Archiv für den Monat: Oktober 2010

Eine tolle Idee, aber…

Als ich im Herbst 2009 zum ersten Mal von dem Tagebuch-Projekt zum 825jährigen Bestehen der Stadt Lippstadt gehört habe, war ich wirklich begeistert. Eine sehr schöne und nachhaltige Idee, wenn man sich mal vorstellt, wie es wohl sein würde, zum 850jährigen Jubiläum noch mal in den Tagebucheinträgen des Jahres 2010 zu blättern.

Aber irgendwie kam und kommt das Projekt nicht so richtig in die Puschen. Waren es im Januar lediglich zwei Tage an denen kein Eintrag verfasst wurde, im Februar lediglich vier, so wurden es im Laufe des Jahres immer mehr. Im September waren es schließlich nur noch zehn Einträge insgesamt, die von den Lippstädtern verfasst wurden.

Ich selbst habe mich natürlich auch beteiligt, die Einträge am 16. Februar und 13. Mai stammen aus meiner Feder und ich fand’s echt witzig, sich mit der Idee zu befassen. Aber schon da kamen kaum Reaktionen. Man merkte, dass kaum jemand die Beiträge gelesen hat. Aber woran hakt(e) es denn nun?

Manch einer wird das Verfassen des Textes für zu schwer, zu zeitaufwendig gehalten haben. Beides kann ich aber nicht bestätigen. Hat echt Spaß gemacht. Manch anderem wird es „zu blöd“ gewesen sein, aus seinem privaten Nähkästchen zu plaudern. Aber selbst das kann man ja umgehen in dem man die Berichte allgemeiner hält.

Aber auch die „Macher“ hinter diesem Projekt müssen sich Kritik gefallen lassen.

Kommt man nach einigen Umwegen und mehreren Klicks endlich zu der Homepage des Tagebuch-Projektes, so kann man nicht erkennen, welche Beiträge dazugekommen sind, seitdem man das letzte Mal die Homepage besucht hat. Also muss man entweder auf Gut Glück die chronologisch letzten Beiträge aufrufen oder sich immer wieder durch das komplette Tagebuch ackern.Irgendwann verliert man schnell die Lust, im Trüben nach den aktuellsten Einträgen zu suchen.

Dazu kommt, dass im Laufe des Jahres einige Beiträge abgelehnt wurden, die noch am Anfang des Jahres den Kriterien entsprochen hätten. Konnte am Anfang des Jahres sogar Links in die Beiträgen eingebunden werden oder gar Rückblicke auf vorangegangene Tage geworfen werden, so wurde für den 07.06.2010 ein Tagebucheintrag der Tennisschnupperkinder des TuS Lipperode mit der Begründung abgelehnt, das Tagebuch-Projekt sein kein Veranstaltungskalender der Vereine und zudem sei der Tagebucheintrag nicht aus der Sicht eines Einzelnen verfasst.

Wer sich die vorangegangen Beiträge unter http://www.tagebuch.derpatriot.de/ mal anschaut, wird schnell merken, dass diese Maßstäbe gerade im ersten Quartal des Jahres nicht immer eingehalten wurden. Und so blieben (Stand: heute) bis jetzt schon 141 Tage frei, wo man sich unter dem Strich natürlich schon fragt, ob das reichen wird, um das Tagebuch-Projekt am Ende in Buchform zu fassen. Ich befürchte, nein. Und das ist echt schade, dass die Grundidee dahinter finde ich wirklich klasse.

Vielleicht hat ja der ein oder andere noch die Möglichkeit rückblickend einen Tagebucheintrag zu verfassen, einen besonderen Tag zu Papier zu bringen und so das Tagebuch-Projekt an den bisher „weißen Tagen“ zu vervollständigen.

Wäre doch schade, wenn wir 2035 zum 850jährigen Jubiläum zurückblicken und sagen müssen: „Schade, in dem Stadttagebuch des Jahres 2010 hätte ich gerne mal geblättert…“