt. Wahnsinn!! Und jetzt das:

Die Neue Westfälische hat ab sofort ein Weblog!

Auch wenn mir das Selbstlob des Autors auf seinem Privatblog etwas seltsam vorkommt *räusper* – ich bin wie immer eher geneigt „Endlich“ zu sagen als „Viel zu spät“. Ein solcher Schritt bedeutet immerhin, dass man Redakteurs- und IT-Zeit bindet- also Geld. Eventuell – je nach Organisation – gibt man sogar ein Stück Kontrolle über die Inhalte ab. Das alles ist abzuwägen und nicht „mal eben“ beschlossen. Trotzdem wird es eng für solche (auch lokalen) Verlage, die heute den Einsatz von Blogs und Social-Media-Tools nicht mindestens auf ihre Zweckmäßigkeit hin überprüfen.

Ich wünsche Rouven Ridder von der NW viel Erfolg und jede Menge Spaß bei seinem Projekt! Und warte ab sofort mit noch mehr Spannung auf den angekündigten Relaunch von derpatriot.de.