Lippstadt-Blog: Das Weblog von Lippstadtern für Lippstadter

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Do
25
Aug '11

De Zoch kütt

275 Tonnen Dienstgewicht (ohne Fahrgäste) und ein Bremsweg von rund 800m (Schnellbremsung aus 160 km/h)… Ich finde, dass sind gute Argumente gegen den mittlerweile extrem populären Sport, blinkende Warnlichter und geschlossene Schranken an einem Bahnübergang elegant zu über/umfahren und dann auf den Gleisen platt gefahren zu werden.

Und nichts anderes hat der Spacke mit seinem Traktor gemacht. Dass sein Gefährt mit knapp 15t Masse keine Chance gegen einen Zug hat, wird er nun wissen. Dass er rund 200 Menschen (abzüglich eines Politikers) in Lebensgefahr gebracht hat und dem Lokführer einen Schock + psychische Folgen verpasst hat (viele Lokführer sind nach solchen Unfällen länger nicht einsatzfähig, müssen psychologisch betreut werden, einige kehren niemals in den aktiven Dienst auf dem Führerstand zurück), alle diese lustigen Nebenwirkungen nimmt man in Kauf, wenn man aus Zeitgründen und purem Egoismus in voller Absicht auf einen gesperrten Bahnübergang fährt.

Über eine rote Verkehrsampel ist der Dummkopf aus Dedinghausen bisher bestimmt nie gefahren – wegen der 90 € und der 3 Punkte.

Die Mutmaßung der örtlichen Polizei, er könne ja auch seeeehr langsam gefahren sein, ist schlicht Blödsinn. Die Schranken senken sich mehrere Minuten, bevor der Zug den Übergang erreicht. So langsam fährt nicht einmal ein Trecker. Von einem Ausfall des Bahnübergangs kann man auch nicht ausgehen, die Sicherungssysteme sind mehrfach vorhanden und ein Zug kann nicht über einen defekten Bahnübergang fahren, er würde vorher per Signal zwangsläufig gestoppt werden.

Um es mal ganz klar zu sagen: Solchen Menschen gehört der Führerschein abgenommen! Eine saftige Strafe für den gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr und vorsätzlicher Körperverletzung gehört ebenfalls verhängt. Ich persönlich würde auch körperliche Züchtigung wegen fortschreitender Dummheit empfehlen.

Warum? Weil man in kaum einer Situation so einfach so viel Schaden anrichten kann. Da müsste man sich schon einen Konvoi gefüllter Reisebusse ausgucken und attackieren. Das ist aber wenig realistisch.

Das Problem ist, dass die Marotte längst zum Volkssport geworden ist. Und viele Menschen die Gefahren, Folgen und letztendlich die Kosten einer solchen Aktion nicht überblicken können und wollen, weil sie zu dumm und/oder egoistisch sind.

Mo
22
Aug '11

Mama, was macht der Mann da mit der Spritze?

Montag, 7 Uhr: Rüttelplatte. Dienstag, 7 Uhr: Steinsäge. Mittwoch, 7 Uhr: Rüttelplatte “reloaded”. Donnerstag, 7 Uhr: Steine klopfen. Freitag, 7 Uhr: Steinsäge. Samstag, 8 Uhr: Rüttelplatte – Samstag? Jep, auch samstags wird im Pennerp…, Sorry – “Postpark” heftigst gewerkelt. Damit der Park zum Ende der Draußen- Periode auch pünktlich fertig wird, rückt die Rotte auch samstags an. Natürlich möglichst früh (allerdings mit einer Stunde Karenzzeit gegenüber den sonstigen Werktagen) und natürlich auch nur so lange, bis alle Anlieger wirklich wach sind, also bis 11 Uhr. Was soll’s, ich freu mich ja auch, dass die Parkfläche (Pratriotkauderwelsch für “Park”) endlich auf Vordermann gebracht wird, außerdem ist man den Krach ja gewöhnt. Am Schönsten war’s zu Beginn der Bauarbeiten, da habe ich sogar wieder mal ein Fenster aufmachen können. Bis dato führte dies zu einer Lärmkulisse, die eher an das Öffnen einer Kneipentür erinnerte, und zwar just zu dem Zeitpunkt zu dem die Zechgelage ihren Zenit erreichten (inklusive Flaschenweitwurf und “Hau- den -Saufkumpan”).

Dem alkoholschwangeren Krawall der selbsternannten Nutzlosen folgte also der Baulärm der Firma aus “Überall- aber- nicht- aus- Lippstadt”, die örtlichen Betriebe sind wohl zu teuer oder haben beim letzten Schützenfest zu wenige Tabletts gestiftet – in Lippstadt pfeifen wir ja auf die eigenen Anbieter und holen uns lieber jemanden von Außerhalb. Zugestehen muss man dem ausführenden Unternehmen, dass sie schnell arbeiten und, wie erwähnt, sogar samstäglich anrücken. Man könnte zwar infrage stellen, dass der zunächst montierte Rollrasen dem gesäten doch einige Zentimeter voraus hat und beide Sorten sich durch unterschiedliche Farben gut unterscheiden lassen, aber erstens bin ich in dieser Sache kein Experte und das Ganze hat vielleicht einen tieferen Sinn, der sich mir nicht erschließt, und zweitens bin ich schon froh, dass die örtliche Regierung nicht angeordnet hat, das Gelände zu asphaltieren oder ein bis zwei Einkaufszentren draufzustellen.

Bleibt nun abzuwarten, wie sich Rasen und Bewohner nach Fertigstellung des Grünflecks entwickeln. Schön wäre es natürlich, wenn nicht nur den zweibeinigen Bewohnern ein Plumpsklo zur Verfügung steht (noch dazu das vermutlich teuerste Westfalens), sondern auch vierbeinigen Scheißerchen ein proklamierter Bereich zugewiesen wird, damit nicht wieder aus dem gesamten Areal ein großes Hundeklo wird und man wegen der Tretminen lieber vom Verlassen der Wege absieht. In anderen Städten… aber wir sind ja wir (seufz).

Lustig wird’s natürlich, wenn das Nebeneinander der kleinen und großen Zweibeiner im Wortsinne einsetzt: Der Aufenthaltsbereich, bisher eine Sitzgruppe mit angeschlossenem Fixerbusch, ist nun verkehrsgünstig direkt an den Spielplatz angeschlossen. Wird es bei der intravenösen Einnahme des fixen Frühstücks neben dem Spielplatz sicherlich zu interessanten Anschauungseinheiten zum Thema “Venen finden leicht gemacht” oder “Drugs and Beer go well together” kommen? Ich bin mir nicht sicher und auch in diesem Fall wiederum kein ausgewiesener Fachmann, aber wenig optimistisch, dass Spielplatz und Open- Air- Fixerstube friedlich koexistieren werden.

Na ja, warten wir mal ab…

Mo
8
Aug '11

Das war der alte Güterbahnhof Lippstadt

Bevor der alte Güterbahnhof abgerissen wurde, hab ich noch schnell ein Video über ihn gemacht, damit er uns wenigstens multimedial erhalten bleibt…

Die Ära des alten Güterbahnhofs ist zu Ende, und mit dem Abriss des Gebäudes schließt sich mehr oder weniger ein Stück Geschichte Lippstadt´s…..