Kategorie-Archiv: Wirtschaft und Arbeit

Das geplante Kombibad

… ist derzeit heiß umstritten und in den letzten Wochen recht oft in der Presse vertreten gewesen.

Bereits am 9. Februar wurde das Thema auch hier im Blog angesprochen.

Etliche Leserbriefe wurden im Patrioten veröffentlicht – und irgendwann sagte selbst der Patriot, dass es zu viele seine und das Thema deshalb im Patriot-Forum weitergeführt werden solle.
Sowohl negative als auch positive Stimmen erheben sich in der Öffentlichkeit.

Jeder sollte sich selbst mit dem Thema befassen, sich informieren und vor allem seine eigene Meinung bilden und sich nicht nur von den vielen negativen wie auch positiven Stimmen in den Medien und der Öffentlichkeit leiten lassen!

Die Pläne zum geplanten Kombibad können online bei den Stadtwerken eingesehen werden.

Im Ratsinformationssystem der Stadt können sogar die Sitzungsniederschriften (und die dazugehörigen Vorlagen) gelesen werden.

Der Rat der Stadt Lippstadt wird in seiner Sitzung am 28.03.2011 den Haushalt verabschieden – und damit fällt auch das Urteil über das Kombibad.

Ich bin gespannt, wie unsere gewählten Vertreter bei dieser Ratssitzung über das Kombibad entscheiden werden.

Nicht IKEA aber DEPOT

Ein neuer Deko-Tempel hat nun auch Lippstadt erreicht.
Natürlich ist es nicht IKEA, aber auch bei DEPOT gibt’s Teelichter zu kaufen. 😉

Bereits im November 2010 eröffnete die neue DEPOT-Filiale in der Langen Straße 22 (ehem. Campo) – für
viele Frauen (und Männer!) nun eine Möglichkeit mehr, Dekoartikel, Bastelzubehör, Geschirr, Kochzubehör,
Heimtextilien und vieles mehr zu kaufen.
In den ersten Tagen wurden gleich Plastiktüten mit einer Deko-Blume und einem 10 %-Gutschein verteilt.
Der Laden war neu, also war der Ansturm groß: In Lippstadt war DEPOT bisher noch unbekannt.

Mittlerweile hat sich der neue Deko-Laden wohl integriert, der Ansturm ist vielleicht nicht mehr so
groß wie in den ersten Tagen (so scheint es mir zumindest), doch ist er immer noch gut besucht.

Natürlich gehe auch ich als Frau immer gerne dort hin – und wenn es nur ist, um neue Dekoideen zu
sammeln und festzustellen, dass man zu Hause für so viel Deko oft gar keinen Platz hat…
Doch auch ich habe dort schon einige Sachen gefunden, sodass der Jahrszeit oder Laune entsprechend
mal die Tischdeko getauscht wird und ungenutztes für einige Wochen oder Monate im Schrank verschwindet,
bis es wieder zum Einsatz kommt.

Wer aufs Geld achten muss oder will, der sollte allerdings die Preise vergleichen – nicht immer ist
DEPOT auch die günstigste Wahl.

Ich finde es dennoch gut, dass dort nicht noch ein Klamottenladen eröffnet wurde – davon haben wir
wahrlich in Lippstadt nun schon genug.

Einen IKEA-Besuch wird es trotzdem immer wieder mal geben – denn bei DEPOT gibt es keine Mandel-Torte,
Köttbullar oder HotDogs. 😉

Herzlich Willkommen, H&M!

Heute Vormittag um 11.00 Uhr war es so weit.
Der schwedische Modehersteller Hennes & Mauritz (kurz: H&M) hat heute seine Pforten für die breite Öffentlichkeit geöffnet.
Mehr als 1.800 m² Verkaufsfläche beherbergen nun etliche Kleiderstangen, Regale und Wühltische sowie Anprobe-Kabinen und Kassen.
Diese Verkaufsfläche bedeutet Großstadtniveau, was von H&M eigentlich erst bei Städten ab 100.000 Einwohnern anvisiert wird – Lippstadt hat gerade mal 70.000 Einwohner. Trotzdem hat H&M unsere Lippe-Stadt für eine „Großstadt-Filiale“ ausgewählt – welch eine Ehre!

Nachdem gestern schon der Bauzaun-Sichtschutz (mit der Model-Fotowand) abmontiert wurde, konnte man ja schon einen kleinen Blick hinein werfen. Es war noch nicht gefegt und gesaugt, wirkte aber schon sehr ansprechend.

Ich habe mich heute erst gegen 13 Uhr „ins Getümmel“ geworfen, einfach nur um mal zu sehen, wie es im alten Amtsgericht / City Centerjetzt aussieht.
Gab es extreme Sonderangebote oder Eröffnungsrabatte? Steht uns der Weltuntergang bevor?
Es war brechend voll! Schlangen vor den Kassen und Schlangen vor den Umkleidekabinen sowie Klamottenstapel auf den Armen der jungen und alten sowie männlichen und weiblichen Kunden verrieten: hier gibt’s was umsonst!
Aber, falsch gedacht. Keine Sonderangebote, keine Eröffnungsrabatte und kein Weltuntergang.
Gab es vorher keine Klamottenläden in Lippstadt? Mussten wir Jahrelang nach Soest oder Paderborn fahren, um uns eine Jeans, einen Pulli oder ein Shirt kaufen zu können? Haben die Lippstädter zu viel (Taschen-)Geld?
Ich weiß es nicht, ich weiß nur, dass aufgrund der heutigen mündlichen Abiturprüfungen viele Klassen der Gymnasien Schulfrei hatten und somit sicherlich einige Schüler unter den ersten Kunden waren.

10 Minuten habe ich für den Rückweg aus der hinteren Ecke des Ladens benötigt, so voll war es.
Am Ende war ich froh, wieder auf der Langen Straße zu stehen und aus dem krassen Gedränge raus zu sein.
Ich habe mir geschworen, dass ich erst 1-2 Wochen verstreichen lasse, bevor ich noch einmal einen Fuß in den Laden setze, denn in 1-2 Wochen wird der große Hype langsam verebben und NORMALE Kundenströme werden das Bekleidungsgeschäft betreten. Dabei lässte es sich dann auch angenehmer shoppen und anprobieren. 😉

Shortlinks 11.11.2009

Sorry, im Moment ist einfach keine Zeit für ausführlichere Artikel.

Sheepkeeper’s Merchandise
Hast du Heinrich auf der Tasse, schmeckt der Kaffee doppelt klasse

Alter Schwede
H&M kommt nach Lippstadt – und zieht doch nicht in den Güterbahnhof ein.

Polizei gibt Fehler zu
… und sagt, sie hätte ein „Gerücht“ erreicht. Nach meinem Wissen war das eher ein gezielter Hinweis von Vereinsseite, dem man ohne Weiteres hätte nachgehen können.

Der kleine Bruder vom Feedomix
*räusper* Naja, so ähnlich: Es ist eine Twitterliste von Leuten aus Lippstadt – oder welchen die dort lange gelebt haben

Das Hellweg Radio twittert auch
Wenige Einträge bisher, aber immerhin: Sie sind dabei!

Die Nacht der Nächte
… hat nix mit Heiraten zu tun, sondern mit Feiern. Am Samstag rocken wieder mehrere Bands die Innenstadt

Und Zuguterletzt:
Auch ein Fan des FC Gütersloh wünscht sich, dass mehr gegen Gewalt im Fußball getan wird. Dieses Video kommentiert er mit dem Satz „Wenn sowas mal [beim Spiel] gegen Lippstadt im Vorfeld gemacht worden wäre!!!!!!!!!

Achtung Werbung XI

Dieser Artikel ist Teil einer Serie.
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Ich weiß nicht, wieso. Aber als mir ein gerade neu eingerichteter Werbe-Twitter-Account über eine tolle neue Business-Branchenbuch-Netzwerk-Wasauchimmer-Website berichtete, wollte ich die einfach mal auf Tauglichkeit testen. Und gab folgendes in die Suchleiste ein:

Erleuchtung_in_Lippstadt

Mit dieser Suchanfrage war der Dienst hoffnungslos überfordert. Ich bekam keine Einträge, aber dafür: Noch mehr Werbung. Für Reiki-Kurse, Anleitungen zum Öffnen des dritten Auges (tut sowas nicht weh?) und irgendwas mit Aliens. Da sei die Frage gestattet, ob wirklich verstanden wurde, wie a) Werbung im Netz funktioniert und b) ein ordentliches Business-Portal auszusehen hat. Ich persönlich habe jetzt schon die Nase voll von diesem Dienst. Denn ich hatte Null Mehrwert – und nicht mal ein Suchergebnis.

Zugegeben, der Suchbegriff „Erleuchtung“ war etwas unfair. Allerdings bietet sich bei einer erfolgreichen Suche ein ähnlich erschreckendes Bild: Die Suchergebnisse werden schön unter einem Haufen Google-Ads und Bannerwerbung versteckt. Ich sage jetzt nicht, wie der Dienst heißt, der sich „Netzwerk“ schimpft (ohne dieses Wort geht ja heute garnichts mehr) und dem Mittelstand auf die Sprünge helfen will. Denn er ist austauschbar. Solche Seiten gibt’s leider wie Bytes auf der Festplatte.

Des Kneppers Fazit: Wer im Netz langfristig Geld verdienen will, muss keine Google-Ads zuoberst platzieren. Sondern die Wünsche des Kunden.

Achtung Werbung X

Dieser Artikel ist Teil einer Serie.
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Im Klamotten/Schuh/Skateladen „The House“ war ich seit 2006 – glaub ich – zweimal. Das wird sich ändern. Weil ich bald ’ne neue Hose brauche. Und dieses Video gesehen habe:

Am Film ist aus professioneller Sicht einiges im Argen. Das ist aber völlig egal! Denn er besticht durch seine „Selbstgemacht“-Optik, die handwerkliche Fehler (fast) verzeihen lässt. Das grenzt an „User-generated advertising“, wahrscheinlich haben sogar einige Stammkunden mitgemacht, was der Sache richtig Auftrieb gibt. Insgesamt ist der Film aber zu lang. Und ich hätte mir gewünscht, dass viel mehr von dem Schnitt und Inhalt ab Minute 3:16 gezeigt wird. Hier kommen Lifestyle und Spaß rüber und die schnellen Schnitte passen viel besser zur Zielgruppe (die noch ganz andere Abfolge-Geschwindigkeiten gewöhnt ist).

Gesamturteil: Authetisch. Nette Ideen. Gratulation an Lippstadts First Mover im Bereich kommerzielle Youtube-Werbung (soweit ich weiß, und solange man die Event-Szene mal außen vor lässt)! Jetzt heißt es nur noch: Buzz, Buzz, wir brauchen Buzz

Weg für soziale Gerechtigkeit Etappe Lippstadt

Weg für soziale Gerechtigkeit

Weg für soziale Gerechtigkeit

Die Kluft zwischen Arm und Reich wird in Deutschland immer größer.

Der Sozialabbau nimmt immer menschenunwürdigere Züge an.
Der Armutsbericht spricht eine deutliche Sprache.
Kinderarmut, Armut im Alter, Hartz IV, Arm trotz Arbeit diese Themen betreffen immer mehr Menschen in unserem Land.

Wir wollen aufmerksam machen auf die Nöte die jeden schneller als je zuvor treffen können.

Die Aktion: Weg für soziale Gerechtigkeit

Am 23.03 09 diesen Jahres treten Siegfried Kurtz und L.M.A Agricola zu Fuß den Weg von Hellenthal (NRW) nach Berlin an, um auf die wachsende Armut und Not in Deutschland aufmerksam zu machen. Sie starten nicht mit leeren Händen, denn bei ihrer Ankunft werden die Beiden eine Unterschriftensammlung im Bundestag abgeben.

Eines der Etappenziele an denen übernachtet werden soll ist Lippstadt.

Derzeit gibt es in Lippstadt weder eine Anlaufstelle, noch eine gesicherte Übernachtung.

Um so mehr erfreut es mich durch einen Kommentar auf dem Blog Sozialkampf.wordpress.com den Hinweis auf Lippstadt-blog.de gefunden zu haben.
Vielleicht kann und mag jemand persönliche Vorschläge machen, wie man in Lippstadt einen Empfang veranstalten könnte.
Ich finde schon daß es auf jeder Etappe etwas zu feiern geben sollte.

Die Aktion ist so ausgelegt, daß keine Unterstützung von Parteien geduldet wird.
Wortmeldungen von mindestens einer Partei, diese Aktion zu fördern gab es schon, dies wurde jedoch abgelehnt.
Es ist eine reine und überparteiliche Aktion von Bürgern. Leider ist dementsprechend die Bordkasse leer, kennt man ja.

Vielleicht kann jemand für die, mittlerweile zwei Personen, die den Weg zurücklegen eine Übernachtungsgelegenheit in Lippstadt vorschlagen.
Die Beiden sind sogar bereit für die Durchsetzung der Aktion im Zelt zu übernachten. Hoffe mal es läßt sich besser richten.

Die Ankunft in Lippstadt ist am 02. April 2009. Würde mich freuen wenn es in Lippstadt eine gute Unterstützung durch zahlreiche Bürger gäbe.

Netter Gruß nach Lippstadt
Der Sozialkämpfer aus Schleiden (Eifel)

Achtung Werbung VII

Dieser Artikel ist Teil einer Serie.
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Da hört man ganz ahnungslos Hellweg-Radio, eigentlich so nebenbei, als plötzlich eine sehr eindringliche Stimme sagt: „Guten Tach, hier ist Heinrich der singende Schäfer …“. Wenn Ihr mal hören wollt:

Bauer Heinrich – Der Spot

Bauer Heinrich – Der Reminder

Mein erster Gedanke war „Das kann nicht dieser Bauer von RTL sein, oder?!“ Er ist es. Und hat mich dazu gebracht, einen Werbespot des Hellweg-Radios von vorne bis hinten anzuhören. Das Wichtige aber ist: Ich habe ihn erkannt, dabei schaue ich das RTL-Format „Bauer sucht Frau“ überhaupt nicht. Ich mag es nicht mal.

Und genau darin wird auch der Erfolg des Spots liegen: Die Serie hat eine hohe (boulevard)gesellschaftliche Bekanntheit, durch fast alle Schichten hinweg. Und deshalb hat ein heimischer Bauer mit „echten Zügen“ in einem Radiospot nicht nur regionalen Bezug, sondern auch auf einmal das, was man im Werbedeutsch „Impact“ und „hohe Recognition“ nennt. Will sagen: Die Werbung hat eine starke Wirkung auf den Hörer und wenn der Spot den ganzen Monat lang gelaufen ist, werden ihn hinterher überdurchschnittlich viele Leute (wiederer)kennen.

Das Verkaufsteam des Hellweg-Radios hat mir übrigens verraten, dass von der Idee über den Besuch bei Bauer Heinrich bis zum fertigen Funkspot gerade einmal 15 Stunden ins Land zogen. Gute Idee, prompt durchgezogen, zur richtigen Zeit gesendet. Top!

Die Spots durfte ich mit freundlicher Genehmigung des Hellweg-Radios hier einbinden, dafür an dieser Stelle vielen Dank!

Kunununuhhh…

Kununu, das ist kein neuer Kinderladen und auch kein indisches Herbstfest. Kununu, das ist eine Plattform, auf der man seinen perfekten Arbeitgeber finden kann, weil die dortigen Arbeitnehmer ihn ganz unabhängig bewerten. Soviel zur Theorie. Jetzt zur Praxis: Deutschland ist im Bewertungswahn. Alles lässt sich bewerten und kommentieren –  vom pefekten Abendessen über verschiedene Talent(frei)shows im TV bis zum Internet, wo man zu Lehrern, Nachbarn, Ebay-Verkäufer, ja eigentlich allem Stellung nehmen kann. Und jetzt sind eben auch die Arbeitgeber dran. Du bist Deutschland Jury!
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Edit: Hartmut, Bernhard und die liebe Kultur

Wer bewacht die Wächter? Diese Frage ist wichtig in einer Stadt, deren einzige Tageszeitung einen gewissen Sättigungsgrad erreicht hat. Ihr Auftrag ist klar: objektiv Berichten, Hintergründe liefern, nachfragen, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf die Finger schauen, kurz: den öffentlichen Diskurs fördern.

Wenn man sich das vor Augen hält, wirkt dieser als Hilfestellung deklarierte Text eher wie ein getarntes In-Sicherheit-wiegen von „unns Bennad“. Quasi ein später Durchhaltefilm in Printform.

Denn eigentlich „vernimmt“ der Gute den Aufschrei aus unseren Krankenhäusern, dass es um den Nachwuchs schlecht bestellt sei. Und schlägt daraufhin vor, angehenden Assistenzärzten die Vorzüge Lippstadts zu erklären. Oder anders formuliert: Unser Lipperöschen ist doch schon sehr schön, jetzt muss es nur noch seinen Duft in die weite Welt versprühen, auf dass alle medizinischem Arbeitsbienchen ganz verrückt nach ihr werden. Wie das gehen soll, verrät uns der Mann im Kettenhemd leider nicht (mein Vorschlag: schickt Bernhard mit großem Sack und Elektroschocker auf Mediziner-Abschlusspartys).

Und hier kommt Hartmut ins Spiel. Der stößt sich an des Bernhardens SatzDa gibt es […] ein Kulturangebot, das sich mit so mancher Großstadt messen kann.“ Hartmut meint, Lippstadts Kulturangebot sein nicht nur nicht vergleichbar mit Großsstädten, sondern auch komplett vorbei an den Bedürfnissen von Jugendlichen in den Zwanzigern. Und mahnt an, man dürfe sich mit der von Bernhard geübten Form der Selbstgenügsamkeit nicht selbst im Wege stehen. Hartmuts Anklage endet in der Annahme, ein kulturell anspruchsvolles Angebot fern von Schlagerparaden und Herbstkirmes sei überhaupt der wichtige Standortfaktor, wenn es darum geht, den Nachwuchs welcher Branche auch immer herzulocken.

Da Hartmut das nicht belegt, und Bernhards Text ohnehin auf mich den Eindruck macht, dass er eher leeres Papier denn Hirne mit Anspruchsvollem Gedankengut füllen sollte, habe ich mal nachgeschaut. Und es gibt zufällig in der Tat eine recht aktuelle Studie zum Umzugsverhalten der Deutschen. Darin stehen drei Gründe für den Umzug ganz weit oben:

  1. Eine Verbesserung der eigenen Wohnsituation (dh eine schönere Wohnung oder Haus)
  2. Dem Job hinterherziehen (kennich irgendwoher)
  3. das Zusammenziehen zweier Lebenspartner

Studie

Also kann man Hartmuts „J’accuse“ ein „Au Contraire“ entgegnen, denn abgesehen von der Studie kenne ich niemanden, keinen Einzigen, der gesagt hätte „Ja also, X hat ein so unglaublich großes Kulturangebot, da musste ich einfach hinziehen.“ Klingt auch irgendwie komisch.

Meine Meinung zum Thema ist, dass junge Assistenzärzte in der Regel dort Erfahrung sammeln möchten, wo beruflich die Luzie abgeht, wo man was lernt, wo Profilierung und ein möglichst hoher Verdienst möglich sind: In den Charités, den unzähligen Unikliniken, den Plastischen Schönheitschirurgie-Oasen dieser Republik. Also sollten die Krankenhäuser an ihrem Angebot feilen. Gleiches gilt für andere Branchen (ich weiß beispielsweise, dass einer „unserer“ Hauptarbeitgeber seine Spitzenleute allein durch Hammergehälter und zusätzliche Vergünstigungen nach Lippstadt lockt.) Mit dem Kulturangebot hat das höchstens was am Rande zu tun. Trotzdem könnte es um einige spannende Projekte ergänzt werden – angefangen bei einer Tageszeitung, die ihren Auftrag wahrnimmt.

Nachtrag 14.03.2008: 

Hartmut hat hier auf meinen Post geantwortet. Er meint, wenn alle Krankenhäuser den potenziellen Bewerbern dieselben Bedingungen böten, würde die Kultur als Entscheidungsfaktor eine Rolle spielen. Einverstanden. Denn es trifft zu. Beispielsweise dann, wenn ein fertiger Arzt zurück in die alte Heimat „Hellwegregion“ ziehen will und sich deshalb zwischen Soest und Lippstadt als „Arbeitgeberstadt“ entscheidet (Die Cracks indes bleiben in Berlin, München und Heidelberg, und das nicht wegen der Kultur. Denn Krankenhäuser bieten nunmal nicht alle dieselben Bedingungen).

Außerdem hat Hartmut noch ein paar sehr interesante Links zum Thema „Kultur als Wirtschaftsfaktor“ gesammelt, in denen aufgezeigt wird, dass auch Kultur Umsatz machen und jede Menge Leute einstellen kann. Stimmt auch. Und wird viel zu oft und gerne vergessen. Bezogen auf den aktuellen Fall kann ich da nur sagen: Tja, vielleicht sattelt ja der ein oder andere Assistenzarzt um und malt, oder nimmt an Poetry Slams teil, schreibt Bücher oder wird Kabarettist… wäre nicht das erste Mal ;o)

Willst Du einen Media Markt in Lippstadt?

Als Antwort auf diese Frage bekomme ich eigentlich fast immer ein „Ja wieso nicht? Ist doch geil, dann brauch ich nicht mehr nach <hier bitte Stadt Ihrer Wahl einsetzen> zu fahren“ zu hören.

Stimmt. Aber abgesehen davon, dass diese Städte recht nahbei sind, könnte ein Mediamarkt in Lippstadt zu vorzivilisatorischem Rudelverhalten führen, zum Ausnahmezustand, zu Verletzten, vielleicht sogar noch mehr … ich mag’s mir garnicht ausmalen!

Wie ich auf diese Idee komme? Ganz einfach: Wenn ich mir ansehe und lese, was bei der Eröffnung eines zusätzlichen Mediamarktes in der Großstadt Berlin abgeht, dann kann ich nur raten, was es bedeutet den einzigen Mediamarkt im vergleichsweise dörflichen Lippstadt zu eröffnen. Wenn man sich die Bilder aus Berlin ansieht, könnte man meinen, es gehe um die Verteilung von lebensnotwendigen Gütern.

Also Leude: Wenn er kommt, der Mediamarkt dann gaaaanz ruhig durchatmen und nicht versuchen als erster unter’m Rolltor durchzuhuschen. Die Waschmaschinen im „Drei zum Preis von einer“-Angebot sind dann vielleicht schon weg, aber dafür hat man alle seine Organe noch. Ist doch auch was!


Genau deshalb bin ich übrigens Hobbes-Fan! Weil der Mensch eben doch den Leviathan braucht, damit er sich ein bisschen benimmt.

<Klugscheißer>

Ich weiß!