Lippstadt-Blog: Das Weblog von Lippstadtern für Lippstadter

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Februar 2010
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Do
25
Feb '10

Sonnenallee

Veränderungen im Stadtbild sind ja eigentlich nichts besonderes. Und der hässliche Kasten an der Cappelstraße ist nun wirklich keine Träne wert. Jetzt ist er weg (na ja, fast).
Bevor die freigewordene Parzelle wieder bebaut wird, verschafft die Baulücke zusammen mit dem Eckgrundstück an der Fleischhauerstraße Anwohnern und Passanten ein wesentlich helleres Umfeld. Am Ende wird aus der Cappelstraße noch eine Sonnenallee? Weitere Lücken findet man an der Ecke Spielplatzstraße und, wenn auch nicht direkt an der Cappelstraße gelegen, neben dem Sparkassegebäude. Dort wo einst die Stadtbibliothek war, kann man ja schon seit geraumer Zeit einen Blick auf die schmucken Häuschen werfen, die bis zum Abbruch besagten Gebäudes ein Schattendasein führten.
Die Baulücke zwischen Soest- und Kolpingstraße ist ja nun schon wieder gefüllt, langfristig wird die Sonnenallee in der Wahrnehmung wohl wieder auf die viel zu enge, vielfach “ausgezeichnete” Hauptverkehrskrampfader beschränkt, die zur Güterkauflandbrache führt, wo Christen, Liberale und Bürgerdemokraten und andere Hobbystadtplaner im Sand der frommen Denkungsart herumstochern und auf der Suche nach Konzepten auf Öl stoßen. Oder so ähnlich.
Und wenn sie sich nicht den Sand in den Kopf gesteckt haben, dann bohren sie bis aufs Zahnfleisch.

Sa
6
Feb '10

Kyrill Sturmschäden

Da stand in der letzten Woche in der Tageszeitung doch tatsächlich, man solle Gerüchten nicht glauben, unser Stadtoberhaupt zum Ende der Legislaturperiode suche sein Heil in der Flucht; er habe jedoch keinen Spaß daran, sieben Säcke Flöhe zu hüten. Wem seine eigene Partei auf der Nase herumtanzt, darf sich bei Fraktionsvermehrungen nicht ärgern. Ich persönlich glaube nicht an Gerüchte, eher schon an fromme Wünsche.

Gut drauf achten: Das Gutachten

Interessante Hypothese, die der Gutachter von der GMA da aufstellt: 14% Kaufkraft wandern aus Lippstadt ab (wohin eigentlich?), daher sollte man schnellstens 17.000m² an zusätzlicher Einzelhandelsfläche schaffen, um diesen Verlust zu kompensieren. Natürlich stimmt es, dass man bei einer prozentualen Berechnung zusätzliche Kaufkraft in Lippstadt generiert, aber warum lässt man die 14% abwandern, ohne sich mal zu fragen, wie man dieses Problem lösen könnte? Wenn ich mir einige Erfahrungen im Lippstädter Einzelhandel in Erinnerung rufe, bin ich zumindest froh, dass ich als Eingeborener Alternativen mit ansprechendem Service und guter Sortimentierung innerhalb der Stadtgrenzen kenne. Übrigens handelt es sich dabei meist nicht um die “Großen Namen”, die wir ja auch, wenn auch nicht im gleichen Maße wie Soest oder Städte des Ruhrgebiets, in unserer Stadt finden, sondern um die kleinen Betriebe, die den Servicegedanken noch ausleben.
Jedenfalls leuchtet mir nicht ein, warum wir die Einzelhandelsfläche Lippstadts mal eben um wahnwitzige 17.000m² aufstocken sollen. Allerdings ist der zweckdienliche Ansatz dieser Empfehlung ein paar Zeilen später ersichtlich: Dort wird nämlich klargestellt, dass die Innenstadt diese Flächen nur am Güterbahnhof freisetzen kann. Und damit niemand auf die Idee käme, das Südertor wäre eine Alternative, wird dieses schon mal ohne weitere Begründung ausgeschlossen und als Zusatzoption ohne großes Potential deklariert.
Meiner Meinung nach handelt es sich bei der GMA- Nummer um ein Gefälligkeitsgutachten, welches wichtige Einflüsse (Internet, Bevölkerungsstruktur) und strukturelle Tatsachen (Distanz Bernhardbrunnen/Südertor und Distanz Bernhardbrunnen/Güterbahnhof) ignoriert. Einigermaßen intelligente Zeitgenossen würden wohl zu dem Ergebnis kommen, dass man vielleicht eher die Probleme des Leerstands (Miet/Pachthöhe in 1a und 1b Lagen!!!), die Organisation der Einzelhändler (Zusammenarbeit und stringentes Marketing zum Wohle Aller und nicht auf Kosten Einzelner) und die Überarbeitung der Sortiments-, Verkaufsraum- und Servicekonzeption (Drecksladen ohne Auswahl mit unfreundlichem Verkaufspersonal) forcieren sollte, anstatt teure Gutachten zweifelhafter Sachlichkeit in Auftrag zu geben. Nur weil das Güterbahnhofsprojekt nun auf die Zielgerade des Orkus einschwenkt muss sich die Stadt nicht blindem Aktionismus unter dem Leitmotiv “Seht! Wir haben es immer gewusst!” ergehen. Die Gretchenfrage lautet immer noch: Wie soll ein Supermarkt mit 5.000m² den Kaufkraftverlust in Lippstadt verringern und Käufer aus dem Umland nach Lippstadt locken? Gibt es im näheren Umkreis etwa keine Tiefkühlkost zu kaufen?