Lippstadt-Blog: Das Weblog von Lippstadtern für Lippstadter

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Fr
16
Dez '11

Mangel kann auch was Schönes sein

Laut einer Spiegelausgabe der letzten Wochen (ich komme derzeit nicht so viel zum Lesen) gab es bis 1988 in Nordrhein Westfalen recht viele inoffizielle Mitarbeiter (IM) der damaligen Staatssicherheit der DDR (Stasi), darunter jeweils einen in Paderborn, Wiedenbrück, unsere Kreishauptstadt Soest und sogar zwei in Beckum.

Die gute Nachricht: In Lippstadt hat man keinen IM gefunden. Wir waren also wohl Stasi- freie Zone.

Endlich mal ein Mangel, über den man sich freuen kann ;-)

Do
15
Dez '11

Kein Halt für Diebesbanden

Mal wieder ein Tapetenwechsel, der wohl nicht allen Lesern und Autoren dieses Blogs schmecken wird…

 

Trickdiebe und Taschendiebe sind schon seit Jahren nicht nur in Lippstadts Innenstadt unterwegs.
Diese organisierten Diebesbanden sind mal in Lippstadt, mal irgendwo anders im Kreis Soest oder gar im Ruhrgebiet unterwegs, jeden Tag woanders, damit sie nicht auffallen.
Doch in den letzten Wochen hört man vermehrt in der Presse über die „fiesen“ Machenschaften dieser Diebesbanden, gerade auch in Lippstadt.

Die einen lenken Senioren/Seniorinnen ab und andere erbeuten dann aus der Handtasche die Geldbörse oder sie versuchen unter dubiosen Vorwänden „Spenden“ zu erhaschen.

Von Taschendieben hat man in den letzten Wochen sogar sehr viel gehört, eine Rumänenbande wurde mal erwähnt, die weit über die Grenzen Lippstadts und des Kreises Soest hinaus ihr Unwesen treibt.
Eine Person lenkt das vermeintliche Opfer ab, eine weitere Person greift unauffällig in die Tasche und eine dritte Person nimmt direkt das Diebesgut an sich, damit die „beiden ersten“ Täter im Falle des Auffliegens keine Beute dabei haben.

Im Sommer laufen Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Rosen in der Hand herum, verschenken diese augenscheinlich und erbetteln dann aber eine Spende für ihren kranken Bruder oder Schwester (oftmals ein Kleinkind mit einer schweren Krankheit). Diese Leute sind sehr aufdringlich und fordern dann natürlich die Rose zurück, wenn sie keine „Spende“ erhalten.

Erst heute war in der Zeitung zu lesen, dass nun mit einer neuen Masche das soziale Denken der Leute angezapft und ausgenutzt wird.
Eine Frau gibt vor, taub zu sein (stumm ist niemand, da man immer noch Laute von sich geben kann) und erbittet ebenfalls eine Spende für „Taubstumme“ (wir haben ja gelernt, „Taubstumme“ gibt es nicht, nur „Taube“.).
Während der gutherzige Mann sich in eine Spendenliste einträgt, erbeuten zwei weitere Frauen einen größeren Bargeldbetrag aus seinem Geldbeutel.
Passanten verfolgen das Trio, als sie auffliegen und können diese schließlich auch stellen, doch die Polizei musste alle drei wieder laufen lassen, da sie keine Beute dabei hatten – vermutlich hatte diese eine 4. Person bereits Sekunden nach dem Diebstahl an sich genommen.

Weihnachtszeit bedeutet Gedrängel in den Geschäften und auf Weihnachtsmärkten.
Viele Leute sind unachtsam, tragen etwa eine offene Tasche mit sich rum, in der das Portmonee liegt oder bieten anderen beim Bezahlen einblicke in das prallgefüllte Portmonee.
Und wird man einmal abgelenkt, achtet man auch gar nicht mehr so schnell auf seine Taschen und widmet sich voll und ganz dem „Ablenker“.

Trickdieb- und Taschendieb-Banden werden wohl in naher Zukunft nicht so schnell von der Bildschirmfläche verschwinden und sind auch – aufgrund ihrer ausgeklügelten Systeme – schwer „hinter Gitter zu bringen“.
Und selbst wenn mal ein Taschendieb gefasst wird – die Hintermänner bleiben immer schön unerkannt und suchen sich einfach neue Leute.
Auch wenn man deshalb nicht alle Landsleute über einen Kamm scheren kann/darf, oftmals kommen diese Personen aus Rumänien oder dem Rest Osteuropas.
Unter jeder Bevölkerungsgruppe gibt es schwarze Schafe, doch so etwas färbt sich leider schnell auf die übrigen Landsleute ab, Vorurteile werden geboren.

Ich kann nur an alle (Lippstädter) appellieren: passt auf eure Taschen auf und reagiert, wenn ihr meint, eine Diebesbande in Aktion zu sehen.

Zivilcourage ist auch in solchen Situationen gefordert!

Fr
2
Dez '11

EuroCityExpress oder was?

“Die ursprüngliche Idee einer Einkaufsgalerie müsse man sicher noch einmal überdenken, betonte der Projektentwickler und zeigte sich mit Hinweis auf das Südertor- Ost über die Aktivitäten in Lippstadt bestens im Bilde. Vielleicht müsse man andere Nutzungen für den Bereich Güterbahnhof ins Visier nehmen. Gewerbe, Wohnen oder möglicherweise auch eine städtische Nutzung, deutete der Projektentwickler […] Hintze von ECE (an.)” aus “Der Patriot”, 2.12.2011.

Also, ECE ist also der Meinung, man könne da auch was anderes hinbauen? Ja, das habe ich ja noch nie gehört! Obwohl es da mal so eine Bürgerinitiative gab, diese Verrückten hatten ähnliche Träume. Und dann so etwas vom “Marktführer”. Dabei ist ECE ja nicht gerade für Zimperlichkeiten bekannt, wenn es um den Neubau von Konsumtempeln geht. Kann natürlich sein, dass man eher eine geschlossene Mall bauen möchte, damit der Rest der Innenstadt nichts von den Konsumenten abbekommt, vielleicht ist man sich aber auch darüber klar, dass die Lippstädter inklusive des magnetischen Umlands nicht so viele Geld in diese ganzen neuen “Kaufländer” tragen können, so dass sich der Spaß lohnt. Bezieht man das Südertorkarree mit ein, sind wir hier demnächst mit Einzelhandel mehr als gut eingedeckt.

Da hätte man ja fast den Güterbahnhof stehenlassen können. Ach nee, ging ja nicht, man hat ja Geld dafür bekommen, ihn platt zumachen.

Also wenn ECE nicht käme, hätte das grässliche Lippstadt- Lied sogar plötzlich einen Sinn. Wie heißt es da so schön falsch: “An deinem Bahnhof hält kein ECE”

Apropos Gassenhauer: Mit den Sinnlosigkeiten geht’s ja im Lippstadt Lied noch weiter: “Kein Streckennetz für U- Bahnen im Untergrund”. Mal abgesehen, dass U- Bahnen meist im Untergrund fahren, wäre das nicht ein tolles Projekt? Ich persönlich träume zwar immer noch von einer Einschienenbahn, aber eine U- Bahn wäre auch klasse. Passt auch so schön zum Postpark- Flughafen (so wird er mittlerweile genannt, wegen der Landebahnbefeuerung).

Do
1
Dez '11

Welches Schweinerl hätten’s denn gern?

Als ich vor ein paar Monaten erstmalig von schiefgegangenen Spekulationsgeschäften einiger nordrhein- westfälischer Kommunen gegen den Franken gehört habe, dachte ich mir noch: “Das wäre doch auch was für Lippstadt” – Im Geldausgeben sind wir doch super.
Voilá, da haben wir den Salat: Natürlich war Lippstadt dabei! Der Kämmerer Strotmeier (“gilt über die Parteigrenzen hinweg als Finanzfachmann, allzeit bemüht um eine solide Haushaltspolitik”, Zitat aus dem Patriot vom 1. Dezember 2011) hatte dann auch mal Lust, mit “anderer Leute” Geld ins Casino zu gehen. Nun ist der Franke hoch und an den Euro gekoppelt, dumm gelaufen, konnte Herr Strotmeier nicht vorhersehen.
Hätte er wahrsagerische Fähigkeiten, hätte er bestimmt sein eigenes Erspartes verwendet. So mussten aber unsere sauer verdienten Peanuts herhalten.

Ich darf mal weiterzitieren und kommentieren, ja? “Seit dem Jahr 2004 arbeitet die Stadt beim Schulden-Management mit der Westdeutschen Landesbank (West LB) zusammen.” Die ist ja nun für solides Wirtschaften bekannt, daher auch pleite. Das ist auch schon seit Jahren bekannt, nur in Lippstadt verlässt man sich wohl noch gerne auf das Werturteil der Mitarbeiter dieses Institutes.

“Ein Geschäft, bei dem laut Stadt bisher alles gut ging. Unterm Strich konnte in den zurückliegenden Jahren sogar ein Plus erzielt wurde. “Bislang konnten rund eine Million Euro per Saldo als Vorteil erwirtschaftet werden”, heißt es in der Sitzungsvorlage.” Da hätte man dann auch aufhören sollen, denn jetzt werden 1,1 Million für den Fall der Fälle zurückgestellt. Weil die Anlage so “Relativ risikoarm abgeschlossen” wurde. Erfahrungsgemäß ist die Lücke ja dann doch größer. Per Saldo macht das aber jetzt schon mindestens 100.000,- € Verlust, So genau weiß man das aber nicht, weil berufsmäßige Zocker so etwas im Spielrausch nicht mehr im Blick behalten.

Gratuliere Herr Strotmeier! Einer Kommune, die kurz vor der Haushaltssanierung steht und sich nicht einmal mehr die sechste Bahn im Schwimmbad oder das vierte Gymnasium leisten kann, mit einer “Wette auf einen fallenden Kurs des Schweizer Franken” unter die Arme greifen zu wollen, ist eine super Idee. Hat ja auch in anderen Kommunen so gut geklappt. Was machen wir denn, wenn die Kohle futsch ist? Streichen wir den Umbau der Feuerleitstelle zum Sitzungssaal für schlappe 344.000,- €? Oder verkaufen wir das öffentliche Plumpsklo am Postpark für die 106.000,- €, um das Geld wieder reinzuholen? Oder wollen Sie einen Teil ihres Ersparten (bestimmt ein klassisches Sparbuch, maximal Bundesschatzbriefe) als Wiedergutmachung zur Verfügung stellen?

Rücktritt wäre auch schon mal ein Anfang. Damit ein potentieller Nachfolger die Möglichkeit bekommt, Aufklärung zu stiften. Sich- mal- schämen, wäre auch toll. Und die Blindgänger im Rat sollten mal überlegen, ob es nicht sinnvoller wäre wenn man Schulden hat, diese zu bedienen, anstatt die Kohle zum Jahrmarkt zu tragen in der Hoffnung, sie würde sich an der Losbude vermehren (Leider verloren!).

Die Linke hat zum letzten Kommunalwahlkampf gefordert, man solle das städtische Zocken sofort unterlassen. Was haben wir damals gelacht.