Lippstadt-Blog: Das Weblog von Lippstadtern für Lippstadter

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Mo
28
Feb '11

Lippstadt zum Fühlen, Sehen und Begreifen

Am 26.11.2010 war es soweit: das Bronze-Stadtmodell der Lippstädter Altstadt wurde feierlich enthüllt und stand ab sofort der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Bildhauer Egbert Broerken aus Lippetal hat schon etliche Tastmodelle aus Bronze erstellt, die nicht nur für Blinde und Sehbehinderte “sehenswert” sind.

“Zum 825sten Jahrestag der Stadt gespendet von den Service Clubs Inner Wheel Arnsberg-Soest, Inner Weheel Am Hellweg, Lions Club Lippstadt, Rotary Club Erwitte-Hellweg, Rotary Club Soest-Lippstadt, Round Table Table Lippstadt, Soroptimisten Club Lippstadt, Zonta Club Lippstadt, dem Heimatbund Lippstadt e.V., der Hanse-Gesellschaft Lippstadt e.V. und Lippstädter Bürgerinnen und Bürgern”
(Zitat vom Stadtmodell)

Das Tastmodell ist im Maßstab 1:1000 erstellt und umfasst die Lippstädter Altstadt innerhalb der Umfluten.
Die größeren Straßenzüge und wichtige Gebäude/Plätze und Sehenswürdigkeiten sind zudem mit kleineren Schriftzügen in Braille-Schrift (Blindenschrift) und “Schwarzschrift” (normaler Schrift) versehen, sodass sich Sehbehinderte und Blinde in dem Modell auch alleine durchtasten können.
Das Modell befindet sich zwischen der Marienkirche und dem Rathaus.

Wer das Modell bisher noch nicht “in Augenschein” oder “unter seine Fittiche” genommen hat, sollte dies bald nachholen – das Stadtmodell ist allemal sehenswert!

Nicht IKEA aber DEPOT

Ein neuer Deko-Tempel hat nun auch Lippstadt erreicht.
Natürlich ist es nicht IKEA, aber auch bei DEPOT gibt’s Teelichter zu kaufen. ;-)

Bereits im November 2010 eröffnete die neue DEPOT-Filiale in der Langen Straße 22 (ehem. Campo) – für
viele Frauen (und Männer!) nun eine Möglichkeit mehr, Dekoartikel, Bastelzubehör, Geschirr, Kochzubehör,
Heimtextilien und vieles mehr zu kaufen.
In den ersten Tagen wurden gleich Plastiktüten mit einer Deko-Blume und einem 10 %-Gutschein verteilt.
Der Laden war neu, also war der Ansturm groß: In Lippstadt war DEPOT bisher noch unbekannt.

Mittlerweile hat sich der neue Deko-Laden wohl integriert, der Ansturm ist vielleicht nicht mehr so
groß wie in den ersten Tagen (so scheint es mir zumindest), doch ist er immer noch gut besucht.

Natürlich gehe auch ich als Frau immer gerne dort hin – und wenn es nur ist, um neue Dekoideen zu
sammeln und festzustellen, dass man zu Hause für so viel Deko oft gar keinen Platz hat…
Doch auch ich habe dort schon einige Sachen gefunden, sodass der Jahrszeit oder Laune entsprechend
mal die Tischdeko getauscht wird und ungenutztes für einige Wochen oder Monate im Schrank verschwindet,
bis es wieder zum Einsatz kommt.

Wer aufs Geld achten muss oder will, der sollte allerdings die Preise vergleichen – nicht immer ist
DEPOT auch die günstigste Wahl.

Ich finde es dennoch gut, dass dort nicht noch ein Klamottenladen eröffnet wurde – davon haben wir
wahrlich in Lippstadt nun schon genug.

Einen IKEA-Besuch wird es trotzdem immer wieder mal geben – denn bei DEPOT gibt es keine Mandel-Torte,
Köttbullar oder HotDogs. ;-)

Di
22
Feb '11

Ein Highlight im Dunklen

Am 25. Februar ist es wieder soweit. Die KWL lädt zum Spaziergang zur guten Nacht ein. Grund genug auf den letzten Spaziergang zur guten Nacht zurückzublicken. Auch um mal zu zeigen, dass nicht alles in Lippstadt so schlecht ist, wie es hier im Blog oft rüberkommt. Vielleicht muss man auch einfach nur mal wieder die Augen für das Schöne öffnen, auch wenn es vielleicht noch so klein scheint. Und der Spaziergang zur guten Nacht ist wirklich ein Highlight im Dunkeln.

Warum?

Zum einen ist jeder von uns sicherlich schon mal an der einen oder anderen Installation der Lichtpromenade vorbeigegangen und hat sich seine Gedanken gemacht, zum anderen führt einen diese Stadtführung der besonderen Art an Orte an denen man sonst nie ist oder schon Ewigkeiten nicht mehr war.

Knapp zwei Stunden ist man vom Rathaus aus unterwegs und die Zeit vergeht wirklich wie im Flug. Was aber auch an den Kommentaren des Stadtführers Ulrich Bökenkamp liegt dem ich selbst so eine launig-kurzweilige Kommentierung ehrlich gesagt gar nicht zugetraut hatte. ;)

Der Weg der Lichtpromenade führt von der „Arche“ am Mattenklodt-Steg aus bis hin zum „Nachtflug“ auf Höhe der Herforder Straße und lässt trotz der detaillierten Ausführungen des Stadtführers viel Platz für eigene Interpretationen. Die insgesamt zehn Installationen sind HIER näher beschrieben:

Eingehen will ich hier eher auf meine beiden Favoriten:

UNDINE von Claudia Schmacke (Wilhelmschule)

UNDINE von Claudia Schmacke

“Undine“ von Claudia Schmacke findet sich in dem toten Arm zwischen Wilhelmschule und Café im Grünen Winkel. Das Zusammenspiel zwischen Licht, Klang und der Wasserbewegung ist wirklich faszinierend und wenn man sich darauf einlässt, ist einem das unbekannte Wesen unter Wasser ganz nah. Faszinierend ist vor allen Dingen das Wechselspiel zwischen Ruhe und Bewegung und auch die Tatsache, dass man tagsüber nichtsahnend an dieser Stelle vorbeigeht. Man muss sich gerade an dieser Stelle wirklich mal die Zeit nehmen, das Wechselspiel auf sich wirken zu lassen und in Ruhe zu genießen.

DER MITTLER von Frank Schulte (Ostendorfallee/Burgmühle)

DER MITTLER von Frank Schulte

Gleiches gilt auch für meinen absoluten Favoriten unter den Installationen. „Der Mittler“ von Frank Schulte. Im Schiedsrichterturm für Kanusport an der Lippstädter Wildwasserstrecke wurde eine kombinierte Licht und Klang Installation angebracht, die jeweils zur vollen Stunde zur vollen Entfaltung kommt. Zwischendurch ruht der Mittler und gibt auch dementsprechend monotone Geräusche von sich. Doch zur vollen Stunden flackert das Licht plötzlich im Innenraum des Schiedsrichterturm, außerirdisch anmutende Klänge untermalen dieses Szenario, das in dieser Form wirklich beeindruckend und verwirrend zu gleich ist. Eben auch, weil man diesen Ort tagsüber ganz anders in Erinnerung hat.

Und so ist es als würde man sich zwischen Arche und Nachtflug auf einer ganz anderen Ebene durch unsere Stadt bewegen. Ein Erlebnis, das ich wirklich jedem nur empfehlen kann und ganz sicherlich nicht nur für Erwachsene.

P.S.: Eigentlich wollte ich den Text um die Fotos “rumlaufen” lassen, klappte aber ebenso wenig wie eine gleichmäßige Schriftgröße. Vielleicht kann da ja ein Admin mal drüber gucken. Danke. ;)

Mi
16
Feb '11

Hat der Bürgermeister eigentlich einen Pool im Garten?

So steht es heute in der Zeitung, Zitat: “Für Bürgermeister Christof Sommer, dem nach Einschätzung von Beobachtern die kontroverse Debatte in der Bürgerschaft um die Sinnhaftigkeit (= gruselige Wortschöpfung als Ersatz für das schöne Wort “Sinn” -Anm. des Schreibers) des Zwölf-Millionen-Projekts offensichtlich auf die Nerven geht […]”

Leute, es wird, glaube ich, langsam Zeit für eine Entschuldigung:

Stellvertretend im Namen aller Bürger von Lippstadt bitte ich Sie um Entschuldigung, Herr Bürgermeister, wenn wir Sie in Ausübung der Pflicht als unser Vertreter mit unserer unbedeutenden Meinung nerven! Sie wollen uns ein neues, tolles Schwimmbad schenken (na, ja, eigentlich sollen wir das ja schon selbst bezahlen), und wir undankbares Pack wollen ständig unseren unqualifizierten Senf dazugeben. Dabei haben Sie so viel Kompetenz und Erfahrung im Planen und Bauen (Gerüchten zufolge wollten Sie in Bestwig mal eine U- Bahn bauen), da ist unser dummes Geschnatter schon eine echte Zumutung, zumal Sie ja auch sonst für die meisten Entscheidungen aufwändig Mehrheiten zusammenkratzen müssen, was Sie ebenfalls ziemlich nervt, wie man vor einiger Zeit in der Zeitung lesen konnte.

Vielleicht tröstet es Sie, dass Sie dafür monatlich rund 7.800 € (Besoldungsgruppe B4), – mehr als die meisten Lippstädter verdienen -  finanziert mit unseren Steuergeldern für Ihre Schnapsideen bekommen!

Sollte es ihnen mit uns trotz des üppigen Salärs (in Relation zu Ihren bisherigen Leistungen viel zuviel) zu bunt werden, können wir ihnen gerne den Weg zurück nach Bestwig zeigen. Und wenn es sein muss, bringt sie sicherlich auch einer von uns Dorfdeppen persönlich zurück in die sauerländische Pampa, wo das Leben so viel lebenswerter ist.

Vielleicht könnten Sie bis zu diesem schönen Tag mal darüber nachdenken, wessen Wählerstimmen Sie Ihren Job verdanken und ein wenig mehr Demut vor Ihren Wählern zeigen! Noch sind wir das Volk und sie ein von uns beauftragter Vertreter. Wenn Sie das anders sehen, empfehle ich einen längst überfälligen Crashkurs in Parlamentarischer Demokratie.

Mi
9
Feb '11

Baden gehen…

Kombibad? “Fauler Kompromiss Bad” wäre treffender. Ein Bad mit zu wenig und zu kurzen Bahnen aber dafür mit Cabriodach. Ein Sommer ohne Freibad, danach sehen wir weiter. Und ein Gelände, auf dem wieder erst einmal alles platt gemacht wird, was von Steuergeldern gebaut oder über Jahrzehnte natürlich gewachsen ist.

Hat König Sommer eigentlich einen Beratervertrag mit sämtlichen Abrissunternehmern der Region abgeschlossen? Oder ist seine Mission, Lippstadt dem Erdboden gleich zumachen und dann ins heimische Sauerland zurückzukehren? Sind unter den gewählten Volksvertretern noch Politiker, die unseren Willen mit gestalterischer Kraft umsetzen oder nur Verwalter der eigenen Inkompetenz in Sachen Finanzen und Projektplanung?

Wer ist auf die haarsträubende Idee gekommen, wenn man das Freibad diesen Sommer schon abreißt, kann man Geld sparen? Wer will mich hier vergackeiern?

Ich nehme mal an, das Kombibad wird langfristig mehr Defizite verursachen als das jetzige Freibad. Und das schon alleine wegen seiner vollkommen realitätsfremden Planung, welche die potentielle Attraktivität stark dezimieren wird. Wie kann man Geld sparen, wenn man einen höheren Kostenblock früher implementiert?

Und was die Finanzierung angeht: In Schwerte hat man das mit einer Bürgerstiftung realisiert. Der Vorteil dabei wäre der ehrenamtliche Einsatz von Bürgern und die niedrigeren Kosten für die Stadt durch Spenden der Bevölkerung. Das geht aber in Lippstadt nicht, weil das Bad so blöd konzipiert ist, dass es die Bevölkerung ablehnt – und dafür wohl kaum Geld und Zeit locker macht.

Tja, so ist das nun einmal, wenn man im Kämmerlein mauschelt, Eure Majestät! Irgendwann muss man für den Mist, den man baut, den Kopf hinhalten. Und bis dahin werden die Möglichkeiten immer weniger…