1981: Teutonia spricht sich für Waldschlößchen-Verkauf und Stadion-Neubau aus

Der Lippstädter Spielverein Teutonia 08 e.V., Mutterverein des SV Lippstadt 08, hat sich jüngst in einer Vereins-Abstimmung gegen den Verkauf des Waldschlößchens zugunsten eines neuen Sportleistungszentrums am Bruchbaum entschieden. Soweit die bekannten Fakten. Warum steht im Titel oben dann etwas ganz anderes? Ganz einfach: Die Aussage ist nicht falsch, sie ist einfach nur etwas älter …

Einige der betagteren Lippstädter Fußballfans werden das Thema “Stadionbau” eventuell als Dejavù erleben, und zwar aus den Jahren 1981-82. Damals dachte man nicht nur ganz öffentlich über den Bau eines neuen Stadions, sondern auch über den Verkauf des Waldschlösschens nach! Und zwar – ganz recht – von Seiten des Vereins Teutonia!

Oliver Sichau, Autor der Chronik zu  100 Jahren Fußball in Lippstadt, hat sich an diese Aussagen erinnert, in seinem umfassenden Archiv die entsprechenden Zitate gefunden und mir freundlicherweise weitergeleitet. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass die Argumente für einen Neubau bzw. Verkauf des Waldschlößchens dieselben sind, wie heute. Die Fundstücke sind vielfältig, ich beschränke mich auf diese:

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Quelle: Zitat Klaus Petri (damals Finanzvorstand), Teutonen-Echo Oktober 1981, Rubrik “Das Wort hat …”

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Quelle: Zitat Willi Kröger (damals ehemaliger Vorstand), Teutonen-Echo Dezember 1981, Rubrik “Das Wort hat …”

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Quelle: Zitat Fitz Musga (damals Kapitän), Teutonen-Echo September 1982, Interview mit “Der Patriot”

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Quelle: Zitat Erich Hoffacker (damals FDP-Ratsmitglied), Teutonen-Echo Dezember 1982, Artikel “Benötigen Fußballstadion für einen Oberligaverein!”, Interview mit dem “Teutonen Echo”

Jetzt kann man natürlich sagen “Alles olle Kamellen, was interessiert uns unsere Meinung von vor ‘zig Jahren?” Aber die Aussagen pro Neubau und contra Waldschlößchen gleichen den heutigen so sehr, dass man darüber doch mindestens erstaunt sein darf. Natürlich darf jeder seine Meinung ändern, selbst wenn ein Finanzierungskonzept steht und der Stadion-Verkauf heute (wie es scheint) endlich einen sehr guten Preis erzielen würde. Was hat die Teutonen also dazu bewegt, sich gegen ihre eigenen Überzeugungen (Profifußball so nicht weiterführbar, unternehmerisch handeln um wettbewerbsfähig zu sein, Finanzierung mit Waldschlößchen-Verkauf machbar) zu wenden? Sollte hier die ganz alte, gewachsene Feindschaft zum ehemaligen Erzfeind Borussia immer noch nicht überwunden sein? Der hatte seinen Sitz ehemals immerhin am besagten Bruchbaum …

8 Gedanken zu „1981: Teutonia spricht sich für Waldschlößchen-Verkauf und Stadion-Neubau aus

  1. Kozlik

    Bravo!
    Die Alzheimergeneration von Teutonia Lippstadt, blockiert nun inovatives Bauvorhaben, dass mehr als nur einer Spielergeneration dienen soll!
    Die Artikel aus alten Teutonen Echos zeigen den Weg.
    Weg mit Petri&Partner. Diese Grundstücksverwalter brauch niemand mehr!
    Es kommt der Verdacht auf, dass sie das Grundstück für eigene Zwecke missbrauchen (wollen).
    Mit Logik ist das Thema nicht zu verstehen!!!

  2. Gordon

    Chapeau, toll recherchiert und ein ganz klares und dickes Contra in Richtung Petri-Clan.

  3. Alfons

    Wie sagte schon Adenauer: Was schert mich mein Geschwätz von gestern.

  4. Dings

    ich würde ja gerne mehr davon wissen was sich der Petri schon damals für Aussagen gemacht hat diesbezüglich!

    Ich bitte um mehr Infos!

  5. Hellfriede

    Ich find es eh erschreckend dass in LP jemand wie Petri so anerkannt ist. Ich meine der Typ kandidiert für die NPD, leugnet mal eben den Holocaust und ist in LP angesehener Bürger……

  6. Dings

    Hallo Andreas…

    fahr doch mal am Bruchbaum vorbei und nehm deine Digicam mit
    es geht weiter im Kampf PRO STADIONNEUBAU!

  7. Andreas Knepper Artikelautor

    @Dings: Sorry, verpasst. Habe im beschaulichen kleinen Dorf Wacken ein bisschen Urlaub gemacht. Landluft und so, du weißt schon … ;o)

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