…und dann war da noch die ESG, die uns, weil wir Deutschen ja so gerne Müll trennen demnächst noch die ein oder andere Sortieraufgabe aufdrückt: Metall und Kunststoff sollen getrennt entsorgt werden. Aha, fragt sich, wie ich das bei den Getränkekartons leisten soll, die bestehen ja auch noch aus Papier und die Trennung dauert halt. Bekomme ich die Zeit dann bezahlt? Mal abgesehen davon, dass ich keine Lust habe, weiter “Wertstoffe” zu sortieren, in Plastikbeutel mit Sollbruchstellen zu verteilen und am Ende dann sechsmal in der Woche die gewünschte Abfallsorte für die Entsorger auf die Straße zu stellen. Der Abfallkalender sieht jetzt schon aus, wie eine Collage zum Thema Farbenlehre. Welche Farben bekommt eigentlich der Metallwertsack? Rosa? Oder gibt’s Tonnen (habe ich keinen Platz für)?
So langsam denke ich über eine Trennverweigerung nach: Zu einen lässt die Müllabfuhr einen Karton mit der papierenen Umverpackung vom letzten Möbeleinkauf stumpf im Regen stehen (eine weitere Tonne lohnt sich nicht und zum Bauhof fahren, dazu habe ich schlichtweg keine Lust), während in anderen Städten private Entsorger Papiertonnen auf eigene Faust und ohne Berechtigung leeren, weil der Wertstoff so heiß begehrt ist und sich der Krieg mit dem offiziellen Entsorger offensichtlich rentiert. In Lippstadt muss aber genau an dieser Stelle Zucht und Ordnung herrschen und daher bleibt das edle Altpapier liegen. Derweil verbringe ich dann einen Sonntagmorgen mit Sortieren und versacke zwischen den Wertstoffen, die sich aufgrund der zu dünnen Säcke auf dem Küchenboden verteilen. Wenn dann alles ordnungsgemäß zusammengekehrt, artrein verpackt und bis an den Straßenrand geschleppt ist, kommt die ESG und schafft das Ganze Zeug zur nächsten Müllverbrennungsanlage, wo sie es für viel Geld an die Betreiber verhökert, die den ganzen Kram wieder in einen großen Haufen wiedervereint verbrennen und sich freuen, wenn sie nicht so arg zuheizen müssen und die Flamme nicht ausgeht.
Die Deutschen produzieren immer weniger Müll, haben aber viele große Verbrennungsanlagen, die nur dann kostendeckend arbeiten, wenn genügend Müll verbrannt werden kann. Also kauft man Wertstoff zu, der vorher vom Verbraucher liebevoll sortiert (und von einigen Hausfrauen sogar zuvor gereinigt wurde) und in kleinen Chargen abgeholt und dann einfach wieder zusammengekippt wird. Ökologisch gesehen absoluter Mist! Und wenn man wirklich verwerten würde, könnte man das auch mit ungetrenntem Müll tun: Die Trennung ist längst technisch beherrschbar.
Bleibt noch das Stadtbild, dass nachhaltig verschandelt wird, weil die gelben “Farbtupfer” am Straßenrand (oder wo sie der Wind gerade hingeweht hat) wohl kaum mit der historischen Altstadtkulisse harmonieren; eher denkt man an amerikanische Ghettos. Die Kosten durch den Sack, der trotz aller Bemühungen, die Errungenschaften der Dünschichttechnologie auszureizen, niemals so dünn sein wird, dass er billiger als eine wieder verwendbare Tonne wird, übernimmt ja der dumme Bürger.
Apropos Dünnschicht: Ich habe vor ein paar Wochen einen der Säcke an das Duale System Deutschland zu Untersuchung geschickt, bei einem informativen Anruf versicherte man mir, man würde die Konformität der Foliendicke prüfen und die ESG gegebenenfalls auffordern, sich an die Mindestvorgaben zu halten. Auf das Ergebnis bin ich mal gespannt…
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Die Sitzungen unserer Lokalpolitiker scheinen recht launig zu sein: Den schnippischen Kommentaren entsprechend heißt eine der Hauptdisziplinen offensichtlich “Herumblödeln”. Im konkreten Fall hat ein Mitglied der SPD- Fraktion die Jakobikirche als barrierefreien Versammlungsort ins Spiel gebracht und sich damit den Hohn eines Christdemokraten eingebrockt, der meinte, man könne die Sitzungen des Stadtrates dann ja in die Kirche verlegen.
Offensichtlich ist sich besagter Amtsträger wohl nicht ob der Korrelation dieser Aussage bewusst: seine Partei trägt ja nun mal das “christliche” im Namen und bei den Klopsen, die hin und wieder aus dem Kreise der Lokalpolitiker in die Realität des Bürgers hinein plumpsen fragt man sich durchaus, ob man das nun verstehen soll oder, in bester christlicher Tradition, wohl glauben muss…
Das Blöde mit der Linken ist ja, dass die Vorschläge zumeist ignoriert werden und da hat die Linke mit viel populistischen Getöse (zumeist auf Bundesebene und insbesondere durch ihre schillernden Galionsfiguren) selbst für gesorgt. Wenn dann aber etwas Vernünftiges kommt, steht es nur als Randnotiz in der Zeitung: So kam im vorliegenden Fall von der Lippstädter Zelle die Kritik ob der Verwendung einer Erbschaft an unsere Stadt für eine Stiftungsprofessur. Dass die örtliche Linke mit dem Geld lieber die Preissteigerung der Schulmahlzeiten abfedern will, ist die eine Sache; dass jedoch eine solche Professur, die in der Regel von der Wirtschaft gefördert werden sollte, nun aus einer Erbschaft unterfüttert wird empfinde ich persönlich wirklich nicht als gute Idee. Möchte man so der heimischen Wirtschaft diese Zumutung ersparen? Die örtlichen Konzerne, die ja nun direkt (und leider auch fast ausschließlich) von der FHL profitieren sollen, ja bereits mit dem Verkauf des Himmelreichs zu einem besonders fairen Preis (Ja, dies war definitiv ironisch gemeint) schon arg gebeutelt sind, hat die Stadt flugs die Erbschaftsprofessur erdacht. Wahrscheinlich ist man sich auf der einen Seite wieder mal zu fein, nachzufragen und auf der anderen Seite sitzt man ja auch nicht mit dem gefüllten Eimer im Fenster um auf Zuruf einen warmen Regen zu simulieren.
Wir haben doch die Wirtschaftsförderung – kann den da nicht mal einer der dort beheimateten hochkompetenten (Dies könnte ironisch gemeint sein) Fachleuten nach Invest… ähh ich meine… wirtschaftlichen Förderern suchen?
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Notiz: Testament ändern und das Geld direkt der Hella vermachen.


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