Lippstadt-Blog: Das Weblog von Lippstadtern für Lippstadter

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Fr
27
Mai '11

100 Jahre sind schnell vorbei

Huch! Jetzt kommt die Unterführung? Nach knapp 100 Jahren geht auf einmal alles so schnell! Glücklicherweise fällt dem Sympathieträger der Werbegemeinschaft noch rechtzeitig auf, dass es ja auch einen Lippstädter Süden gibt, der nun von der Langen Straße abgekoppelt und somit als totes Stumpfgleis vor den Bauzäunen ebendieser Unterführungsbaustelle endet. Wenn die offensichtlich cerebral verstorbene Südbevölkerung dann hilflos an den Bauzäunen scheitert und notgedrungen in andere Städte abwandert, geht den armen Kaufläden an der Langen Straße so viel Umsatz verloren, so dass ein großes Siechtum einsetze. So steht es jedenfalls in der Akopalüpse nach Gerd, nachzulesen im besten Satiremagazin Lippstadts.

Der gleiche Endzeitprognostiker von der Werbegemeinschaft hatte zwar vor ein paar Jahren noch herumposaunt, die kaufgeile Bevölkerung würde gerne einmal rund um den Pudding zum neuen Einkaufsklotz am Güterbahnhof fahren und dann per Gewaltmarsch 200 Extrameter vom Media- Kaufland- Blödsinn bis zur Fußgängerzone an Leuchttürmen und Magneten vorbeilaufen. Jetzt hat der gleiche Scharfmacher aber plötzlich Angst, der Weg sei dann doch unzumutbar. Tja, dumm gelaufen, hätte man vielleicht schon bei der Planung des Einkaufsmysteriums am Güterbahnhof mal drüber nachdenken können. Vielleicht zur Abwechslung mal mit dem Kopf anstatt mit dem Rückenmark oder den Körperteilen weiter südlich.

Die Baustelle ist also das Ende einiger Unternehmen, deren Geschäftsmodell einzig aus der schnellen Erreichbarkeit aus dem Süden Lippstadts heraus besteht? Da brauchen wir flugs eine Brückentechnologie!
Eine Brücke soll helfen, und an der würde sich der Handel gerne beteiligen. Schöne Idee! Wie hoch soll die Beteiligung denn sein? Und von welchen Baukosten geht man denn so aus?

Mal abgesehen davon, dass die Idee doch ein wenig kurzfristig daherkommt, ist der planerische Aufwand nicht ganz so schnell abgefrühstückt wie die Dekoration in so manchem Geschäft an der Langen Straße und die Baukosten dürften letztendlich so hoch ausfallen, dass die Beteiligungsabsicht der Werbegemeinschaft sich dann als warmer Gedanke mit symbolischer Intention entpuppen wird

Man erinnere sich an die Probleme, die das Abkassieren der angeschlossenen Händler für eine Weihnachtsbeleuchtung in der Vergangenheit bereitete; was bei ein paar Glühlampen so hervorragend schiefging, soll jetzt ganze Brücken finanzieren? Mehr als ein Kletterseil wird die Werbegemeinschaft nicht beisteuern, würde ich mal mutmaßen.

Aber auch dann, wenn es tatsächlich für ein Holzkonstrukt wie seinerzeit am Bahnhof Soest reichen sollte, glaube ich kaum, dass man damit willige Konsumenten in Scharen aus dem Süden gen Zentrum locken kann – ich jedenfalls hatte damals beim Begehen der Wackelbrücke ein eher mulmiges Gefühl. Rollifahrer und Rollatorbesitzer bleiben übrigens per se außen vor.

Überdies müsste in Lippstadt ein größerer Höhenunterschied überbrückt werden als in Soest, dadurch wird die Umsetzung nicht gerade billiger. Und die Gefahren beim Einsatz von Baumaschinen unter der Brücke mit einbezogen, mutiert der gedankliche Schnellschuss ob des Restrisikos endgültig zur Schwachsinnsidee: Sollten die umworbenen Verbraucher eines Tages mehr oder weniger tot in der Baugrube liegen, ist ja auch niemanden geholfen. Wenn sich dann des Nachts mangels Überwachung und Polizeipräsenz auch noch die ersten Flatratesäufer randalierend aus der Dorfdisco am Schuhkarton auf dem Weg in die Innenstadt über die Brücke hermachen und sie kurzerhand abreißen…

Vergesst also die Brücke und konzentriert Euch lieber auf die Unterführung unter dem Bahnhof! Mehr Licht, freundlichere Gestaltung und ggf. ein paar Sicherheitskräfte, die an düsteren Winterabenden eine Art von Sicherheitsgefühl generieren sowie ein paar Hinweisschilder sind wohl eher realisierbar.

Letztendlich bliebe natürlich noch die Erkenntnis, dass kein Weg zu weit ist, wenn man einen fulminanten Service bietet. Bis der Lippstädter Einzelhandel das gelernt hat, ist die Unterführung aber natürlich längst fertig.

Warum fallen mir bei den Worten “Magnet” und “Leuchtturm” eigentlich der Schildnöck Uschaurischuum und der Halbdrache Nepomuk ein? Das war eine schöne Geschichte von und mit einem guten “Ende”. Hier geht es doch eigentlich eher um unziemlichen Blödsinn…

Do
12
Mai '11

Veranstaltungsinformation: Freitag 13. Mai 2011, Werkstatt (Blumenstraße, Lippstadt)

CENTER präsentieren am Freitag, 13. Mai in der Werkstatt… sich selbst: Mit den neuen Gesichtern Achim Stempel (Gitarre) und Nils Spiekermann (Schlagzeug) und den altbekannten Nasen von Jan Wördenweber (Keyboard), Markus Hoppe (Bass) und Frank Boneberger (Gesang, Gitarre).

Vor zwei Jahren von der Hörfläche verschwunden, ist CENTER nun wieder da, mit Songs aus einem Jahrzehnt Bandexistenz, von „Water“ bis „Nightflight“ wird weiterhin eine ungewöhnliche Mixtur aus Rock, Funk und Progressive angeboten, die einen eigenständigen Sound und somit einen interessanten Abend sicherstellen dürfte. Und weil der Lippstädter an sich ja auf Abwechslung steht, reisen zur Verstärkung KONZIS aus Paderborn/Gütersloh an, unterbrechen die Arbeit an ihrem Studioalbum und präsentieren ihre energiegeladenen Rock- und Punksongs mit deutschen Texten.

Beginn ist um 21:00 Uhr, der Eintritt ist übrigens frei!

Weitere Informationen unter:

Mehr zu CENTER: www.getcenterized.de
Mehr zu KONZIS: www.konzis.com