… meinen einige Leser unserer geschätzten Heimatzeitung, zwei Leserbriefe des heutigen Tages haben meinen wunden Punkt getroffen.
Da beschwert sich zunächst einmal jemand über die ausgesprochen schlechte Qualität der gelben Wertstoffsäcke. Den Verfasser dieses Briefes muss ich aber direkt zurechtweisen: Das die Qualität, die jedem bekannt ist, der schon einmal einen halbvollen Sack zugeschnürt hat um dann festzustellen, dass sich der Inhalt durch die Unterseite (manchmal auch seitlich) bereits wieder davongemacht hat und die frisch geputzte Küche wieder in den Zustand vor der Reinigung zurückversetzt, so schlecht ist, sollte eigentlich ein unausgesprochenes, offenes Geheimnis bleiben.
Der Tipp war ja richtig, denn wenn man dann den sich verteilenden Dreck in der Küche beobachtet, greift man automatisch zum zweiten Beutel, wiederholt die Prozedur und stellt fest: Das Platzen der Säcke ist bereits bei Viertelfüllung zuverlässig reproduzierbar, sofern man nicht nur Styropor verklappen möchte, der allerdings oftmals durch ungünstige Form und Ausdehnung bereits beim Hineinwerfen einen schönen, langen Riss in der Außenhaut des Sackes hinterlässt.
Klar, die Säcke sind über die Jahre regelmäßig dünner und im Durchmesser kleiner geworden. Da sich der zu entsorgende der Wertstoff in seiner Darreichungsform als Umverpackung um Lebensmittel wie Äpfel und Bananen einer nahezu inflationären Beliebtheit in der produzierenden Industrie erfreut, ergibt sich die Situation, wie im Leserbrief geschildert: Mehr Säcke werden benötigt, weil mehr Müll anfällt, weniger in den einzelnen Sack hineinpasst und die Gefahr der Rissbildung die Verfüllung bis zum Kragen keinesfalls mehr möglich ist.
Das die fürsorgliche Entsorgungsgesellschaft nun vermutet, es könne damit zusammenhängen, dass die Säcke missbraucht werden, empfinde ich sehr belustigend. Ich bitte daher um Vorschläge, wie man die Wertstoffsäcke anderweitig nutzen kann. Vielleicht gibt es tatsächlich einen Verwendungszweck, bei der die miese Qualität des Materials keine Rolle spielt? Vielleicht bekommen wir ja eines Tages ressourcen- und nervenschondendeTonnen und das Problem mit dem ollen Sack erledigt sich dann.
Der zweite Leserbrief befasst sich mit dem Stand der Planungen für das Allwetterbad. Hier wurde in der Heimatzeitung berichtet, man könne leider keine 50 Meter Bahn mehr realisieren, ersatzweise wird die Wassertiefe um 20 Zentimeter erhöht, bzw. das Becken um den Betrag vertieft. In diesem Zusammenhang mutmaßte der Verfasser, man wolle damit eine zweistöckige Benutzung des Beckens ermöglichen um die fehlende Länge des Beckens zu kompensieren.
Natürlich ist das Quatsch. Das Becken wird tiefer, damit die Kosten weiter steigen. Die Mehrkosten der Planung sind offensichtlich nicht hinlänglich geeignet, das Projekt zum finanziellen Super GAU geraten zu lassen; daher die zusätzlichen 20 Zentimeter. Später wird sich dann herausstellen, dass die Bauausführung analog zur Planung ebenfalls mit Mehrkosten verbunden ist und das kann man dann mit der Änderung der Wassertiefe begründen.
Vielleicht möchte man aber nur besonders vorausschauend sein. Da die Planung nach guter Tradition durch aus noch ein paar Jahre andauern könnte, sollte man die Entwicklung der durchschnittlichen Körpergröße der Deutschen mit in die Planung einbeziehen. Und falls das Bad früher fertig wird, freuen sich insbesondere ältere Menschen, die ja kleiner sind bei 2 Meter Wassertiefe eher mal absaufen. Das entlastet die Rentenkasse.
In Lippstadt passiert nichts ohne Grund und wir haben immer tolle Pläne. Und außerdem geht es nicht um einen Swimmingpool im Garten, sondern um eine ganze Badeanstalt; da gibt es keine verwertbaren Erfahrungen, so eine Expedition ins Ungewisse kostet nun einmal…
Einen Leserbrief vermisse ich übrigens (vermutlich, weil ich ihn nie abgeschickt habe), doch wo wir gerade beim Thema sorgfältige Planung sind:
Wie kann es bitte geschehen, dass bei der Planung einer Straße, die durch so viele kompetente Hände gegangen ist, wie kann es also passieren, dass man erst nach über zwanzig Jahren, just nach dem ersten Spatenstich die spontane Eingebung entwickelt, die Bauausführung könne sich verzögern, weil man Blindgänger im Boden vermutet?
Oder anders gefragt: Stecken die Blindgänger wirklich im Boden?
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