wiedermal: Lippstadts Hauptbahnhof

Kürzlich bin ich von Lippstadt nach Berlin gefahren. Während ich am Automaten ein Ticket ausdruckte (besser versuchte denn der Automat wollte meine Karte nicht akzeptieren, am Schalter klappte es) schimpfte ein anderer Reisender über den Geldautomaten der angabegemäss nicht funktionierte. Insbesondere erregte der Fremde sich darüber dass es im Bhf. nicht mal  eine Zeitung zu kaufen gab. Da er aber eine SZ hatte fragte ich ihn wo er die erstanden habe, Antwort war „in der Fußgängerstraße“. Nachdem ich meine Fahrkarte hatte machte ich mich auf den Weg um Reiselektüre zu kaufen. In einem Lebensmittelgeschäft hätte ich BILD und Patriot erstehen können. Nach diesen Blättern war mir nicht, also weiter Richtung Markt. In der Passage gegenüber vom alten Postgebäude, die Anlaufstelle hatte ich auf Nachfrage erfahren, wurde ich dann fündig und konnte glücklich mit SZ + Spiegel zurück zum Hauptbahnhof  wandern.

Lippstadt, hier meine ich insbesondere den Bahnhof, ist absolut „in“, Hamburger gibts im Bhf aber keine Lektüre, von den Verbindungen ganz zu schweigen. Dortmund, lt. mehreren Rankings prosperierendste Stadt im Ruhrgbiet, erreicht man meist nur mit Umsteigen in Soest oder Hamm.

4 Gedanken zu „wiedermal: Lippstadts Hauptbahnhof

  1. Patrick

    In dieser Hinsicht muss ich dir leider gänzlich wiedersprechen. In diesem Falle liegt das Problem ausnahmsweise mal nicht an Lippstadt sondern schlichtweg an der Deutschen Bahn. Das Bahnhofsgebäude wird von der Bahn betrieben und (nicht) modernisiert. Die Fahrkartenautomaten sind nicht nur in Lippstadt bescheiden, sondern überall wo die Dinger stehen und es kein Bahnhofspersonal gibt, die diese reparieren können. Einen Zeitungskiosk gab es in letzter Zeit schon häufig am Bahnhof, allerdings hat sich da aufgrund der hohen Ladenmiete die die DB verlangt nie lange jemand halten können (zumal das Verkaufslokal auch von der qm Zahl zu groß ist um einen Zeitungsstand aufzumachen. Ebenso ist es auch Schuld der DB das die Zuganbindung bescheiden ist und man nur mit dem RE11 der alle 2 Std verkehrt nach Do gelangen kann. Den ICE hat uns die Bahn ja wieder gestrichen weil dieser sich auf dieser Strecke halt nicht bewährt hat…Würde Lippstadt an einer stärker frequentierten Strecke liegen sähe das hier auch ganz anders aus und der Bhf wäre nicht so heruntergewirtschaftet wie dies momentan der Fall ist.

  2. tob1

    Das kann ich nur bestätigen, die Verbindung nach Dortmund ist eine Katastrophe. Den RE11 sollte man stündlich fahren lassen, denn wer schafft es schon in Hamm von Gleis 3 nach Gleis 11 in 2min? Und in den verotteten Zug in Soest steig ich nicht so gern ein, außerdem bricht man sich ja neuerdings alle Knochen auf dem wackeligen Gestell um auf das Gleis 1 zu gelangen.

    Ich bin mal gespannt wie es zum 1.1. wird, wenn die DB die Strecke RB59 (Soest – Dortmund) und RB89 (Paderborn – Münster) einstellt und die Eurobahn das übernimmt.

  3. Andreas Knepper

    Ich pflichte Patrick in der Sache bei: Wie die Bahn in Lippstadt wirtschaftlich und anbindungstechnisch verfährt, oder wie sich Blagen am Lippstädter Gleis verhalten (hier im Absatz 4), darauf hat die Stadt kaum bis keinen Einfluss. Schade, dass es zum Image irgendwie trotzdem beiträgt.

  4. sandmann Artikelautor

    Klar, in erster Linie ist es ein Problem der DB die aber inzwischen rein marktwirtschaftlich vorgeht -wie es immer gefordert wird, wenig Fahrgäste=wenig Investitionen. Das Land NRW wirkt aber auch mit und zumindest hier müssten Stadt (und Kreis) Einfluss nehmen auf Streckenverlauf etc. „Leidtragende“ sind letztlich die jeweiligen Kommunen. Die Stadt Soest hat einen eigenen Weg beschritten und von der DB das Bahnhofsgebäude übernommen.

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